• vom 22.06.2012, 20:30 Uhr

Europastaaten

Update: 25.06.2012, 18:37 Uhr
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Münchens Oberbürgermeister Christian Ude will Horst Seehofer 2013 als Ministerpräsidenten beerben

Bayerns CSU sieht rot


Von WZ-Korrespondentin Martina Pock

  • SPD-Politiker Ude gibt sich volksnah, das bringt ihm viel Sympathie ein.

Seehofer (l.) und Ude (r.) gemeinsam beim Fußballmatch - politisch verstehen sie sich weniger.

Seehofer (l.) und Ude (r.) gemeinsam beim Fußballmatch - politisch verstehen sie sich weniger.© EPA Seehofer (l.) und Ude (r.) gemeinsam beim Fußballmatch - politisch verstehen sie sich weniger.© EPA

München. Journalisten und Kabarettisten sind wohl die von Politikern am meisten gefürchteten Berufsgruppen. Der langjährige Oberbürgermeister von München, Christian Ude, hingegen vereint gleich alle drei in einer Person. Ude schreibt regelmäßig Kolumnen im Münchner "Merkur" und in der "Abendzeitung". Er ist Autor und tritt gemeinsam mit seinem Double Uli Bauer als Kabarettist auf. Möglicherweise liegt genau darin das Erfolgsrezept des SPD-Politikers. Denn seit Ude seine Kandidatur für die Landtagswahl 2013 im Freistaat Bayern verkündete, steigen seine Beliebtheitswerte immer weiter in die Höhe. Und das in dem wohl traditionellsten und konservativsten aller 16 Bundesländer Deutschlands, in dem die CSU zur Politik gehört wie die Brezen zur Weißwurst.

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Der Kampf um den höchsten Posten im Land hat längst begonnen. Die CSU mit ihrem Gegenkandidaten und amtierenden Ministerpräsidenten Horst Seehofer ist seit Monaten bemüht, die immer größer werdende Popularität von Christian Ude demonstrativ zu ignorieren. Doch gewisse Zweifel darüber, dass der Unionspartei der Posten des Ministerpräsidenten sicher ist, lassen sich nicht leugnen. So betonte Seehofer diese Woche, dass er im Fall einer Niederlage 2013 auch als Oppositionspolitiker weitermachen werde. Dass Ude mittlerweile zu einem Gegner auf Augenhöhe geworden ist, zeigen die Umfragen: Seine Sympathiewerte sind höher als die von Seehofer.

Dass die SPD in Bayern mittlerweile ihre politische Nischen-Position verlassen hat, demonstrierte die Partei nicht zuletzt am politischen Aschermittwoch am 22. Februar dieses Jahres. Seit jeher diente dieser Event der CSU dazu, ihre Dominanz im Freistaat zu präsentieren. Doch in diesem Jahr pilgerten erstmals beinahe genauso viele Menschen zu der Veranstaltung der SPD nach Vilshofen in Passau, wie zur CSU. Als Ude dann das Podium in Passau betrat und eine Rede vor tausenden begeisterten Anhängern hielt, wurde diese immer wieder durch "Ude, Ude, Ude"-Sprechchöre unterbrochen. Die Rührung über seinen Zuspruch war dem 65-jährigen Politiker sichtlich anzusehen. Nichtsdestotrotz sparte Ude nicht mit Kritik an seinem Gegner und bezeichnete das Vorhaben der CSU, die gesamten Schulden des Freistaats bis 2030 abbauen zu wollen, als "karnevalesk". Der Mann mit dem Oberlippenbart, besten Verbindungen zur Schickeria und dem äußerst trockenen Humor weiß, wie er die Masse bei Laune halten muss, und ist ein wahrer Sympathieträger. Weitaus weniger verstaubt als seine Kollegen der CSU, aber dennoch ganz ohne das Arbeiterkind-Image, mit dem in der Sozialdemokratie, vor allem hierzulande, so gerne geworben wird.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-22 18:27:34
Letzte Änderung am 2012-06-25 18:37:54


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