• vom 28.09.2012, 20:20 Uhr

Europastaaten

Update: 28.09.2012, 21:03 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Deutschlands dienstältester Landeschef nimmt seinen Hut

Kurt Beck tritt ab



  • Malu Dreyer soll 2013 Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz werden.

Der rheinlandpfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat sich doch zum Rücktritt entschlossen. - APAweb / dapd

Der rheinlandpfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat sich doch zum Rücktritt entschlossen. APAweb / dapd

Deutschlands dienstältester Ministerpräsident Kurt Beck tritt überraschend ab - aus gesundheitlichen Gründen. Nach 18 Jahren als Regierungschef von Rheinland-Pfalz macht der angeschlagene 63-Jährige seine Sozialministerin Malu Dreyer (beide SPD) Anfang 2013 zur Nachfolgerin an der Spitze der Regierung. Innenminister Roger Lewentz soll Chef der Landes-SPD werden. Beck war wegen der Nürburgring-Affäre zuletzt stark unter Druck geraten, hatte einen Rücktritt aber bisher abgelehnt und erst vor gut einem Monat ein Misstrauensvotum der CDU überstanden.

"Das hat damit zu tun, dass ich seit einem Krankenhausaufenthalt im letzten Winter (...) weiß, dass ich ein erhebliches Problem mit der Funktion meiner Bauchspeicheldrüse habe", sagte Beck über den Rückzug, nachdem er seine SPD und die Fraktion informiert hatte. "Das ist recht ernst zu nehmen." Beck hatte bisher immer gesagt, er wolle bis 2016 die beiden Ämter behalten, falls seine Gesundheit es zulasse. "Ich kann entweder voll oder gar nicht." Die Entscheidung habe nichts mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun. "Im Gegenteil, weil ich nicht dazu neige, Baustellen, die ich nicht fertigstellen kann, anderen zu übergeben."

Die 51-jährige Dreyer soll Anfang 2013 als erste Frau der Landesgeschichte an die Spitze der rot-grünen Regierung rücken. Sie leidet an Multipler Sklerose, einer chronisch entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems. Dreyer freut sich auf die künftige Aufgabe: "Ich sage es aus ganzem Herzen." Mit Blick auf ihre Krankheit sagte sie: "Ich fühle mich auch kraftvoll und ich fühle mich gesund." Sie werde mitunter auch im Rollstuhl unterwegs sein. Landtagspräsident Joachim Mertes sagte: "Sie ist die Königin der Herzen."

Dreyer war bisher nicht involviert in die Nürburgring-Krise. Die größtenteils landeseigene Besitzgesellschaft der Eifel-Rennstrecke meldete im Juli Insolvenz an. Das Land musste Steuergeld in dreistelliger Millionenhöhe zuschießen, das möglicherweise für immer verloren ist. Die Insolvenz hatte dem Ansehen des Regierungschefs schwer zugesetzt.

Nächste Landtagswahl 2016

2016 steht die nächste Landtagswahl an. Viele in der SPD halten die als kompetent und warmherzig geltende Dreyer für am besten geeignet, der forschen und redegewandten CDU-Landeschefin Julia Klöckner (39) Paroli zu bieten. Die rheinland-pfälzische SPD wählt am 10. November den Landeschef neu - dafür ist Lewentz vorgesehen. Er sagte den Grünen zu, die SPD werde ein verlässlicher Koalitionspartner sein. Beck hatte noch im Juli gesagt, er wolle erneut als Landesvorsitzender kandidieren. Bis vor kurzem hielt er auch an seiner Aussage fest, bei guter Gesundheit bis 2016 regieren zu wollen.




Schlagwörter

Kurt Beck, SPD, Deutschland

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-28 10:49:45
Letzte Änderung am 2012-09-28 21:03:36


Beliebte Inhalte



Budapest übt Schadensbegrenzung nach der Kritik des deutschen Außenministers Guido Westerwelle am ungarischen Premier Viktor Orban. Orban hatte Deutschland wegen eines Nazi-Vergleichs erzürnt, was Westerwelle als "bedauerliche Entgleisung, die wir klar zurückweisen", bezeichnete. - APAweb/EPA/MIGUEL A. LOPES Budapest/Berlin. Budapest übt Schadensbegrenzung nach der Kritik des deutschen Außenministers Guido Westerwelle am ungarischen Premier Viktor Orban...weiter

Die Hände udn Taschen voller Geld, eine schöne Vorstellugn wenn das Gewicht den Wert nicht bei Weitem übertreffen würde. - APAweb/Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Karas regt Druck von 1- und 2-Euro-Scheinen an.
  • weiter

Viktor Orbán. - epa
  • Ungarischer Premier vergleicht Politik Berlins mit Hitlers Besetzung von 1944.
  • weiter

Die Qual der Stromrechnungen. - APAweb/Jens Büttner/dpa
  • Staaten weisen beträchtliche Unterschiede bei Steueranteilen auf.
  • weiter

Aufgebläht - EU-Kommission wird personell aufgestockt. - epa
  • Mitglieder umgehen Bestimmung, die sie einst selbst beschlossen haben.
  • weiter

Die Medien seien durch ein neues Mediengesetz bedroht, während neue Justizgesetze, die unter anderen die Zwangspensionierung von rund 300 Richtern zur Folge hatten, die Unabhängigkeit der Justiz unterhöhlten. - APAweb/HERBERT PFARRHOFER
  • Menschenrechtsorganisation fordert scharfes EU-Vorgehen wegen umstrittener Verfassungsänderungen.
  • weiter

Münzenmeer - APAweb/REUTERS/Leonhard Foeger
  • Herstellung der Münzen führte seit 2002 zu Verlust von 1,4 Mrd. Euro.
  • weiter

In Buenos Aires Bischof der Armen : Seine Besuche in den Slums haben den Papst stark geprägt. - epa
  • Wurzel aller Kapitalismus-Kritik:
  • Pontifex erlebte Argentinien-Desaster 2001.
  • weiter

Durch Preisabsprachen könnte das Benzin für den Endverbraucher teurer geworden sein, vermuten die Kartellwächter der EU und führten Razzien bei den Konzernen BP, Shell und Statoil durch. - reuters
  • Marktverzerrung ist vergleichbar mit Milliarden-Skandal um Libor-Zinssatz.
  • weiter

Viktor Orbán. - epa
  • Ungarischer Premier vergleicht Politik Berlins mit Hitlers Besetzung von 1944.
  • weiter




Werbung




Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof

Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi" Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York.

Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen: 21. 5. 2013: Schwere Zeiten für Fans des glänzenden Metalls: Der Goldpreis erklimmt keine neuen Höhen mehr, das Interesse der Anleger ist merkbar gesunken.

Werbung