• vom 08.05.2017, 09:20 Uhr

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Update: 08.05.2017, 10:57 Uhr

Frankreich

Erst Lehrerin, jetzt Premiere Dame




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Von WZ Online, APA, afp, Fabian Erik Schlüter

  • Brigitte Macron ist 25 Jahre älter als der neue Präsident und war einst seine Lehrerin.

Beraterin, Redenschreiberin, Ehefrau und künftig Premiere Dame: Brigitte Macron.

Beraterin, Redenschreiberin, Ehefrau und künftig Premiere Dame: Brigitte Macron.© APA, ap, Thibault Camus Beraterin, Redenschreiberin, Ehefrau und künftig Premiere Dame: Brigitte Macron.© APA, ap, Thibault Camus

Paris. Emmanuel und Brigitte Macron werden als wohl ungewöhnlichstes Präsidentenpaar der französischen Geschichte in den Elysee-Palast einziehen. Nicht nur ist die Ehefrau des frisch gewählten Staatschefs 25 Jahre älter als ihr Mann - sie war zu Schulzeiten auch seine Lehrerin. Kein Wunder, dass die Beziehung der beiden nicht nur in Frankreich für Schlagzeilen gesorgt hat.

Mit 64 Jahren wird Brigitte Macron, Spitzname "Bibi", nun die Premiere Dame ihres Landes. Eine Rolle, der die frühere Französisch-und Theaterlehrerin augenscheinlich entgegen gefiebert hat. Von der früheren Premiere Dame Carla Bruni-Sarkozy hat sie schon Tipps für die Imagepflege als Bewohnerin des Präsidentenpalastes erbeten. Und Emmanuel Macron hat angekündigt, einen eigenen Status für die Premiere Dame zu schaffen, um ihre Rolle klar zu definieren.

Glücksfall für Klatschpresse

Ähnlich wie einst Nicolas Sarkozy und das Ex-Topmodel Bruni sind Emmanuel und Brigitte Macron ein Glücksfall für die Klatschpresse. "Paris Match", das bekannteste aller französischen People-Magazine, bringt das Paar regelmäßig auf die Titelseite, unter anderem im Badeanzug beim Sommerurlaub.

Zu verlockend ist die Geschichte über den parteilosen Ex-Wirtschaftsminister, der sich als Jugendlicher in seine verheiratete Lehrerin verliebte; deren Kinder so alt sind wie er und die heute siebenfache Großmutter ist.

Großmütterlich aber tritt die Politikergattin beileibe nicht auf: Die blonde, schlanke und braun gebrannte Mittsechzigerin mit dem breiten Lächeln ist bekannt für ebenso todschicke wie körperbetonte Garderobe: Wo er manchmal etwas steif und brav wirkt, verstrahlt sie unbekümmerte Lebensfreude.

Zu allgegenwärtig

Manch einer lästert allerdings, die 64-Jährige übertreibe es mit kurzen Kleidern und hohen Absätzen ein wenig. Und mancher empfand sie im Wahlkampf ihres Mannes als etwas zu allgegenwärtig.

Brigitte Macron saß nicht nur bei Auftritten ihres Mannes stets in der ersten Reihe. Sie war auch eine wichtige Beraterin, bereitete seine Auftritte mit vor, feilte an seinen Reden. Manchmal wirkte es, als sei sie noch immer seine Lehrerin - wie einst am Jesuitengymnasium La Providence im nordfranzösischen Amiens, wo sich die beiden kennenlernten.

Macron war damals 15 Jahre alt und besuchte einen Theaterkurs, den die damals in erster Ehe verheiratete Brigitte Auziere leitete. Im folgenden Schuljahr überarbeiteten beide gemeinsam ein Theaterstück für eine Aufführung. "Das Schreiben hat uns jeden Freitag zusammengebracht und eine unglaubliche Nähe ausgelöst", beschrieb Brigitte Macron die Anfänge der Beziehung später in "Paris Match". "Ich spürte, dass ich ins Wanken geriet, und er auch."

Hochzeit 2007

Natürlich schien eine solche Beziehung zunächst undenkbar. Die aus der angesehenen Chocolatiers-Familie Trogneux stammende Lehrerin überzeugte ihren Schüler, Amiens zu verlassen und an das Pariser Elitegymnasium Henri IV zu wechseln. Beide blieben aber in engem Kontakt. Mit 17 Jahren soll Macron versprochen haben: "Egal, was Sie tun: Ich werde Sie heiraten."

2007 war es so weit: Das Paar heiratete im nordfranzösischen Badeort Le Touquet. Und Brigitte Macron begleitete den kometenhaften Aufstieg ihres Mannes.

Im Wahlkampf kokettierte Macron mit der ungewöhnlichen Ehe, stärkte sie doch seinen Nimbus als Mann, der sich nicht um Konventionen schert und Widerstände überwindet. Seine Familie sei "ein wenig anders", sagte er vor Anhängern, "und ich stehe vollkommen dazu".

Brigitte Macron selbst kommentierte den Altersunterschied mit einer gewissen Selbstironie. "Emmanuel muss es heuer schaffen", sagte sie vor der Präsidentschaftswahl zu Bekannten. "Stellt euch nur vor, wie ich in fünf Jahren aussehen werde." Fünf Jahre muss sie nun nicht mehr warten - "Manu" und "Bibi" werden in wenigen Tagen in den Elysee-Palast einziehen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-05-08 09:21:09
Letzte ńnderung am 2017-05-08 10:57:39



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