• vom 03.10.2012, 22:48 Uhr

Europastaaten

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Portugal setzt auf Steuererhöhungen



  • Regierung in Lissabon stellt ihr Sparprogramm vor und kauft sich am Anleihenmarkt Zeit.

Lissabon. (reu/apa/klh) Portugals Premier Pedro Passos Coelho wurde zuletzt von zwei Seiten in die Zange genommen: Auf der einen Seite löste die Ankündigung seiner Regierung, die Sozialabgaben zu erhöhen, Massenproteste aus, welche die Mitte-Rechts-Regierung ins Wanken brachten. Auf der anderen Seite muss Lissabon massive Einsparungen vornehmen, um die Auflagen für das 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket der EU und des Internationalen Währungsfonds zu erfüllen.

Werbung

Doch nun hat sich die Regierung ein wenig Luft verschafft. Sie hat dem Druck der Straße nachgegeben und die Erhöhung der Sozialabgaben zurückgenommen. Gleichzeitig holte sie sich das EU-Einverständnis der EU, die Lücke durch andere Maßnahmen zu schließen. Finanzminister Vitor Gaspar kündigte am Mittwoch an, dass seine Regierung noch dieses Jahr eine Kapital- und Luxussteuer einführen wird. Die Einkommenssteuer soll durchschnittlich von 9,8 auf 11,8 Prozent steigen. Für 2013 ist eine weitere Anhebung geplant. Außerdem will Lissabon 2013 die Finanztransaktionssteuer einführen. Portugal gehört neben Deutschland, Frankreich und Österreich zu jenen Ländern, die sich innerhalb der EU für die Einführung der Finanztransaktionssteuer starkmachen. Gaspar räumte ein, dass sich der Haushalt schwächer als erwartet entwickelt habe. Das Land habe nun "einen kritischen Moment" erreicht.

Ungeachtet des - laut Regierung - "gerechteren" Sparkurses hat der Gewerkschaftsdachverband CGTP zum Generalstreik am 14. November aufgerufen.

Unterdessen hat sich Lissabon am Mittwoch erstmals an den Anleihenmarkt gewagt, seitdem das Land 2011 um Hilfe aus dem Euro-Rettungsprogramm gebeten hatte. Mit einem Tausch von kurz- in langfristige Bonds erkaufte sich Portugal etwas Zeit für seine Haushaltssanierung. Wie die Schuldenagentur mitteilte, verkaufte sie für 3,76 Milliarden Euro Anleihen mit einer Laufzeit bis Oktober 2015 und löste damit Anleihen mit einer Laufzeit bis September 2013 ab. Dass dieser Schritt Portugals auf den Märkten geklappt hat, wird als positives Zeichen gewertet.

Großpleiten plagen Spaniens Banken
Neue Hiobsbotschaften kommen jedoch aus Madrid und Athen. Spaniens krisengeschüttelten Banken drohen Belastungen durch zwei Großpleiten. Die beiden spanischen Eigner von Frankreichs größter Immobilienfirma Gecina meldeten am Mittwoch Insolvenz an, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Alteco und MAG Import seien nicht in der Lage gewesen, einen Konsortialkredit von 1,6 Milliarden Euro zurückzuzahlen. Die Banco Popular, die notverstaatlichte Bankia und die NCG Banco sollen Millionensummen zu den Krediten beigesteuert haben. Schon jetzt brauchen Spaniens Banken fast 60 Milliarden Euro Kapital. Madrid hat dafür bereits EU-Hilfen beantragt.

Griechenlands Wirtschaft soll 2013 erneut um 5 Prozent schrumpfen: Das prognostiziert laut Insidern die Troika. Die Regierung habe bisher hingegen nur ein Minus von 3,8 Prozent erwartet.




Schlagwörter

Portugal

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-03 18:02:03
Letzte Änderung am 2012-10-03 22:14:02


Beliebte Inhalte



Csatary soll bei der Deportation von 12.000 Juden eine Schlüsselrolle gespielt haben. - reuters
  • Der heute 98-Jährige lebte 15 Jahre lang unbehelligt in Ungarn.
  • weiter

  • Der Außenminister des Kosovo war Gast am Europa-Forum in Göttweig.
  • weiter

Nur im Qemal Stafa Stadium sind sich die Albaner einig, wie hier am 7. Juni beim Spiel gegen Norwegen. - APAWeb / Reuters - Celi
  • Wahlkampf mit Straßeneröffnungen und historischen Slogans
  • weiter

  • EU-Beitritt am 1. Juli trifft Kroatien in der Rezession - Geldgeber gesucht.
  • weiter

Ein bedeutsamer Handschlag: die Premiers des Kosovo Thaci (2. von r.) und Serbiens, Dacic . - apa
  • Historisches Treffen unter der "Schirmherrschaft" Österreichs.
  • weiter

Mit Wasserwerfern geht die Polizei in Ankara gegen Demonstranten vor. - APAweb / Reuters / Dado Ruvic
  • Wasserwerfer gegen Demonstranten in Ankara in Stellung gebracht.
  • weiter

Gustl Mollath erhält ein neues Verfahren und die Chance auf einen fairen Prozess. - reuters
  • Causa bringt Bayerns Justiz und CSU-Ministerin Beate Merk in Bedrängnis.
  • weiter

Die Demonstranten setzen ihre Proteste gegen die türkische Regierung in Ankara und Istanbul fort. Die Polizei geht aber wieder gewaltsam vor. - APAweb / AP, Burhan Ozbilici
  • Lage in der Türkei spitzt sich zu
  • weiter

Beim Finale des Herren-Tennis-Turniers in Paris versucht ein junger Mann, Aufmerksamkeit zu erregen. - APAweb / EPA, Caroline Blumberg In Frankreich tobt der Kampf gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Eine rechte Gruppe, die sich Hommen nennt, versucht seit einigen Monaten...weiter

T-Shirts von Mustafa Kemal Atatürk werden beim Taksim-Platz in Istanbul verkauft. Die Proteste gehen weiter. - APAweb / Reuters, Stoyan Nenov
  • Auch in Ankara sind Kundgebungen geplant.
  • weiter




Werbung




Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk.

Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt. 18.6.2013: Heute herrscht in Österreich wieder Badewetter: Über 35 Grad Celsius werden erwartet.

Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück. Ein frömmelnder Heuchler schleicht sich in das Vertrauen eines alten Patriarchen und versucht, sich alles anzueignen, was diesem teuer ist: Frau, Haus und Tochter. Abgespielt hatte sich das Ganze in der Wohnküche eines Landhauses, auf den Brettern des Akademietheaters. Im Bild: Gert Voss (r.) als "Orgon", Edith Clever (m.) als "Dorine" und Adina Vetter als "Marianne".

Werbung