• vom 02.08.2017, 18:13 Uhr

Europäische Union


Dieselskandal

Fünf Millionen Autos vor Umrüstung




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  • Beim Dieselgipfel einigten sich deutsche Hersteller und Politiker auf Maßnahmen zur Stickoxid-Reduzierung.

Vertreter von Bund, Ländern und Autoindustrie berieten bei einem Spitzentreffen über Konsequenzen des Abgasskandals. - © reu/Schmidt

Vertreter von Bund, Ländern und Autoindustrie berieten bei einem Spitzentreffen über Konsequenzen des Abgasskandals. © reu/Schmidt

Berlin. (czar/lse/dpa) Im Endeffekt war es das falsche Gebäude, auf das die Aktivisten geklettert waren. Denn der Dieselgipfel, den die Nichtregierungsorganisation Greenpeace mit einem Transparent auf dem Berliner Verkehrsministerium kommentieren wollte, wurde kurzfristig ins Innenministerium verlegt. Aus Sicherheitsgründen, wie es hieß. Doch die Forderung der deutschen Umweltschützer blieb aufrecht: Wirksame Nachbesserungen der Abgasreinigung an Autobauteilen seien notwendig, "Software-Schminke" reiche nicht.

Wie stark die Autobauer bei Diesel-Modellen nachrüsten müssen, war gestern, Mittwoch, denn auch eine der wichtigsten Fragen bei der Zusammenkunft mit Vertretern von Bund, Ländern und Industrie. Es gilt jedenfalls, den Stickoxid-Ausstoß der Autos zu senken und drohende Fahrverbote in deutschen Städten zu verhindern. Die Branche hatte zu dem Zweck zunächst nur günstigere und einfachere Software-Updates angeboten. Aus der Politik und von Umweltschutzorganisationen kam allerdings der Ruf nach mehr: nach weitergehenden technischen Umrüstungen direkt am Motor.

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Nach mehrstündigen Verhandlungen meldete der Verband der Automobilindustrie (VDA) ein Ergebnis des Gipfeltreffens: Die Hersteller hätten die rasche Nachrüstung von insgesamt mehr als fünf Millionen Diesel-Modellen zugesichert - und zwar ohne Kostenbelastung für die Fahrzeughalter. Zudem würden sich Volkswagen, Daimler und BMW am geplanten Fonds "Nachhaltige Mobilität für die Stadt" beteiligen, mit dem Städte bei der Luftreinhaltung unterstützt werden sollen.

In den fünf Millionen Autos sind laut VDA die 2,5 Millionen Fahrzeuge von Volkswagen enthalten, für die schon Abgas-Nachbesserungen angeordnet wurden. Es handle sich um Modelle der Emissionsklasse Euro 5 und teilweise Euro 6. Die Maßnahmen seien freiwillig und deckten einen Großteil dieser moderneren Flotten bei den deutschen Herstellern ab. Ungefähr 8,6 Millionen Fahrzeuge aus diesen Klassen sind derzeit in Deutschland insgesamt zugelassen.

Ziel sei eine durchschnittliche Stickoxid-Reduzierung von 25 bis 30 Prozent der nachgerüsteten Fahrzeuge. Studien zeigten, dass damit die Schadstoffbelastung mindestens genauso stark verringert werden könne wie durch Fahrverbote, hieß es beim VDA.

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Inzwischen gibt es in Österreich ebenfalls Forderungen nach einem Dieselgipfel. Diese erhoben sowohl die Grünen als auch die Automobilimporteure. Deren Sprecher Günther Kerle plädiert für Maßnahmen auf zwei Ebenen: Nachrüstungen ähnlich wie in Deutschland sowie Anreize für den Austausch von Altfahrzeugen gegen emissionsarme Neuwagen. Ein Fahrverbot für ältere Dieselautos wäre hingegen eine "beinharte Enteignung".

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