• vom 22.09.2012, 19:16 Uhr

Europastaaten

Update: 22.09.2012, 19:26 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Deutschland und Frankreich für stärkere Zusammenarbeit in der Eurogruppe

Merkel sieht keine Differenzen bei Bankenunion



  • Europäischen Bankenaufsicht soll nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Deutschland und Frankreich trennt nicht viel. Angela Merkel und Francois Hollande in Ludwigsburg.

Deutschland und Frankreich trennt nicht viel. Angela Merkel und Francois Hollande in Ludwigsburg.APAweb / EPA Deutschland und Frankreich trennt nicht viel. Angela Merkel und Francois Hollande in Ludwigsburg.APAweb / EPA

Ludwigsburg. Zwischen Deutschland und Frankreich bestehen bei der angestrebten europäischen Bankenunion nach Einschätzung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) keine Differenzen. "Da sind wir gar nicht auseinander", sagte Merkel am Samstag nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Francois Hollande in Asperg bei Ludwigsburg. Die Qualität müsse gewährleistet sein. "Es nützt nichts, ganz schnell etwas zu machen, was nicht funktioniert." Es nütze aber auch nichts, etwas auf die lange Bank zu schieben.

Zuletzt gab es unterschiedliche Standpunkte zum Zeitplan. Die Aufsicht ist Voraussetzung dafür, dass klamme Banken direkt Hilfe aus den Euro-Rettungsfonds erhalten können.

Stärkere Zusammenarbeit in der Eurogruppe

Deutschland und Frankreich wollen weiters eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Eurogruppe, um die Krise zu überwinden. Die Regierungen müssten sich regelmäßig treffen, um zu überlegen, "wie kommen wir zu mehr Wachstum", sagte Merkel. Das Ziel müsse sein, die Wettbewerbsfähigkeit in der Eurogruppe zu stärken und anzugleichen. Die Kanzlerin pochte darauf, dass die Krisenländer zu einer "strikten Erledigung der nationalen Hausaufgaben" verpflichtet seien. Hollande warb ebenfalls für eine bessere wirtschaftspolitische Abstimmung in der Eurogruppe.

Frankreichs Präsident Francois Hollande hat bei seinem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine möglichst rasche Einführung einer europäischen Bankenaufsicht gedrängt. Diese sei "ein sehr wichtiger Schritt", sagte Hollande am Samstag im baden-württembergischen Asberg. Die Bankenunion müsse zwar schrittweise umgesetzt werden, aber "je früher desto besser". Merkel betonte, die Bankenaufsicht bringe "mehr Verlässlichkeit und Durchgriffsmöglichkeit" im Finanzsektor.

Bankenaufsicht soll bei der EZB angesiedelt werden

Die Bankenaufsicht soll verhindern, dass durch laxe nationale Aufsicht mitverursachte Probleme Institute den gesamten europäischen Finanzsektor ins Wanken bringen. Die EU-Finanzminister hatten am Wochenende in Nikosia über die Pläne der EU-Kommission für eine einheitliche europäische Bankenaufsicht beraten. Der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier schlägt vor, dass die neue Aufsicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelt wird und schon am 1. Jänner ihre Arbeit aufnimmt.

Die deutsche Bundesregierung hält diesen Zeitplan für zu ehrgeizig und stößt sich auch daran, alle 6.000 Banken der Eurozone unter eine europäische Aufsicht zu stellen. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will, dass nur die für das gesamte Finanzsystem wichtigen Banken direkt auf europäischer Ebene überwacht werden.

Merkel sagte am Samstag, es werde nun mit Barnier gemeinsam geprüft, was erfolgen müsse, damit das Vertrauen in den Finanzsektor wiederhergestellt werde. Hollande sage, aus seiner Sicht solle die Zentralbank die Oberaufsicht führen, nationale Aufsichten aber "eine Rolle behalten". Merkel und Hollande trafen sich am Samstag bei dem Festakt zum Gedenken an die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Weltkrieg.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-22 19:22:29
Letzte Änderung am 2012-09-22 19:26:14


Beliebte Inhalte



Emmelie de Forest holt den nächsten Song Contest nach Dänemark. - APAweb / AP / Alastair Grant
  • Emmelie de Forest setzte sich mit "Only teardrops" gegen 25 Konkurrenten durch.
  • weiter

Einigkeit macht fröhlich: Die protestantische Kanzlerin besuchte das Oberhaupt der Katholiken in Rom. - APAweb / Reuters / Gregorio Borgia
  • Deutsche Kanzlerin befürwortet einmal mehr Regulierung der Finanzmärkte.
  • weiter

In Buenos Aires Bischof der Armen : Seine Besuche in den Slums haben den Papst stark geprägt. - epa
  • Wurzel aller Kapitalismus-Kritik:
  • Pontifex erlebte Argentinien-Desaster 2001.
  • weiter

Das Geld der anderen Leute, hier parkt ein Teil davon - in Vaduz. - APAweb/REUTERS/Francois Lenoir
  • Einheitlichkeit in Zielsetzung als Thema, aber starke Unterschiede zwischen den 27 Staaten.
  • weiter

Europa im 21. Jahrhundert und immer noch ein Aufreger-Thema die Homosexualität. - APAweb/GEORG HOCHMUTH
  • Reding: Gewalt gegen Homosexuelle unvereinbar mit EU-Grundwerten.
  • weiter

Ungarn droht ein Vergahren wegen Verletzung europäischer Werte, sollte Verfassungsreform nicht zurückgenommen werden. - APAweb / Robert Jäger
  • Ansonsten droht Verfahren wegen Verletzung europäischer Werte.
  • weiter

Die Medien seien durch ein neues Mediengesetz bedroht, während neue Justizgesetze, die unter anderen die Zwangspensionierung von rund 300 Richtern zur Folge hatten, die Unabhängigkeit der Justiz unterhöhlten. - APAweb/HERBERT PFARRHOFER
  • Menschenrechtsorganisation fordert scharfes EU-Vorgehen wegen umstrittener Verfassungsänderungen.
  • weiter

In Buenos Aires Bischof der Armen : Seine Besuche in den Slums haben den Papst stark geprägt. - epa
  • Wurzel aller Kapitalismus-Kritik:
  • Pontifex erlebte Argentinien-Desaster 2001.
  • weiter

Münzenmeer - APAweb/REUTERS/Leonhard Foeger
  • Herstellung der Münzen führte seit 2002 zu Verlust von 1,4 Mrd. Euro.
  • weiter

Durch Preisabsprachen könnte das Benzin für den Endverbraucher teurer geworden sein, vermuten die Kartellwächter der EU und führten Razzien bei den Konzernen BP, Shell und Statoil durch. - reuters
  • Marktverzerrung ist vergleichbar mit Milliarden-Skandal um Libor-Zinssatz.
  • weiter




Werbung




Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung