• vom 14.07.2017, 21:55 Uhr

Europastaaten

Update: 14.07.2017, 21:58 Uhr

Putschversuch

Gülen spricht von "Hexenjagd"




  • Artikel
  • Lesenswert (9)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA/dpa

  • Kopf der in der Türkei als staatsfeindlich eingestuften Hizmet-Bewegung erhebt schwere Vorwürfe gegen Erdogan.

Fethullah Gülen kündigte an, keinen Widerstand zu leisten, sollten ihn die USA ausliefern.  

Fethullah Gülen kündigte an, keinen Widerstand zu leisten, sollten ihn die USA ausliefern.  © APAweb / AP Photo, Chris Post Fethullah Gülen kündigte an, keinen Widerstand zu leisten, sollten ihn die USA ausliefern.  © APAweb / AP Photo, Chris Post

Washington. Der in der Türkei als Staatsfeind betrachtete Kleriker Fethullah Gülen hat zum Jahrestag des Putschversuchs in seinem Heimatland schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Ankara gerichtet und dem türkischen Präsidenten Recep Tayiip Erdogan eine Hexenjagd vorgeworfen.

"Im Nachgang dieses tragischen Vorkommnisses wurden die Lebensumstände zu vieler unschuldiger Menschen verdunkelt", heißt es in einer Mitteilung, die der im US-Exil lebende Gülen am Freitag verbreiten ließ. "Sie wurden widerrechtlich von ihren Arbeitsplätzen entlassen, festgenommen, eingesperrt und sogar gefoltert - alles auf Geheiß der Regierung", schrieb Gülen weiter.

Gülen gilt als Gründer und Kopf der türkischen Hizmet-Bewegung. Erdogan hält sie für die entscheidende Kraft hinter dem Putschversuch. Gülen beteuerte dagegen erneut, er habe mit dem versuchten Umsturz nichts zu tun. Der Kleriker hatte im vergangenen Jahr dagegen die Vermutung geäußert, Erdogan selbst habe den Putschversuch inszeniert, unter anderem um eine Begründung für schärfere Strafverfolgung von Regierungskritikern zu haben. Seit dem Coup wurden in der Türkei mehr als 140.000 Staatsbedienstete entlassen, mehr als 50.000 Menschen inhaftiert. Nicht alle sind Gülen-Anhänger.

Die Regierung in Ankara verlangt von den USA seit geraumer Zeit die Auslieferung des Predigers, der einst als Weggefährte Erdogans galt. Ob es dazu kommt, ist unklar. Gülen selbst hatte erklärt, er werde sich nicht gegen eine Auslieferung sträuben, sollten die USA so entscheiden. Gleichzeitig forderte er eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse vom Juli 2016. Sollten die Ermittler zu dem Ergebnis kommen, dass er selbst vor Gericht gestellt werden müsse, werde er ebenfalls keinen Widerstand leisten, kündigte Gülen am Freitag an.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-14 21:56:18
Letzte nderung am 2017-07-14 21:58:44



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wirrwarr um Entsendungen
  2. Der beschädigte Wahlgewinner
  3. Die Zeit vor dem Sturm
  4. Rechtsruck in Tschechien
  5. EU fordert Sanktionen bei Flüchtlingsverteilung
Meistkommentiert
  1. "Ein Kasperl Straches"
  2. "Ich möchte nicht in seiner Haut stecken"
  3. EU fordert Sanktionen bei Flüchtlingsverteilung
  4. Rechtsruck in Tschechien
  5. Österreich klagt gegen deutsche Pkw-Maut

Werbung




Werbung


Werbung