• vom 14.05.2014, 17:34 Uhr

Europäische Union

Update: 14.05.2014, 17:55 Uhr

EU-Wahlen 2014

"Können nicht einfach so weiter wachsen"




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Von WZ-Korrespondentin Martyna Czarnowska

  • Die Grüne EU-Spitzenkandidatin Ska Keller will wirtschaftliche Ziele an Vorgaben zum Umweltschutz koppeln.

"Die einseitige Sparpolitik garantiert keineswegs, dass wir aus der Krise rauskommen", sagt Ska Keller. - © European Green Party

"Die einseitige Sparpolitik garantiert keineswegs, dass wir aus der Krise rauskommen", sagt Ska Keller. © European Green Party

"Wiener Zeitung":Sie waren gerade in Großbritannien, was die Spitzenkandidaten von Sozial- und Christdemokraten in ihrem EU-Wahlkampf vermeiden. Sie haben die Briten für die Gemeinschaft noch nicht aufgegeben?

Ska Keller: Ganz und gar nicht. Die Grünen stehen auch hier ganz gut da in den Umfragen, und wir hoffen, mehr britische Abgeordnete als bisher ins EU-Parlament zu bringen.

Information

Ska Keller sitzt seit 2009 für die Grünen im EU-Parlament. Die 1981 in der damaligen DDR-Stadt Guben geborene Politikerin studierte Islamwissenschaft, Turkologie und Judaistik. Gemeinsam mit José Bové bildet sie ein Duo an der Spitze der Liste der Grünen.


In Umfragen erhalten die Grünen aber oft mehr Stimmen als dann tatsächlich beim Urnengang. . .

Klar ist das noch kein Wahlergebnis, doch selbst die Umfragen sind kein Selbstläufer. Wir haben auch an diesen Werten gearbeitet.

Was haben Sie denn anzubieten? Die Kritik an Sparprogrammen sowie hohen Arbeitslosenraten und andererseits der Ruf nach Stärkung der sozialen Dimension der EU sind mittlerweile auch von Konservativen im EU-Parlament zu hören. Was ist die grüne Alternative zum jetzigen politischen Kurs?

Die einseitige Sparpolitik garantiert keineswegs, dass wir aus der Krise rauskommen. Stattdessen möchten wir langfristig in die Zukunft investieren - was nicht bedeutet, dass das erst in 50 Jahren startet, sondern auch noch in 50 Jahren Bestand hat. Das bedeutet Jobs von guter Qualität, solche, von denen die Menschen leben können. Wir wollen in die grüne Wirtschaft investieren; in erneuerbare Energie und Energieeffizienz, aber ebenso in Bildung und den Gesundheitsbereich.

Wie soll das finanziert werden?

Die Union muss das Geld aufbringen, um den Klimawandel zu begrenzen. Auch sind finanzielle Anreize nötig. Bei den Verhandlungen um das mehrjährige EU-Budget haben wir zum Beispiel vorgeschlagen, dass Geld in die Forschung zu erneuerbaren Energien fließt, was wiederum Jobs kreieren würde. Das ist dann aber verhindert worden. Und bei der Agrarreform wollten wir vor allem kleine und mittlere Betriebe gefördert sehen. Wir wollen ja auch künftige Probleme vermeiden: Wenn wir jetzt in Bildung investieren, haben wir später weniger Arbeitslose.

Weite Teile der Industrie sehen das anders: Ambitionierte Vorgaben zum Klimaschutz seien mit den Zielen zum Wirtschaftswachstum nicht vereinbar.

Wir können nicht einfach so weiter wachsen, ohne auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen. Wenn wir nicht jetzt den Klimawandel verlangsamen, wird es dann viel teurer. Es ist zu kurz gedacht, Wirtschaft gegen Klimaschutz zu stellen; beides muss Hand in Hand gehen. Damit werden dann auch Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen, etwa im Bereich erneuerbarer Energien. Die EU-Kommission etwa sagt, dass mit etwas ambitionierteren Klimazielen bis 2020 an die sechs Millionen Jobs kreiert werden könnten.

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Dokument erstellt am 2014-05-14 17:38:05
Letzte nderung am 2014-05-14 17:55:30



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