• vom 22.04.2017, 11:52 Uhr

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Update: 22.04.2017, 11:54 Uhr

Deutschland

Ein Parteitag als Zerreißprobe




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  • Die AfD hat bei ihrem Treffen in Köln jede Menge interne Streitigkeiten zu klären.

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat mit ihrem Alleingang für einen Machtkampf gesorgt. - © reuters/Wolfgang Rattay

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat mit ihrem Alleingang für einen Machtkampf gesorgt. © reuters/Wolfgang Rattay

Köln/Wien. (klh) Bei der Anreise zur Hochzeit gibt es Polizeischutz: Rund 16 Paare wollen sich laut lokalen Medien an diesem Samstag im Kölner Rathaus das Ja-Wort geben. Und damit just an dem Wochenende, an dem die Alternative für Deutschland (AfD) ihren Parteitag in dem ebenfalls in der Kölner Innenstadt gelegenen Maritim Hotel abhält. Das Treffen der Rechtsaußenpartei ruft wiederum jede Menge Demonstranten auf den Plan. Seit Wochen rufen verschiedene Bündnisse zu Kundgebungen gegen die AfD auf, zehntausende Teilnehmer werden erwartet. Das bedeutet: Gesperrte Straßen, eine überfüllte Innenstadt, Furcht vor Randalen. Deshalb begleiten Polizisten die Hochzeitspaare bei ihrer Anreise zum Rathaus.

Für die Beamten könnte die Paarbegleitung noch zu den einfacheren Aufgaben an diesem Wochenende zählen. Denn die Furcht vor Ausschreitungen hat einen realen Hintergrund. Gruppen wie die lokale Antifa oder das Bündnis "Solidarität statt Hetze" wollen den AfD-Parteitag durch Blockaden verhindern.

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Der Präsident der Kölner Polizei Jürgen Mathies ging in einer Pressekonferenz davon aus, "dass mehrere tausend Linksextreme nach Köln kommen werden" - unter denen sich "mehrere hundert gewaltbereite Personen befinden". Mathies machte klar, dass die Polizei Blockaden nicht akzeptieren würde. Die AfD habe als nicht verbotene Partei das Recht, sich zu versammeln.

Diese krawallbereiten Demonstranten unterscheiden sich von den Gruppierungen, die mit bunten Kundgebungen und Konzerten ein Zeichen für Toleranz setzen wollen. Kirchen, Karnevalsvereine oder auch parteinahe Organisationen wollen so ihrem Unmut mit der AfD Ausdruck verleihen. Dafür haben sich auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz oder Grünen-Chef Cem Özdemir angekündigt.

Turbulent dürfte es auch im Maritim Hotel beim Parteitag selbst zugehen. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat in dieser Woche mit einem Alleingang für einen Machtkampf in der jungen Partei gesorgt.

Petry hatte - offenbar ohne das mit der restlichen Parteispitze abzusprechen - in einem Video angekündigt, dass sie auf eine Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl im Herbst verzichte. Sie begründet dies mit innerparteilichen Streitigkeiten. Zudem will Petry bei dem Treffen von 600 Delegierten eine Grundsatzfrage beantwortet wissen: Nämlich ob sich die AfD als reine Oppositionspartei definieren oder langfristig als möglicher Koalitionspartner wahrgenommen werden will.

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Dokument erstellt am 2017-04-21 17:57:08
Letzte nderung am 2017-04-22 11:54:27



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