• vom 09.06.2017, 10:53 Uhr

Europastaaten

Update: 09.06.2017, 11:44 Uhr

Spanien

Losgelöst von Madrid




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Kataloniens Regierung kündigt Unabhängigkeitsreferendum an. Spaniens Regierung ist not amused.

Demonstranten mit einer Estelada, der katalanischen Unabhängigkeitsfahne. - © APA, afp, Gerard Julien

Demonstranten mit einer Estelada, der katalanischen Unabhängigkeitsfahne. © APA, afp, Gerard Julien

Kabinettssitzung der katalanischen Regionalregierung mit Carles Puigdemont in der Mitte vor der Verlautbarung des Referendums.

Kabinettssitzung der katalanischen Regionalregierung mit Carles Puigdemont in der Mitte vor der Verlautbarung des Referendums.© APAaweb/AFP, Puigdemont Kabinettssitzung der katalanischen Regionalregierung mit Carles Puigdemont in der Mitte vor der Verlautbarung des Referendums.© APAaweb/AFP, Puigdemont

Madrid/Barcelona. Der Regierungschef Kataloniens, Carles Puigdemont, heizt die Unabhängigkeitsdebatte in der nordostspanischen Provinz wieder an. Er kündigte am Freitag in Barcelona an, am 1. Oktober dieses Jahres eine Volksabstimmung über die Loslösung von Spanien abhalten zu wollen. Die spanische Zentralregierung in Madrid bezeichnet dieses Vorgehen aber als illegal.

Laut spanischen Medienberichten will Puigdemont den Katalanen im Herbst folgende Frage stellen: "Möchten Sie, dass Katalonien ein unabhängiger Staat in Form einer Republik ist?". Erst kürzlich hatte das spanische Verfassungsgericht ein Unabhängigkeitsreferendum in der autonomen Region neuerlich untersagt. Der separatistische Regierungschef betont aber weiter, Katalonien werde sich auch von einem "Nein" Madrids nicht stoppen lassen.

Gespaltene Katalanen

Die Katalanen sind allerdings gespalten, was ihre mögliche Unabhängigkeit betrifft. Eine Mehrheit der Katalanen wünscht sich aber ein Referendum. Als Zeichen, dass sie die Möglichkeit haben, selbst über ihre Zukunft zu entscheiden.

Der frühere katalanische Präsident Artur Mas hatte trotz eines vom spanischen Verfassungsgericht verhängten Verbots am 9. November 2014 einen symbolischen Volksentscheid über die Abspaltung der Region von Spanien durchführen lassen. An der Volksbefragung hatten damals etwa 2,3 der 6,3 Millionen Stimmberechtigten teilgenommen, mehr als 80 Prozent von ihnen stimmten für die Unabhängigkeit. Mas war von 2010 bis 2016 Regionalpräsident von Katalonien.

Die spanische Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy lehnt eine Abspaltung der wirtschaftsstärksten Region des Landes strikt ab und bezeichnet sie als verfassungswidrig. Teile der katalanischen Gesellschaft fühlen sich von Madrid aber unterdrückt. Die Region hat ihre eigene Sprache und ist wirtschaftlich stärker als der Rest von Spanien.

Werbung



2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-09 10:53:57
Letzte nderung am 2017-06-09 11:44:01



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Lindner gibt den Jamaika-Bremser
  2. "Ein Kasperl Straches"
  3. Ein Sinnbild der Einsamkeit
  4. Das nächste Katalonien in Italien?
  5. Messerattacken in München
Meistkommentiert
  1. "Ein Kasperl Straches"
  2. "Ich möchte nicht in seiner Haut stecken"
  3. EU fordert Sanktionen bei Flüchtlingsverteilung
  4. Kampf um Skopje
  5. Österreich klagt gegen deutsche Pkw-Maut

Werbung




Werbung


Werbung