• vom 20.04.2017, 21:29 Uhr

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Update: 21.04.2017, 10:49 Uhr

Frankreich

Tödliche Schüsse auf der Champs-Élysées




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Von WZ Online, APA, Reuters, dpa

  • Polizist bei mutmaßlichem Anschlag in Paris getötet, IS reklamiert Tat für sich.

Das Gebiet um den Tatort wurde großräumig abgesperrt, die Sicherheitsmaßnahmen in Paris wurden massiv verstärkt. - © APAweb / Reuters, Christian Hartmann

Das Gebiet um den Tatort wurde großräumig abgesperrt, die Sicherheitsmaßnahmen in Paris wurden massiv verstärkt. © APAweb / Reuters, Christian Hartmann

Forensiker am Tatort.

Forensiker am Tatort.© APAweb/Ap, Zihnioglu Forensiker am Tatort.© APAweb/Ap, Zihnioglu

Paris. Drei Tage vor Beginn der Präsidentschaftswahl kam es in Frankreich offenbar zu einem neuen Anschlag: Bei einem Angriff auf Polizisten auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées wurden am Donnerstagabend nach Regierungsangaben ein Beamter und der Schütze getötet und drei weitere Menschen verletzt. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Laut Ermittlerkreisen war der 39-jährige Täter bereits polizeibekannt. Präsident Francois Hollande sagte nach einer Krisensitzung, die Regierung sei überzeugt davon, dass der Angriff einen "terroristischen Hintergrund" habe. Der Schütze habe gezielt auf Polizisten und ihren Wagen gefeuert, bevor er erschossen wurde.

Unter den drei Verletzten ist nach Angaben Hollandes neben zwei Polizisten auch eine Touristin. Sie soll laut Polizei durch einen Splitter leicht verletzt worden sein. Ihre Nationalität wurde nicht mitgeteilt.

Auf der Champs-Élysées in Paris kam es Donnerstagabend zu einem Anschlag durch die Terrormiliz IS.

Auf der Champs-Élysées in Paris kam es Donnerstagabend zu einem Anschlag durch die Terrormiliz IS.© APAweb / AP, Kamil Zihnioglu Auf der Champs-Élysées in Paris kam es Donnerstagabend zu einem Anschlag durch die Terrormiliz IS.© APAweb / AP, Kamil Zihnioglu

Landesweites Gedenken 

Des getöteten Polizisten soll Freitag früh landesweit gedacht werden. Zudem berief Hollande für Freitag eine Sitzung des nationalen Sicherheitskabinetts ein. Bei der bevorstehenden Präsidentenwahl werde für äußerste Sicherheit gesorgt, versprach er. Nach zahlreichen islamistisch motivierten Anschlägen gilt in Frankreich noch immer der Ausnahmezustand. Zu dem Angriff von Donnerstagabend bekannte sich der IS über sein Propaganda-Sprachrohr Amaq.

Die Antiterror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Ihr Leiter Francois Molins erklärte, der Täter sei "bekannt" und seine Identität "verifiziert". Details wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus Ermittlerkreisen, dass der Angreifer - ein 39-jähriger Franzose - wegen zwei Angriffen mit Schusswaffen auf zwei Polizisten und einen dritten Mann 2005 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war. Er soll vor dem Angriff die Absicht geäußert haben, Polizisten zu töten. Die Behörden durchsuchten eine Wohnung in einem Pariser Vorort, in der der Mann zuletzt gewohnt haben soll.

Metro-Stationen gesperrt

Ein Polizeivertreter sagte, der Angreifer sei in einem Auto vorgefahren und ausgestiegen. Er habe mit einer Automatikwaffe auf das Polizeifahrzeug geschossen. "Er hat einen der Polizisten getötet und versucht, im Laufen noch weitere zu treffen."

Die Sicherheitskräfte riegelten die Champs-Élysées nach dem Angriff weiträumig ab, sperrten mehrere Metro-Stationen und riefen die Bevölkerung auf, den Bereich zu meiden. Über dem Boulevard kreiste ein Hubschrauber. Der Besitzer eines Restaurants nahe den Champs-Elysees sagte AFP, es sei ein kurzer, aber intensiver Schusswechsel zu hören gewesen. "Wir haben unsere Kunden im Keller versteckt."

Sicherheitsmaßnahmen

In Frankreich sind vor der Wahl tausende Polizisten und Soldaten im Einsatz. Seit den islamistischen Anschlägen im November 2015 gilt der Ausnahmezustand. Bei Anschlägen 2015 und 2016 wurden insgesamt 238 Menschen getötet.

Der Angriff auf den Champs-Elysees ereignete sich während einer Serie von Live-Interviews mit den elf Präsidentschaftskandidaten im Sender France 2. Die Präsidentschaftskandidaten Marine Le Pen, Emmanuel Macron und Francois Fillon sagten für Freitag geplante Wahlkampfveranstaltungen ab. Zahlreiche französische Politiker äußerten sich bestürzt und verurteilten die Tat.





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Dokument erstellt am 2017-04-20 21:30:36
Letzte nderung am 2017-04-21 10:49:39



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