• vom 20.02.2017, 17:43 Uhr

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Update: 20.02.2017, 22:02 Uhr

Montenegro

Gab Kreml Auftrag zu Attentat?




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  • Russland weist Vorwürfe zu Putschversuch in Montenegro zurück.

Miko Djukanovic sollte angeblich ermordet werden. - © ap/D. Vojinovic

Miko Djukanovic sollte angeblich ermordet werden. © ap/D. Vojinovic

Moskau/Podgorica. (apa/reuters) Russland hat Vorwürfe aus Montenegro zurückgewiesen, russische Stellen seien in einen Putschversuch im Oktober gegen den damaligen Regierungschef verwickelt gewesen. Der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow, nannte die Anschuldigungen am Montag in Moskau absurd.

Der montenegrinische Sonderstaatsanwalt Milivoje Katnic hatte am Sonntag erklärt, die Führung in Moskau sei in eine Verschwörung verstrickt gewesen, die den Sturz des damaligen Ministerpräsidenten Milo Djukanovic zum Ziel gehabt habe. Es habe den Plan gegeben, einen prorussischen Oppositionspolitiker an die Macht zu bringen und die Integration Montenegros in die Nato zu unterlaufen. "Wir wissen jetzt, dass staatliche russische Stellen beteiligt waren", sagte Katnic dem Fernsehsender Prva. Es sei Sache des russischen Staates, das aufzuklären.

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Präsidialamtssprecher Peskow sprach von schwerwiegenden Vorwürfen Montenegros, die nicht belegt seien. Russland mische sich nicht in die inneren Angelegenheiten Montenegros ein.

Im kleinen Land an der Adria wurde am 16. Oktober 2016 ein neues Parlament gewählt, Djukanovics Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) ging einmal mehr als Siegerin hervor. Am selben Tag wurden 20 Personen aus dem Nachbarland Serbien festgenommen, die ein Attentat auf Djukanovic und einen Putsch geplant haben sollen. Russland ist traditionell ein enger Verbündeter Serbiens. In Montenegro wirft die Opposition Djukanovic vor, den Vorfall erfunden zu haben, um seine Macht zu erhalten.

Djukanovic war mehr als 20 Jahre mit kurzen Unterbrechungen an der Macht - als Ministerpräsident oder als Präsident. Nach der Oktober-Wahl wurde der Djukanovic-Vertraute Dusko Markovic Regierungschef. Montenegro ist EU- und vor allem Nato-Kandidat, was Moskau ein Dorn im Auge ist.




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Dokument erstellt am 2017-02-20 17:47:05
Letzte ─nderung am 2017-02-20 22:02:21



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