• vom 24.10.2014, 17:45 Uhr

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Update: 28.10.2014, 11:44 Uhr

Ebola

Ebola-Panik fordert erstes Todesopfer




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  • In Madrid ist ein Nigerianer gestorben, weil ihm aus Angst vor Ebola von Rettungssanitätern nicht geholfen wurde.
  • Ruanda verordnet Reisenden aus Spanien und den USA Untersuchungen.

New York/Madrid. Wer aus Westafrika in die USA einreist, steht unter Generalverdacht: Passagiere aus Ebola-Gebieten werden an den Flughäfen in New York, Newark, Washington Dulles, Chicago und Atlanta einer Kontrolle in einer Isolierzone unterzogen. Dabei wird ihre Körpertemperatur gemessen und auf Symptome geachtet. Ab Montag werden Passagiere aus den stark betroffenen Ländern nach ihrer Ankunft in den USA drei Wochen lang am Zielort täglich untersucht.

Unterdessen hat die Panik vor Ebola ein erstes Todesopfer gefordert. Auf dem Madrider Flughafen starb ein Afrikaner, weil er aufgrund der Angst der Rettungskräfte vor einer Ebola-Infektion nicht rechtzeitig in ein Krankenhaus gebrach wurde. Der aus Nigeria stammende Mann war nach seiner Ankunft im Flughafengebäude zusammengebrochen. Die Rettungssanitäter alarmierten wegen Ebola-Verdachts ein Expertenteam mit Schutzanzügen. Bis zu dessen Eintreffen sollen mehr als 50 Minuten vergangen sein - am Ende stellte sich jedoch heraus, dass der Patient nicht an Ebola litt, sondern ein Drogenschmuggler war, der mit Kokain gefüllte Plastikkugeln verschluckt hatte, von denen eine geplatzt war.


In Hamburg wiederum hat ein Feuerwehreinsatz in einer Flüchtlingsunterkunft zu Panikreaktionen geführt. Sechs Feuerwehrleute sollten in der Nacht zum Freitag einen unter Fieber und Kopfschmerzen leidenden Bewohner ins Krankenhaus bringen. Da ein Mitbewohner mitgeteilt hatte, der Nachbar des Kranken liege bereits in der Isolierstation einer Klinik, waren die Feuerwehrleute mit Vollschutz im Einsatz. Die Bewohner reagierten mit großer Verunsicherung und blockierten für eine Stunde eine Verkehrskreuzung vor dem Heim.

Retourkutsche
Die Regierung von Ruanda protestiert unterdessen mit einer Retourkutsche gegen die Ebola-Hysterie: Wer aus den USA oder aus Spanien nach Ruanda einreist, muss sich nun ebenfalls auf Ebola testen lassen und in den ersten drei Wochen seines Aufenthalts täglich zwischen 7 und 20 Uhr bei einer Hotline melden und telefonisch seinen Gesundheitszustand durchgeben. Ruanda will damit die internationalen Panikmacher vorführen: In der Vorwoche hatte eine Grundschule im US-Bundesstaat New Jersey verfügt, dass bei zwei Schülern aus Ruanda ab sofort drei Wochen jeden Tag Fieber gemessen wird - sie könnten ja möglicherweise Ebola haben. Allerdings liegt Ruanda nicht in Westafrika, wo das Virus wütet, sondern in Ostafrika. Schließlich entschuldigte sich die Schulleitung in New Jersey und nahm die Maßnahme zurück. Daraufhin lenkte auch Ruanda ein und sagte die Tests ab.




Schlagwörter

Ebola, Panik, Madrid

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Dokument erstellt am 2014-10-24 17:50:03
Letzte ─nderung am 2014-10-28 11:44:33



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