• vom 15.03.2017, 16:36 Uhr

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Update: 15.03.2017, 16:39 Uhr

Pressefreiheit

Deniz Yücel kommt vorerst nicht frei




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Ein Gericht in Istanbul lehnte einen Antrag seiner Anwälte ab.

Istanbul. Der in der Türkei inhaftierte deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel kommt vorerst nicht frei. Ein Gericht in Istanbul lehnte am Mittwoch einen entsprechenden Antrag der Anwälte des "Welt"-Journalisten ab.

Yücel war Ende Februar festgenommen worden. Die Behörden werfen ihm Propaganda für eine Terrororganisation und Volksverhetzung vor. Es ist der erste deutsche Journalist, der im Zuge der Massenfestnahmen nach dem fehlgeschlagenen Putsch von 15. Juli in der Türkei verhaftet wurde. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehneinhalb Jahre Haft.

Yücels Anwälte hatten vorige Woche einen Antrag auf seine Freilassung gestellt. Am Mittwoch entschied aber ein Gericht in Istanbul, die Art und Weise seiner Berichterstattung habe die Grenzen der Pressefreiheit überschritten. "Die Schlagzeilen, Bilder, Ausdrücke, die Sprache und der Ton in der Berichterstattung des Angeklagten können nicht innerhalb des Rahmens des Journalismus und der Pressefreiheit bewertet werden", hieß es in dem Richterspruch.

Die Behörden hatten Yücel festgenommen, nachdem er über Emails berichtet hatte, die ein linkes Hacker-Kollektiv angeblich vom privaten Account von Berat Albayrak, dem türkischen Energieminister und Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan, erhalten hatte.

Die über Yücel verhängte Untersuchungshaft kann fünf Jahre dauern, bis es zur Freilassung oder zum Prozess kommt. Eine Betreuung des Journalisten durch die deutsche Botschaft wurde ihm bisher verweigert.





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Dokument erstellt am 2017-03-15 16:38:51
Letzte nderung am 2017-03-15 16:39:06



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