• vom 12.04.2016, 20:29 Uhr

Europäische Union


Luxemburg

Luxemburg bietet Geld für Abschaltung von AKW




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  • Atomkraft-abhängiges Frankreich bekäme Geld für die Abschaltung des altersschwachen grenznahen AKW Cattenom.



Luxemburg/Cattenom. (afp/sig) Luxemburg fühlt sich von dem altersschwachen französischen Atomkraftwerk Cattenom, das nur wenige Kilometer von der luxemburgischen und der deutschen Grenze entfernt liegt, bedroht. Nun hat Luxemburg Frankreich Geld für die Abschaltung angeboten. Sollte es ein Problem in dem Kraftwerk geben, dann drohe das Großherzogtum "von der Landkarte gewischt zu werden", sagte Ministerpräsident Xavier Bettel am Montag nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Manuel Valls.

"Botschaft angekommen", lautere Valls kühle Reaktion auf Bettels Angebot. Konkretes Abschaltdatum stellte er nicht in Aussicht. Auch Deutschland fordert immer wieder die Abschaltung Cattenoms. Das AKW erfüllt laut der deutschen Grünen-Bundestagsabgeordneten Sylvia Kottnig-Uhl nicht einmal europäische Mindestanforderungen und müsse daher sofort stillgelegt werden. Vor der Gefahr des AKW hatte zuvor auch die rheinland-pfälzische Vize-Regierungschefin Eveline Lemke hingewiesen. Sie sah bereits Anfang 2015 eine erhöhte Terrorgefahr für Cattenom und verwies auf rätselhafte Drohnenflüge über das Atomkraftwerk. Es sei zu wenig gegen Anschläge und Flugzeugabstürze geschützt.


"Tickende Zeitbomben"
Cattenom ist aber nicht der einzige gefährliche Schrottmeiler in Europa. Für die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) sind neben den französischen Altkraftwerken Cattenom und Fessenheim auch die belgischen AKW Tihange und Doel sowie das tschechische Kraftwerk Temelin "tickende Zeitbomben".

Dass Cattenom ein Sicherheitsrisiko darstellt, wird immer wieder deutlich. Seit Inbetriebnahme des ersten von vier Reaktoren 1987 gab es mehrere hundert Störfälle. Im Herbst 2015 kam es mehrmals zu technischen Problemen, im September musste deshalb ein Reaktor heruntergefahren werden. Deutschlands Umweltminister Reinhold Jost (SPD) forderte damals erneut von der französischen Politik, Konsequenzen aus der bedrohlichen Störanfälligkeit des Meilers zu ziehen. Dass seither nichts passiert ist liegt wohl daran, dass Frankreich von der Atomkraft so abhängig ist wie kein anderes Land: Rund 75 Prozent des produzierten Stroms kommen aus Atomkraftwerken. Das Land will diesen Anteil bis 2025 auf 50 Prozent senken und erneuerbare Energien ausbauen.

Kritik an der französischen Atompolitik gab es zuletzt im Februar, als bekannt wurde, dass Paris die maximale Laufzeit seiner 58 AKW um zehn auf 50 Jahre erhöhen will.




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Dokument erstellt am 2016-04-12 18:26:04



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