• vom 08.08.2013, 13:37 Uhr

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Update: 08.08.2013, 13:42 Uhr

Vatikan

Papst Franziskus geht gegen Geldwäsche vor




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  • Kompetenzen der Finanzaufsicht erweitert
  • Motu Proprio verkündet.

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat am Donnerstag ein sogenanntes Motu Proprio verkündet, das unter anderem Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus enthält. Mit dem Erlass sollen die Kompetenzen der 2010 eingerichteten Finanzaufsicht des Vatikans (AIF) erweitert werden, wie die vatikanische Pressestelle berichtete. Die vatikanischen Gesetze für mehr Transparenz in Finanzangelegenheiten würden auf die verschiedenen Dikasterien der römischen Kurie, auf andere vom Heiligen Stuhl abhängige Institutionen sowie auf Organisationen mit Sitz im Vatikan ausgedehnt, hieß es.

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Mit diesem Motu Proprio unterstreiche der Papst das Engagement des Heiligen Stuhls für mehr Transparenz, so die vatikanische Pressestelle. Der Erlass knüpfe an das Motu Proprio an, mit dem Benedikt XVI. Ende 2010 die Finanzaufsicht AIF eingerichtet hatte. Mit dem Dekret wurde damals auch ein für den Vatikan geltendes Gesetz gegen Geldwäsche und die Finanzierung des Terrorismus bekannt gegeben. Demzufolge wird Geldwäsche mit zwölf Jahren Haft bestraft. 15 Jahre Haft sind bei Vergehen vorgesehen, die mit Terrorismus und umstürzlerischen Aktionen zusammenhängen. Bei Betrug auf Kosten des Vatikanstaats und Missbrauch vertraulicher Informationen ist mit bis zu sechs Jahren Haft zu rechnen.

Reform der Vatikanbank

Papst Franziskus bemüht sich um mehr Transparenz im vatikanischen Finanzsystem. So hatte er Ende Juni eine beratende Kommission zur Reform der Vatikanbank IOR eingerichtet. Die Kommission steht unter der Leitung des Kardinals Renato Farina und soll eine "bessere Harmonisierung der Vatikanbank mit der universalen Mission der Kirche und des Vatikans" möglich machen. Die fünfköpfige Kommission soll Informationen über die Arbeit der IOR sammeln und die Resultate ihrer Überprüfung dem Papst vorlegen.

Die Finanzaufsicht des Vatikans (AIF) ist vor wenigen Wochen der internationalen Anti-Geldwäsche-Organisation Egmont beigetreten. Das Bündnis aus mehr als 130 nationalen Ermittlungsstellen ließ die AIF auf ihrer Plenartagung als neues Mitglied zu. Das zeige "die Anerkennung der systematischen Bemühungen des Vatikans bei der Verfolgung und Bekämpfung von Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus", sagte AIF-Direktor Rene Brülhart.




Schlagwörter

Vatikan, Geldwšsche

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2013-08-08 13:40:23
Letzte ńnderung am 2013-08-08 13:42:40



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