• vom 01.02.2016, 18:40 Uhr

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Update: 02.02.2016, 08:33 Uhr

Deutschland

Studie: Flüchtlinge kosten Deutschland 50 Milliarden Euro




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    Berlin. Die Flüchtlingskrise könnte sich in Deutschland bis Ende 2017 in den öffentlichen Haushalten mit Ausgaben von knapp 50 Milliarden Euro niederschlagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW), berichtet die "Rheinische Post". Damit liegt die Prognose des Kölner Instituts in ähnlicher Größenordnung wie Analysen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und eine Schätzung der Wirtschaftsweisen.

    Flüchtlinge Kosten Deutschland

    Flüchtlinge Kosten Deutschland© IW Köln Flüchtlinge Kosten Deutschland© IW Köln

    Laut IW werden heuer für Unterbringung, Verpflegung und Sprach- und Integrationskurse für rund 1,5 Millionen Asylwerber Kosten von 17 Milliarden Euro anfallen. Im Wahljahr 2017 erhöhten sich diese auf 27,6 Milliarden Euro - unter der Annahme, dass die Zahl der Flüchtlinge auf 2,2 Millionen steigt.

    Nur Schätzungen

    Sollten die Prognosen Realität werden, käme der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble spätestens 2017 nicht mehr ohne Neuverschuldung aus, analysiert das Institut. Allerdings betonte das IW, dass die Schätzungen mit großen Unsicherheiten behaftet sind - die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge und das Tempo der Arbeitsmarktintegration sei nicht vorauszusehen.

    Die Forscher des IfW hatten im Dezember im Zusammenhang mit ihrer - etwas höheren - Schätzung darauf hingewiesen, dass selbst im ungünstigsten Fall die Kosten weniger als zwei Prozent der jährlichen deutschen Wirtschaftsleistung ausmachen würden. Daher stehe die Finanzpolitik zwar vor einer großen Herausforderung, im Vergleich zur Wirtschaftskraft Deutschlands blieben die Kosten aber beherrschbar. Zudem verweisen Ökonomen auch auf eine Umwegrentabilität solcher Ausgaben, die sich in Zusatzeinnahmen des Staates und einem BIP-Wachstum niederschlagen können.

    Die deutsche Bundesagentur für Arbeit (BA) geht aktuell von einer langwierigen Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt aus. "Wenn es gut läuft, werden im ersten Jahr nach der Einreise vielleicht zehn Prozent eine Arbeit haben, nach fünf Jahren ist es die Hälfte, nach 15 Jahren 70 Prozent", sagte BA-Vorstandsmitglied Detlef Scheele. Unter 35-Jährige hätten gute Chancen, sich für eine Arbeit zu qualifizieren. Für über 40-Jährige sei dies schwierig.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-02-01 18:44:05
    Letzte nderung am 2016-02-02 08:33:41



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