• vom 15.03.2013, 15:20 Uhr

Europastaaten


UN-Menschenrechtskommission

UN-Menschenrechtskommission kritisiert jüngste Maßnahmen Orbans




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • "Verfassungsänderungen in Ungarn Schlag für Rechtsstaat"

Budapest/Genf. Das UN-Menschenrechtskommission hat die Verfassungsänderungen in Ungarn scharf kritisiert. Die Maßnahmen seien ein Schlag für die Unabhängigkeit des Justizsystems des Landes, erklärte der Sprecher Rupert Colville am Freitag in Genf. Die Änderungen seien ohne angemessene öffentliche Diskussion erfolgt, die Inhalte könnten "tiefgreifende Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Menschenrechte durch das ungarische Volk" nach sich ziehen. Bedroht seien "die Unabhängigkeit der Justiz, die Autorität und Rechtsprechung des Verfassungsgerichts" und "der Rechtsstaat an sich".

Werbung

  Die Änderungen waren am Montag von der konservativen Regierungsmehrheit von Ministerpräsident Viktor Orban beschlossen worden. Zu den Kernpunkten zählt die weitgehende Entmachtung des Verfassungsgerichts. Dem Staatspräsidenten wird nur noch das Recht zugestanden, Gesetze auf Formfragen zu überprüfen. Zahlreiche EU-Regierungen hatten die Verfassungsänderung als Verstoß gegen europäische Werte kritisiert. Orban wies Kritik an den Maßnahmen zurück. Seit seinem Amtsantritt 2010 ist es bereits die vierte von ihm vorangetriebene Verfassungsänderung.

  Der Vorsitzende der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, Markus Ferber, erklärte am Freitag, Ungarn schränke "ungeniert zum wiederholten Male Grundrechte ein und erlässt Verfassungsänderungen, die nicht mit dem demokratischen Rechtsverständnis in der EU vereinbar" seien. Die EU-Kommission forderte er auf, zu prüfen, ob die Verfassungsänderung mit den europäischen Regeln vereinbar sei. Gegebenenfalls könne ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet werden.




Leserkommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.






Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2013-03-15 15:21:51


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wen wollen Sie nach Brüssel schicken?
  2. Taumelnder Riese
  3. Europa und die Ukraine, Vergangenheit und Zukunft
  4. "Partner und Freund"
  5. Entdecktes Treibgut könnte von Boeing stammen
Meistkommentiert
  1. Ukrainische Truppen laufen zu Separatisten über
  2. Wen wollen Sie nach Brüssel schicken?
  3. Mehr Flugzeuge, Schiffe und Soldaten ins östliche NATO-Gebiet
  4. 99.999.990 Dollar für Erdogans Spross
  5. Aufmarsch beunruhigt Nato

Werbung




"Ein tiefer Fall führt oft zu höherm Glück." ("Cymbeline", vierter Akt, zweite Szene)

Die Grünen, die sich auch als Antikorruptionspartei positionieren, enthüllen ihre Plakate - einmal gegen krumme Geschäfte ... Francesca Woodman, Untitled, Rome, Italy, 1977–1978/2006
Schwarz-Weiß-Silbergelatineabzug auf Barytpapier.

23.4.2014 - Einsatzkräfte sorgen mit Wasserwerfern und körperlichem Einsatz für Ruhe und Ordnung bei einer Demonstration gegen den Besuch von US-Präsidenten Barack Obama vor der US-Botschaft in Manila. Mal Ungeheuer, mal erotischer Verführer. Vampire und Vampirinnen haben viele Gesichter.

Werbung