• vom 11.08.2017, 17:26 Uhr

Europäische Union

Update: 11.08.2017, 17:54 Uhr

Brexit

Mays Brexit-Schiff droht Meuterei




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Von Siobhán Geets

  • Der Widerstand gegen die Brexit-Pläne von Premierministerin Theresa May nimmt Fahrt auf.

Chaotischer Brexit-Kurs: Protest gegen May vor dem Regierungssitz in London.

Chaotischer Brexit-Kurs: Protest gegen May vor dem Regierungssitz in London.© afp/Ratcliffe Chaotischer Brexit-Kurs: Protest gegen May vor dem Regierungssitz in London.© afp/Ratcliffe

London/Wien. Der EU-Austritt Großbritanniens - eine einzige Katastrophe. Außenminister Boris Johnson und seine Kollegen aus dem Brexit-Lager - gehören ins Gefängnis für das falsche Versprechen, dass die Briten mit dem Austritt aus der EU jede Woche 350 Millionen Pfund sparen würden. James Chapman, Ex-Stabschef von Brexit-Minister David Davis und zuvor im Team des damaligen Finanzministers George Osborne, ergießt sich seit Mitte der Woche in einer regelrechten Tweet-Tirade gegen die Brexiteers unter den Tories.

Um den EU-Austritt zu blockieren, will der einflussreiche ehemalige Regierungsberater sogar eine neue Partei gründen. Im BBC-Radio behauptete er nun, die Unterstützung zweier Minister aus Mays Regierung zu haben. Auch ehemalige Kabinetts- und Schattenkabinettsmitglieder seien an ihn herangetreten. Zwar planten sie nicht, aus ihren Parteien auszutreten, doch hätten sie erkannt, dass sich ein riesiger Riss durch diese ziehe.

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Die Idee zur Gründung der "Democrats" im Zentrum des politischen Spektrums kam Chapman im Urlaub in Griechenland. Auf die Frage nach dem Motiv für seine wütenden Tweets erklärte er dem "Guardian", sich zu Wort zu melden, "weil die Uhr tickt" - immerhin scheidet das Vereinigte Königreich im März 2019 aus der EU aus, ob mit der ohne Wirtschaftsabkommen mit Brüssel.

Laut Chapman sind führende Mitglieder der Tories, aber auch der sozialdemokratischen Labour-Partei, "paralysiert" und wagten es nicht, sich gegen den Brexit auszusprechen: "Sie fürchten sich davor, als Saboteure dargestellt zu werden, die den Willen des Volkes missachten." Dabei liege es an den Parlamentariern, einen Verbleib Großbritanniens im Binnenmarkt der EU zu erzwingen - "die Regierung muss ihren Standpunkt ändern". Ansonsten, so Chapman, würde May mit ihrem Brexit-Plan die Wirtschaft des Landes gegen die Wand fahren.

Pfund auf Drei-Wochen-Tief
Dass der EU-Austritt die 2128 Milliarden Euro schwere Volkswirtschaft Großbritanniens nicht ausbremsen wird, behaupten zwar nur noch die Hardliner unter den Brexiteers. Doch zeugen die harschen Worte des ehemaligen Tory-Spindoktors davon, wie katastrophal uneinig die britischen Konservativen mittlerweile sind. Bei den Tories, aber auch Labour, hätten die Fundamentalisten der Partei die Macht übernommen, sagt Chapman. Immerhin seien vor dem Brexit-Referendum im Juni vergangenen Jahres noch 60 Prozent der Tories im Parlament für den Verbleib in der EU gewesen.

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Dokument erstellt am 2017-08-11 17:30:09
Letzte nderung am 2017-08-11 17:54:41



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