New York. Die Ratingagentur Moody's hat Spanien vor einer Herabstufung seiner Bonitätsnote auf Ramschniveau bewahrt. Moody's bestätigte am Dienstagabend die Bewertung "Baa3", setzte aber den Ausblick auf negativ. Wegen der Unterstützung des Landes durch die Euro-Zone und die Europäische Zentralbank sowie der Anstrengungen der spanischen Regierung sei davon auszugehen, dass das Land weiter zu annehmbaren Zinsen Zugang zu den Kapitalmärkten haben werde, erklärte die Agentur zur Begründung. So gewinne Spanien Zeit, um seine öffentlichen Schulden in den kommenden Jahren zu stabilisieren.
Spanien leidet noch immer an den Folgen eines Immobilienbooms, der mit der Finanzkrise abrupt endete. Für seine Bankenbranche hat das Land bereits Milliardenhilfen zugesagt bekommen. Die Regierung in Madrid zögert aber, für das Land insgesamt einen Hilfsantrag zu stellen. Damit wären Spar- und Reformauflagen verbunden.
Die Konkurrenzagentur Standard & Poor's bewertet Spanien mit der Note "BBB-", während Fitch die Kreditwürdigkeit noch eine Stufe höher bei "BBB" sieht. Bei beiden Agenturen ist der Ausblick ebenfalls negativ.
Analystin: Unbezahlbar hohe Zinsen würden zu Ramschstatus führen
Moody's-Analystin Kathrin Mühlbronner warnte in einem Reuters-Interview, dass der Ramschstatus für Spanien unvermeidlich wäre, wenn das Land von den Kapitalmärkten abgeschnitten wäre. Dazu zählten auch unbezahlbar hohe Zinsen. Ein umfassendes Hilfsprogramm sei mit einer Bewertung oberhalb des Ramschniveaus unvereinbar.
Die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen betrug am Dienstag 5,792 Prozent. In diesem Jahr wurden aber auch schon Werte über sieben Prozent erreicht. Würde die Bonitätsnote auf Ramschniveau gesenkt, könnten die Renditen steigen, weil manche Investoren dann gezwungen wären, ihre Papiere zu verkaufen.
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