Athen. Griechenland bereitet derzeit eine zweite Privatisierungswelle vor, um mit den Einnahmen die Staatsschulden zu reduzieren. In den kommenden Monaten sollen einige bedeutende Vermögenswerte und Beteiligungen zum Verkauf ausgeschrieben werden, kündigte der Chef der für Privatisierungen zuständigen Agentur HRADF, Yannis Emiris. Unter anderem will sich das Land von zwei seiner größten Häfen - Piräus und Thessaloniki - sowie vom Flughafen Athen trennen. Auch die Wassergesellschaft Thessaloniki Water steht auf der Liste.
Die Trennung von Staatseigentum ist ein wichtiger Bestandteil der Sanierung des Haushalts. Bislang sind die Bemühungen aber eher schleppend verlaufen. Die Einnahmen aus dem Verkauf staatlicher Firmen oder Anteile belaufen sich seit Mai 2010 auf lediglich rund 1,6 Milliarden Euro.
Athen besorgt sich frisches Geld
Indessen hat sich der Staat am Dienstag mit einer Geldmarktauktion kurzfristig 1,625 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgt. Dies teilte die Schuldenagentur PDMA mit. Die Laufzeit der Papiere beträgt drei Monate und der Zinssatz 4,24 Prozent. Er liegt damit leicht niedriger als im vergangenen Monat. Damals betrug der Zinssatz 4,31 Prozent.
Griechenland leiht sich immer wieder für kurze Zeit Summen am Geldmarkt, um seine leeren Kassen zu füllen. An Kredite mit längerer Laufzeit von fünf bis zehn Jahren ist derzeit jedoch nicht zu denken. Das Land hängt daher am Tropf der Rettungshilfen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF).