• vom 02.03.2015, 18:10 Uhr

Europäische Union

Update: 03.03.2015, 16:22 Uhr

EU

Wer nicht lernt, wird arm




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (15)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Gerald Jatzek

  • Die Statistiken beweisen: Der Arbeitsmarkt ist das Sorgenkind der EU - zu den Zielen von Europa 2020 ist es noch weit.

Auf einen Blick: Europa auf dem Weg zu seinen Zielen.

Auf einen Blick: Europa auf dem Weg zu seinen Zielen.© Eurostat Auf einen Blick: Europa auf dem Weg zu seinen Zielen.© Eurostat

Die großen Konzepte klingen immer gut, aber die Umsetzung erfordert die Mühen der Ebene, wie schon Bert Brecht wusste. Das trifft auch auf die Strategie Europa 2020 zu, die im Juni 2010 vom Europäischen Rat angenommen wurde.

Die jährliche Überprüfung der Ziele zeigt erhebliche Fortschritte im Bereich Klimawandel und Energie, die vor allem durch verringerte Emissionen von Treibhausgasen und die  Nutzung erneuerbarer Energiequellen erzielt wurden. Auch im Bildungsbereich sieht es gut aus, wobei vor allem die Verringerung der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein soziales Plus bedeutet. Ein wesentlicher Fortschritt ist auch im Bereich der höheren Bildung festzustellen, für die weitgehend die weibliche Bevölkerung verantwortlich ist. In 15 Mitgliedsstaaten liegen Frauen bereits weit vor den Männern.

Weniger rosig sind die Zahlen im Beschäftigungsbereich. Hier liegen die Zahlen des gemeinsamen Marktes, der durch ein Schrumpfen der arbeitenden Bevölkerung und einen Anstieg der nicht Erwerbstätigen gekennzeichnet ist. Wenn man den Generationenvertrag einhalten will, sollte die Beschäftigungsrate der 20- bis 64-Jährigen 2020 bei mindestens 75 Prozent liegen. Davon ist man allerdings noch weit entfernt. Die Zahlen von 2013 weisen gerade einmal 68,4 Prozent aus.


Weniger Arbeit im Süden

Dabei besteht seit langem ein klares Nord-Süd-Gefälle, das von 80 Prozent in Dänemark zu 62,9 Prozent in Kroatien reicht. Österreich (77,1 Prozent) und Deutschland (77 Prozent) treten wie so oft als ökonomische Zwillinge in Erscheinung.

Anteil der Erwerbstätigen in der EU.

Anteil der Erwerbstätigen in der EU.© Eurostat Anteil der Erwerbstätigen in der EU.© Eurostat

Am Ende der Skala finden sich die südlichen Regionen Griechenlands, Spaniens und Kroatiens sowie die außereuropäischen Gebiete Frankreichs und Spaniens. In den italienischen Regionen Kalabrien, Sizilien und Kampanien gibt es für weniger als 45 Prozent der potentiell Werktätigen Arbeit.

Geringe Bildung macht arm

Dementsprechend ist auch die Zahl der Armutsgefährdeten in den meisten Ländern seit 2008 gestiegen. Negative Rekordhalter in dieser Kategorie sind Bulgarien, wo beinahe jeder zweite Bürger am Rand der Armut steht, und Rumänien (40%).

Das höchste Risiko zu verarmen liegt EU-weit bei Alleinerziehern. Und: Wer seinen Lebensstandard halten möchte, bildet sich fort. Wer maximal einen sekundären Bildungsabschluss vorweisen kann - was in Österreich der Hauptschule entspricht - hat dreimal schlechtere Karten als jemand, der weiterführende Schulen. Universitäten oder Fachausbildungen vorweisen kann.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-03-02 16:51:38
Letzte nderung am 2015-03-03 16:22:02



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. EU rückt militärisch zusammen
  2. Europas Herzkammer
  3. Regierungschef Mateusz Morawiecki vereidigt
  4. SPD beißt mit Wunsch nach Familiennachzug auf Granit
  5. Nicht in Stein gemeißelt
Meistkommentiert
  1. Leise Zweifel an der direkten Demokratie
  2. SPD beißt mit Wunsch nach Familiennachzug auf Granit
  3. "Unsere Seele ist europäisch"
  4. Nicht in Stein gemeißelt
  5. Gipfeltreffen der Außenminister

Werbung



Europäische Kommission begrüßt erste konkrete Schritte auf dem Weg zu einer Europäischen Verteidigungsunion


- Pressemitteilung Europäische Kommission Brüssel, 11. Dezember 2017 Die Europäische Kommission begrüßt den heutigen Beschluss des Rates zur förmlichen Einrichtung der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit und die von 25 EU-Mitgliedstaaten vorgestellten Pläne für eine Zusammenarbeit bei einem ersten Paket von 17 gemeinsamen Verteidigungsprojekten.




EU-Treuhandfonds für Syrien: Neues Paket mit 150 Mio. EUR zur Unterstützung der syrischen Flüchtlinge und ihrer Aufnahmegemeinschaften


Europäische Kommission - Pressemitteilung Brüssel, 6. Dezember 2017 Heute hat der „Regionale Treuhandfonds der Europäischen Union als Reaktion auf die Syrien-Krise“ neue Projekte im Umfang von 150 Mio. EUR verabschiedet, um die Flüchtlinge und die Aufnahmegemeinschaften in Irak, Jordanien, Libanon und Serbien zu unterstützen.




Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. ZAMG warnt vor Orkanböen mit bis zu 150 km/h
  2. Es darf geraucht werden
  3. EU rückt militärisch zusammen
  4. Frauen erneuern Belästigungsvorwürfe gegen Donald Trump
Meistkommentiert
  1. Jerusalem und brennende Fahnen
  2. FPÖ kann Rauchverbot in der Gastronomie bremsen
  3. Es darf geraucht werden
  4. Ein Treffen der Willigen


Werbung


Werbung