• vom 19.08.2017, 07:30 Uhr

Europäische Union


Europäisches Forum Alpbach

Trumps Schatten über grünen Wiesen




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Von Konstanze Walther

  • Beim Europäischen Forum Alpbach wird über Ursache und Wirkung von Populismus diskutiert.

Das Kongresszentrum in den Tiroler Bergen verwandelt sich in einen Debattierklub. - © apa/Gindl

Das Kongresszentrum in den Tiroler Bergen verwandelt sich in einen Debattierklub. © apa/Gindl

Alpbach. Es wuselt wieder in den Tiroler Alpen. Bergauf, bergab hetzen junge Menschen zu der nächsten Veranstaltung. Wildlederslipper und Halbschuhe bewegen sich im Gleichklang neben Flip-Flops, Segelschuhe neben Converse-Tretern, auch Bundesheer-Stiefel sind dabei: Alle müssen die Höhenmeter auf dem schmalen Gehsteig gemeinsam bewältigen, der die Veranstaltungsorte in dem kleinen Bergdorf verbindet. Kurzum: Das alljährliche Europäische Forum in Alpbach hat diese Woche seinen Startschuss erlebt. Es wird immer größer.

"Good, isn’t it?", fragt der Mann bei der Registrierung. 5000 Menschen haben sich heuer für die kommenden Wochen angesagt. Und weil das vor vielen Jahrzehnten ausgerufene Dorf der Dichter und Denker frisches Blut braucht, verordnet sich das Forum mittels der den Gesprächen unmittelbar vorgeschobenen "Seminarwoche" eine jährliche Frischzellenkur: Unzählige Studenten aus der ganzen Welt, in großer Mehrheit unter 30 Jahren und oft über diverse Stipendien zum Forum gekommen, wälzen in Vor- und Nachmittagsseminaren sowie Workshops die großen Probleme der Welt.

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Dabei werden von der Vergangenheitsbewältigung über das verantwortungsbewusste Konsumieren hin zu Spieltheorie so ziemlich alle Disziplinen durchexerziert. Die angereisten internationalen Professoren und Experten halten in einem kleineren, informelleren Rahmen ihre Vorträge. In den Seminaren sitzen jene, die gerade ihre Masterarbeit zu dem Thema abgegeben haben, genauso wie jene, die sich das Seminar just ausgesucht haben, weil es ihrer eigenen Disziplin so fremd ist. Doch es geht nicht so sehr um eine Spezifizierung, sondern mehr um das Vernetzen der Themenbereiche, um die Welt besser zu begreifen und den Samen der Aufklärung möglichst breit zu streuen. Alpbach, das sich am Ortseingang, in Stein gemeißelt, noch immer über die einst verliehene Auszeichnung "schönstes Blumendorf Europas" freut, verwandelt sich bis zum 1. September in einen einzigen Debattierklub mit anschließendem Netzwerktreffen. Das diesjährige Generalthema des Forums, "Konflikt und Kooperation", ist so zeitgemäß wie seit langem nicht.

Das Volk als mythisches Wesen
Es ist angesichts des Zustands der Welt nicht verwunderlich, dass das Seminar mit dem Thema "Populismus und post-faktische Politik" laut dem Politologie-Professor aus Princeton, Jan-Werner Müller, den größten Zulauf erfahren hat. US-Präsident Donald Trump ist hier spürbar. Ungarns Premier Viktor Orban wird viel zitiert. Und als ein chinesischer Student bei der Vorstellungsrunde selbstironisch erklärt, in China hätte man ja kein Problem mit Populismus, gibt es mitfühlendes Gelächter. Denn die Teilnehmer wissen: Derzeit ist kaum ein Land vor Populismus gefeit. Von links oder von rechts. Jene Studenten aus Österreich wissen das genauso wie die aus Ungarn angereisten - oder aus Dänemark, oder aus Italien.

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Dokument erstellt am 2017-08-18 17:30:20



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