Athen. Griechenland will für die Erfüllung seiner neuen Sparpläne im Umfang von rund 11,5 Milliarden Euro zwei Jahre mehr Zeit als bisher geplant aushandeln. Er fände es "am besten", wenn vier statt zwei Jahre vereinbart würden, sagte Regierungschef Antonis Samaras der US-Tageszeitung "Washington Post" vom Samstag. "Wir reden über eine Ausweitung bis zum Jahr 2016", führte er aus.
Die Chancen, dass Samaras Zugeständnisse seitens der EU bekommt, stehen nicht schlecht: Im zypriotischen Nikosia hatten die Finanzminister der Eurozone bei ihren Beratungen die Bereitschaft durchklingen lassen, Athen bei den Zeitplänen für die geforderten Spar- und Reformmaßnahmen entgegenzukommen. Dabei geht es auch um bereits vereinbarte Maßnahmen. Entscheidungen über das weitere Vorgehen werden beim EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober in Brüssel erwartet.
Nach dem ersten Hilfsprogramm in Höhe von 110 Milliarden Euro aus dem Jahr 2010 sieht das zweite Paket von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Eurozone Notkredite im Umfang von 130 Milliarden Euro bis Ende 2014 vor. Im Gegenzug muss Athen Spar- und Reformauflagen erfüllen, deren Umsetzung jedoch wegen der Neuwahlen im Frühjahr ins Stocken geriet. Um demnächst eine weitere Hilfstranche von 31 Milliarden Euro zu erhalten, müssen die Griechen ein neues, 11,5 Milliarden Euro umfassendes Sparprogramm umsetzen.
Griechenlands Finanzminister Giannis Stournaras sagte in Nikosia, das Paket solle in etwa "zehn Tagen" geschnürt sein. Derzeit werde noch über darin enthaltene Maßnahmen mit einem Volumen von vier Milliarden Euro verhandelt. Verhandlungspartner Griechenlands sind die Experten der sogenannten Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) , die sich derzeit zur Überprüfung der Fortschritte in Athen aufhalten.
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