• vom 13.07.2017, 11:16 Uhr

Europastaaten

Update: 13.07.2017, 11:28 Uhr

Ungarn

Antisemitische Anti-Soros-Kampagne wird entfernt




  • Artikel
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Der US-Milliardär und Holocaust-Überlebender gilt als Orbans Kritiker und fördert alles, was Ungarns Regierung missfällt.

Die breit angelegte Schmutzkampagne gegen den ungarischstämmigen US-Milliardär und Orban-Kritiker: "Lassen wir ihn nicht zuletzt lachen." 
 - © APAweb / Reuters, Laszlo Balogh

Die breit angelegte Schmutzkampagne gegen den ungarischstämmigen US-Milliardär und Orban-Kritiker: "Lassen wir ihn nicht zuletzt lachen." 
© APAweb / Reuters, Laszlo Balogh

Budapest. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban wird Plakate, die gegen Orban-Kritiker George Soros gerichtet waren, bis Freitag entfernen lassen, wie aus einer Presseaussendung des Informationszentrums der ungarischen Regierung hervorgeht, über die die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Mittwoch berichtete. Dies sei das Ergebnis internationaler Empörung, so die Oppositionsparteien. Die Regierung betont hingegen, dass die Kampagne von Anfang an nur bis 15. Juli geplant war.

Vergangene Woche hatte die rechtskonservative ungarische Regierungspartei Fidesz eine Plakatkampagne gegen den ungarischstämmigen US-Milliardär, NGO-Unterstützer und Orban-Kritiker Soros gestartet. Auf den landesweit omnipräsenten Plakaten sieht man das Bild eines lachenden George Soros, daneben den Slogan: "Lassen wir nicht zu, dass am Ende Soros lacht!"

Internationale Kritik - Keine Reaktion von Kurz

Die Kampagne sorgte international für Aufruhr, auch von Antisemitismus war die Rede. Unter anderem äußerte sich in Österreich NEOS-Vizeparteichefin Beate Meinl-Reisinger empört: "Dass ein Mitgliedsland der Europäischen Union eine derartige Kampagne gegen einen einzelnen Menschen fährt, ist letztklassig und erinnert mich an die dunkelsten Stunden Europas." Sie forderte Sebastian Kurz als Außenminister und ÖVP-Chef auf, auf seinen Fraktionskollegen Orban einzuwirken und gegen Antisemitismus Stellung zu beziehen.

Inzwischen forderte die regierende Fidesz-Fraktion in einer Presseaussendung die Oppositionsparteien auf, Stellung zu nehmen, warum sie gegen den Willen der ungarischen Menschen arbeiteten. Diese hätten eindeutig bekundet, dass sie den "Soros-Plan" zur Ansiedlung von Migranten ablehnen.

Werbung



Schlagwörter

Ungarn, Viktor Orbán

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-13 11:19:47
Letzte ─nderung am 2017-07-13 11:28:37



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Europäische Beteuerungen
  2. EU fordert Sanktionen bei Flüchtlingsverteilung
  3. Der Brandbeschleuniger
  4. Rechtsradikaler und Piraten vor Wahlerfolg
  5. Katalonien soll Autonomiestatus verlieren
Meistkommentiert
  1. "Ein Kasperl Straches"
  2. "Ich möchte nicht in seiner Haut stecken"
  3. Österreich klagt gegen deutsche Pkw-Maut
  4. EU fordert Sanktionen bei Flüchtlingsverteilung
  5. Kampf um Skopje

Werbung




Werbung


Werbung