• vom 19.10.2012, 14:03 Uhr

Europastaaten

Update: 19.10.2012, 14:05 Uhr
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Verteidigungsrede des Ex-Premiers vor Gericht

Berlusconi bei Ruby-Prozess: "Kein Sex mit Minderjähriger"



  • Italiens Ex-Ministerpräsident betont: "Habe niemals eine Frau bezahlt"

Berlusconi vor gericht: Kein Sex mit Minderjähriger und auch niemals eine Frau bezahlt.

Berlusconi vor gericht: Kein Sex mit Minderjähriger und auch niemals eine Frau bezahlt.APAweb/REUTERS/Stringer/Sebastien Pirlet/Files Berlusconi vor gericht: Kein Sex mit Minderjähriger und auch niemals eine Frau bezahlt.APAweb/REUTERS/Stringer/Sebastien Pirlet/Files

Rom. Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist am Freitag bei einer Gerichtsverhandlung im sogenannten Ruby-Prozess erschienen, bei dem er wegen Sex mit einer Minderjährigen und wegen Amtsmissbrauchs angeklagt ist, und hielt eine Verteidigungsrede. Der 76-Jährige bestritt entschieden sexuelle Kontakte zu Ruby. Er könne "mit absoluter Sicherheit ausschließen", dass es bei den Partys "Szenen sexueller Art" gegeben habe. "Ich war überzeugt, sie wäre 24 Jahre alt, wie sie mir gesagt hatte", erklärte Berlusconi.

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  "Man hat rund um die Abende in meiner Privatresidenz mit verleumderischen Absicht viel fantasiert", kommentierte Berlusconi. Damit sei eine unerträgliche Einmischung in sein Privatleben entstanden. Die Feiern, die unter dem Begriff "Bunga Bunga" bekannt wurden, seien lediglich Diners in einem großen Speisesaal gewesen, in denen er die Aufmerksamkeit der Gäste mit Liedern und Gesprächen über Sport und Politik "monopolisierte".

  Der Medienzar versicherte vor Gericht, dass er niemals die Frauen bezahlt habe, die an Partys in seiner Villa in Arcore bei Mailand teilnahmen. Seine weiblichen Gäste seien keine Prostituierten gewesen. Der TV-Unternehmer versicherte, dass er in seinem Leben nie eine Frau für Sex bezahlt habe. Der Ex-Premier bestätigte, dass er Zeuginnen in dem gegen ihn laufenden Prozess Geld zukommen hat lassen. "Sie sind von den Ermittlungen der Mailänder Staatsanwälte ruiniert worden", klagte Berlusconi in Bezug auf die jungen Frauen, die an seinen Partys teilnahmen. Die Ermittlungen gegen ihn bezeichnete der Ex-Premier als "monströse Verleumdungsoperation".

  Berlusconi wird Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er die junge Marokkanerin Karima el Marugh alias Ruby mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreit haben soll. Er habe geglaubt, dass sie Mubaraks Nichte sei und dann diplomatische Probleme mit Ägypten vermeiden wollen, hatte er gesagt. Die junge Frau, die an ausschweifenden Partys in Berlusconis Villa teilgenommen und von ihm Geld erhalten haben soll, war im Mai 2010 wegen Diebstahls festgenommen worden. Berlusconi bestritt vor Gericht, dass er Druck auf die Polizei für die Freilassung Rubys gemacht habe. "Ich war verblüfft, als ich erfahren habe, dass Ruby minderjährig war und dass sie mir falsche Informationen über ihre Identität gegeben hatte", so Berlusconi.

  Berlusconi hatte bereits im vergangenen April an einer Gerichtsverhandlung im Ruby-Prozess teilgenommen, der vor zehn Tagen nach einer mehrmonatigen wieder aufgenommen worden war. Der Prozess läuft seit April 2011. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mailänder TV-Unternehmer eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-19 14:03:59
Letzte Änderung am 2012-10-19 14:05:22


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