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Update: 09.11.2016, 13:24 Uhr

US-Präsidentenwahl 2016

Merkel stellt Bedingungen an Trump




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Von WZOnline, APA

  • Die deutsche Kanzlerin pocht auf die Achtung der demokratischen Grundwerte.

Bundeskanzlerin Merkel pocht auf die Einhaltung eines Wertekatalogs.

Bundeskanzlerin Merkel pocht auf die Einhaltung eines Wertekatalogs.© APAweb/dpa, Britta Pedersen Bundeskanzlerin Merkel pocht auf die Einhaltung eines Wertekatalogs.© APAweb/dpa, Britta Pedersen

Berlin. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel macht die Achtung demokratischer Grundwerte zur Bedingung für die Zusammenarbeit mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump. "Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

Ausdrücklich verwies die deutsche Regierungschefin auf die gemeinsame Wertebasis zwischen Deutschland und den USA und nannte "Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung". Zugleich erinnerte sie Trump am Mittwoch im Kanzleramt angesichts der wirtschaftlichen und militärischen Stärke der USA an dessen Verantwortung für die weltweite Entwicklung.

Trump hatte für Merkel bisher fast nur Beschimpfungen übrig 

Es wird schwer, ein gutes Arbeitsklima zwischen Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump aufzubauen. Mehrmals attackierte Trump in den vergangenen Monaten die deutsche Regierungschefin auf sehr direkte Weise. Fast immer ging es um ihre Flüchtlingspolitik. Doch vor einigen Wochen kam Trump auch ein Lob für Merkel über die Lippen.

Deutschland als vermeintliches Beispiel für verfehlte Flüchtlingspolitik war ein Dauerbrenner Trumps Wahlkampf. Mitte Juni nannte er Deutschland als Warnung für die USA. Die Folgen der deutschen Flüchtlingspolitik seien eine "Katastrophe" für das Land, sagte er.

Der Rechtspopulist sprach bei einem Wahlkampfauftritt vage von "fürchterlichen Dingen", die in Deutschland geschähen. "Und schaut, was mit den Frauen passiert", sagte er in Anspielung auf die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln.

Deutsche Flüchtlingspolitik als Quell der Kriminalität

Die deutsche Flüchtlingspolitik als Quell der Kriminalität war auch Thema einer Wahlkampfrede im August. Trump nannte Merkel dabei ausdrücklich als abschreckendes Beispiel. "Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel werden. Und Sie wissen, welches Desaster diese massive Zuwanderung für Deutschland und die Deutschen angerichtet hat", sagte er - mit Blick auf seine demokratische Konkurrentin Clinton.

In Deutschland habe die massive Zuwanderung die Kriminalität "auf ein Niveau steigen lassen, das niemand je erwartet hatte", behauptete der Republikaner. Erneut prangerte er die "sexuelle Gewalt und Angriffe" in der Silvesternacht in Köln an.

Sturz der Kanzlerin

Im Jänner leitete Trump bei einem Auftritt in Iowa eine Tirade zur deutschen Flüchtlingspolitik erneut mit seinem Lieblingswort "Desaster" ein - um dann einen Aufstand gegen Merkel vorherzusagen. Die deutsche Bevölkerung werde die Kanzlerin am Ende "stürzen", erklärte er. "Ich weiß nicht, was zur Hölle sie sich denkt."

Bereits im Dezember vergangenen Jahres prophezeite Trump Deutschland wegen Merkels Flüchtlingspolitik und der daraus folgenden Kriminalität ein "totales Desaster". Europa erlebe nun Probleme, die der Kontinent seit "einer Million Jahre" nicht gesehen habe.

Trump kritisierte damals zugleich die Wahl von Merkel zur "Persönlichkeit des Jahres" durch das US-Magazin "Time": "Ich glaube, sie haben die Person ausgewählt, die Deutschland wirklich enormen Schaden zugefügt hat", sagte er. Merkel hatte den Titel zuvor für ihrer Rolle als Krisenmanagerin in der EU erhalten.

Seltenes Lob

Ende September allerdings lobte Trump die deutsche Kanzlerin - in seinem seltenen Moment der Einigkeit mit seiner Rivalin Clinton. Trump sagte einem TV-Sender auf die Frage nach seinem Lieblingspolitiker im Ausland, Merkel sei eine "wirklich großartige" Führungspolitikerin. Er beeilte sich aber hinzuzufügen: Wegen der "Geschichte mit der Einwanderung" sei er allerdings "sehr enttäuscht" von ihr.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-11-09 12:40:05
Letzte nderung am 2016-11-09 13:24:16



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