• vom 01.12.2016, 06:01 Uhr

Europastaaten

Update: 01.12.2016, 06:53 Uhr

Rechtspopulismus

Angst macht Populisten groß




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  • Wer die Globalisierung fürchtet, der tendiert zu Rechtspopulisten. In Österreich ist die Angst besonders groß.



Protest von Anhängern des Front National.

Protest von Anhängern des Front National.© reuters/Jean Paul Pelissier Protest von Anhängern des Front National.© reuters/Jean Paul Pelissier

Wien/Berlin. (ast/klh) Was treibt die Wähler in die Arme von Populisten? Das wird mit dem Aufstieg rechtspopulistischer Parteien, sei es der Front National in Frankreich, die Alternative für Deutschland oder die FPÖ hierzulande, immer mehr zur Gretchenfrage der europäischen Politik. Unter anderem deshalb steht die österreichische Präsidentenwahl derart im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit. Ein Sieg Norbert Hofers wäre der nächste Beleg des Aufstiegs derjenigen Bewegungen, die vom politischen Rand immer mehr in die Mitte drängen.

Die deutsche Bertelsmann-Stiftung - eine Denkfabrik, die dem (wirtschafts-)liberalen Lager zugeordnet wird - hat nun eine breite EU-weite Untersuchung zu diesem Thema durchgeführt. Das Ergebnis: Es sind vor allem die Globalisierungsängste, die den Populisten Zulauf bescheren. Und diese sind, verglichen mit anderen europäischen Ländern, in Österreich besonders stark ausgeprägt.

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Die Studie greift dabei gleich einmal die aktuelle Diskussion auf, die sich laut den Studienautoren in zwei Stränge teilt. Eine Erklärung für den Aufstieg der Populisten lautet, "dass liberale Werte zu weit in die Mitte der Gesellschaft eingedrungen seien und Themen wie die Gleichstellung von Mann und Frau, die Ehe für Homosexuelle, ethnische Vielfalt nun jene Teile der Gesellschaft, die traditionellen Werten anhängen, so provozieren, dass sie sich politisch organisieren". Andere Erklärmuster betonen "die weitreichenden Folgen der Globalisierung und die Ängste jener, die durch sie verloren haben oder sich sorgen, in Zukunft zu den Verlierern zu gehören".

Werte nicht so entscheidend
Nach der Befragung von 14.900 Menschen in der EU kommt die Studie hierbei zu seinem eindeutigen Schluss: Vor allem Globalisierungsängste lassen Bürger Populisten wählen - viel mehr als die Wertediskussion. Wie sehr jemand traditionellen Werten anhängt, wurde über Fragen zur Kindererziehung gemessen. Wer meint, dass Kinder eher wohlerzogen, respektvoll und gehorsam sein sollen, wurde traditionellen Werten zugeordnet. Wer meint, sie sollten eher unabhängig, eigenverantwortlich und neugierig sein, progressiven Werten. Die Globalisierungsängste wiederum wurden danach gemessen, ob die Befragten die Globalisierung als Chance oder Bedrohung wahrnehmen und wie sie die eigene wirtschaftliche Vergangenheit und Zukunft einschätzen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-11-30 18:14:07
Letzte nderung am 2016-12-01 06:53:35



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