• vom 29.09.2017, 13:14 Uhr

Europäische Union

Update: 29.09.2017, 13:21 Uhr

EU-Digitalgipfel

Streit um Besteuerung von IT-Giganten




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Irland gilt als Niedrigsteuerparadies für Apple und Co. Das stößt manchen EU-Ländern auf.

Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude in Dublin fordern von der irischen Regierung, die Steuern von Apple einzuheben. - © APA, afp, Paul Faith

Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude in Dublin fordern von der irischen Regierung, die Steuern von Apple einzuheben. © APA, afp, Paul Faith

Tallinn. In der EU bahnt sich ein Streit über die Besteuerung von IT-Unternehmen an. Der irische Ministerpräsident Leo Varadkar wies heute, Freitag, am Rande des informellen EU-Digitalisierungsgipfels in Tallinn Vorschläge für eine stärkere europaweite Regulierung zurück. "Wenn wir mehr Innovation haben wollen, ist die Lösung nicht 'mehr Steuer und mehr Regulierung'", sagte Varadkar.

Der Politiker reagierte damit auf gemeinsame Vorschläge von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, die eine gemeinsame Regulierung und auch Steuervorschriften für IT-Konzerne in der EU gefordert hatten. Etliche Länder, die in der IT-Technik fortgeschritten seien wie etwa die skandinavischen Ländern unterstützten Irland in dieser Position, sagte Varadkar.

Niedrigsteuerparadies Irland

Die Regierungen der großen Euro-Länder werfen gerade Irland dagegen vor, Unternehmen mit dem Versprechen besonders niedriger Steuersätze und einer schwachen Regulierung anlocken zu wollen und dadurch für einen unfairen Wettbewerb im EU-Binnenmarkt zu sorgen, den etwa amerikanischen Konzerne nutzten.

Europäische Politiker werfen US-Unternehmen vor, in der EU nicht genügend Steuern zu zahlen. Stattdessen würden die Gewinne in Länder wie Irland und Luxemburg umgeleitet, die sehr niedrige Steuersätze haben. Häufig weisen die Firmen trotz boomender Geschäfte sogar rote Zahlen aus, indem sie komplexe Geschäfts- und Steuerstrukturen für sich nutzen.

Die EU-Kommission hatte im September 2016 Irland verpflichtet, bis zu 13 Mrd. Euro Steuern von Apple nachzufordern.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-29 13:15:09
Letzte nderung am 2017-09-29 13:21:17



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