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  • vom 07.12.2017, 09:00 Uhr

Europäische Union


Interview

"Unsere Seele ist europäisch"




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Von Martyna Czarnowska

  • Mazedoniens Premier Zoran Zaev drängt auf ein Datum für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit Skopje.

Es wäre auch im Interesse Athens, den Namensstreit mit Skopje zu beenden, findet Zaev .

Es wäre auch im Interesse Athens, den Namensstreit mit Skopje zu beenden, findet Zaev .© afp/Atanasovski Es wäre auch im Interesse Athens, den Namensstreit mit Skopje zu beenden, findet Zaev .© afp/Atanasovski

Nach einer schweren Verfassungskrise schöpft Mazedonien wieder Hoffnung auf eine weitere Annäherung an die Europäische Union. Die Sozialdemokraten, die in einer Koalition mit albanischen Parteien die Regierung bilden, haben im Sommer die National-Konservativen an der Macht abgelöst und bemühen sich nun auch darum, das Verhältnis zu ihren Nachbarländern zu verbessern. Wie die anderen Westbalkanstaaten möchte Mazedonien EU-Mitglied werden, doch Beitrittsverhandlungen hat die Gemeinschaft erst mit Serbien und Montenegro aufgenommen. Dennoch ortet der mazedonische Premier Zoran Zaev neue Chancen für sein Land. Im kommenden Jahr übernehmen Bulgarien und Österreich für jeweils ein halbes Jahr den EU-Vorsitz. Sowohl Sofia als auch Wien sind für eine Erweiterung der Union um den Westbalkan.

"Wiener Zeitung":In seinen Bemühungen um die Mitgliedschaft in der EU und Nato wird Mazedonien von Griechenland behindert. Doch die Atmosphäre zwischen den Nachbarn scheint sich nun gebessert zu haben. Sehen Sie eine Chance, dass Athen seine Blockade bald aufgibt?


Zoran Zaev: Viele Jahre lang hat Mazedonien Griechenland provoziert. Es wurden historisierende Monumente errichtet; der Flughafen ist nach Alexander dem Großen benannt worden. Wir haben damit jetzt aufgehört. Denn wir wollen freundschaftliche Beziehungen mit Griechenland. Wir haben eine gemeinsame Geschichte, und die sollte uns verbinden statt trennen. Es wäre auch im griechischen Interesse, eine Lösung für zumindest ein Problem zu finden. Das Land hat ja auch noch Fragen mit dem geteilten Zypern und mit Albanien zu klären - abgesehen von seinen finanziellen Schwierigkeiten.

Was wäre der Anreiz für Athen, ausgerechnet den Streit mit Skopje zu lösen?

Uns ist bewusst, dass Griechenland eine gleichnamige Provinz besitzt und deswegen den Namen Republik Mazedonien nicht akzeptiert. Aber uns ist auch allen klar, dass niemand das Gebiet des Nachbarn okkupieren wird. Wir besetzen höchstens die schönen griechischen Strände: Jährlich fahren eine Million Mazedonier dorthin. Umgekehrt kommen zahlreiche griechische Investoren nach Mazedonien. Außerdem gibt es eine linksgerichtete Regierung in Athen, die nicht nationalistisch ist. Wir hoffen auf eine Lösung im kommenden halben Jahr.

Offiziell heißt Ihr Land aber noch immer "Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien". Könnte es dabei bleiben?

Wir wollen den aktuellen internationalen Namen, den Referenznamen "Fyrom", in allen internationalen Organisationen ändern - so, dass Griechenland aber auch Mazedonien damit leben kann. Ich bin als Mazedonier geboren, mein Vater und mein Großvater waren es auch. Darüber lässt sich nicht verhandeln. Niemand kann meine Gefühle und die meiner Landsleute ändern.

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Dokument erstellt am 2017-12-06 18:11:05



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