• vom 17.09.2015, 18:22 Uhr

Europäische Union

Update: 17.09.2015, 18:41 Uhr

Flüchtlingskrise

Mehr Hilfe, wenn auch reichlich spät




  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Österreich und Deutschland fordern größere finanzielle Mittel für die Flüchtlinge in den Camps rund um das Bürgerkriegsland Syrien. Tatsächlich könnte nun mehr Geld fließen.



Brüssel/Wien. (klh) Auch sie wollen nicht mehr länger schweigen. In der aktuellen Flüchtlingskrise meldete sich nun das Comité International de Mauthausen zu Wort, die Dachorganisation von 21 nationalen Verbänden von Überlebenden des Nazi-Konzentrationslagers Mauthausen. Europa dürfe die Lehren aus seiner eigenen blutigen Geschichte, die viele Europäer selbst zu Flüchtlingen gemacht hat, nicht vergessen. "Die Menschlichkeit und das internationale Recht gebieten Europa und der Weltgemeinschaft, den politischen Flüchtlingen zu helfen, anstatt sich in Streitigkeiten und Geschwätzigkeit zu verlieren", heißt es in einem Appell. Und: "Es müssen die nötigen Maßnahmen ergriffen werden, damit der Frieden in ihre Herkunftsländer zurückkehren wird."

Letzteres versucht nun, zumindest in ersten Ansätzen, offenbar auch die internationale Politik. Diplomatische Offensiven zur Beendigung des Syrien-Kriegs wurden gestartet - allerdings werden diese einen langen Atem brauchen. Und immer mehr geht die Debatte in Europa auch in die Richtung, dass drei Nachbarländern von Syrien, dem Libanon, der Türkei und Jordanien, die noch immer den Großteil der syrischen Flüchtlinge beherbergen, stärker geholfen werden müsse.


So forderte Kanzler Werner Faymann am Mittwoch, dass Europa mehr Finanzen für die Flüchtlingscamps in Jordanien, im Libanon und in der Türkei bereitstellt. Dort müssten materielle Voraussetzungen und menschenwürdige Bedingungen geschaffen werden, damit die Menschen auch bleiben könnten. "Hier ist die größte Eile geboten für eine gemeinsame Politik der Europäischen Union", betonte Faymann nach seinem Gespräch mit Sloweniens Premier Milo Cerar.

Gelegenheit dafür gibt es schon nächste Woche. EU-Ratspräsident Donald Tusk hat für Mittwoch einen EU-Sondergipfel einberufen, bei dem die Flüchtlingskrise zur Angelegenheit der Staats- und Regierungschefs werden wird.

Der österreichische Vorstoß war mit Deutschland akkordiert und tatsächlich stehen laut Beobachtern die Chancen nicht schlecht, dass Gelder fließen werden. Denn nachdem sie bei der Quote derart uneinig sind, könnten die EU-Staaten dann wenigstens auf dieser Ebene einen Erfolg vorweisen.

Noch unklar, wie hoch die Mittel sein sollen
Völlig unklar ist aber noch, wie hoch die Hilfe sein wird und auf welche Weise sie finanziert sind. Die Union könnte Gelder aus ihrem Budget umschichten oder Staaten könnten zusätzliche Mittel bereitstellen. EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn will eine Milliarde Euro für die Türkei durch Umschichtungen der EU-Vorbeitrittshilfen lockermachen. Deutschlands Vizekanzler Sigmar Gabriel forderte bereits ein 1,5-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm für Syriens Nachbarstaaten - und dass die USA und die Golfstaaten noch einmal denselben Betrag beisteuern.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-09-17 18:26:07
Letzte nderung am 2015-09-17 18:41:04



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Der Aufschwung ist nur eine Blase"
  2. Auf Identitätssuche
  3. Distanz in Nebensätzen
  4. Deutsche Flüchtlingspolitik wird so restriktiv wie die österreichische
  5. Merkel will Schwarz-Blau an "Taten" messen
Meistkommentiert
  1. 1918, Ende des Vielvölkerstaats und die Krise des geeinten Europa 2018
  2. CDU will Koalitionsverhandlungen mit CSU und SPD
  3. "Der Aufschwung ist nur eine Blase"
  4. Kurz will EU mit Macron "stark verändern"
  5. Erleichterung - aber keine Entwarnung

Werbung



Neue Maßnahmen zur Förderung von Schlüssel- und Digitalkompetenzen sowie der europäischen Dimension im Bildungswesen


Europäische Kommission - Pressemitteilung Brüssel, 17. Januar 2018 Als Folgemaßnahme des Gipfels von Göteborg hat die Europäische Kommission heute neue Initiativen zur Verbesserung der Schlüssel- und Digitalkompetenzen der EU-Bürgerinnen und -Bürger sowie zur Förderung gemeinsamer Werte und zur Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern für die Arbeitsweise der Europäischen Union beschlossen.




Initiativen im Bereich Bildung


Europäische Kommission - Factsheet Brüssel, 17. Januar 2018 Fragen und Antworten 1. Entwurf einer Empfehlung des Rates zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen Worauf zielt diese Empfehlung ab? Mit der vorgeschlagenen Empfehlung soll die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen (z. B.




Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Trübe Winkel
  2. Die Bitcoin-Party ist zu Ende
  3. Pop! Die Bitcoin-Blase platzt
  4. Für ein Leben nach dem Abbruch
Meistkommentiert
  1. Früher Fremdsprachen-Unterricht in der Schule bringt nur wenig
  2. Akademikerball: Mehr Gewalt erwartet
  3. Für ein Leben nach dem Abbruch
  4. Tillerson fordert "klaren Blick" für möglichen Krieg


Werbung


Werbung