• vom 23.08.2017, 13:59 Uhr

Europastaaten

Update: 23.08.2017, 14:54 Uhr

Flüchtlinge

Türkischer EU-Minister: Kurz ist "Symbol rassistischer Politik"




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Von WZ Online, APA, AFP

  • Ömer Celik warf Sigmar Gabriel außerdem vor, er rede wie ein "Rassist".

Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz kassiert Schläge von allen Seiten. - © APAweb / AFP, TIZIANA FABI

Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz kassiert Schläge von allen Seiten. © APAweb / AFP, TIZIANA FABI

Ankara/Wien. Der türkische Europaminister Ömer Celik hat Außenminister Sebastian Kurz beschuldigt, "ein Symbol einer flüchtlingsfeindlichen und rassistischen Politik" zu sein. Zugleich warf Celik in einer Reihe von scharfen Mitteilungen im Onlinedienst Twitter dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel vor, wie ein "Rassist" und "Rechtsextremer" und damit wie Kurz zu reden.

Am Wochenende hatte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan Gabriel mit den Worten angegriffen: "Wer bist du denn, um den türkischen Präsidenten anzusprechen? Erkenne deine Grenzen". Hintergrund war die Kritik Gabriels an Erdogans Wahlempfehlung an die in Deutschland lebenden Türken, am 24. September nicht für CDU, SPD oder Grüne zu stimmen.

Der Ton wird schärfer

 Die Türkei hat erneut den Ton gegenüber Deutschland und auch Österreich verschärft: Der türkische Europaminister Ömer Celik warf Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und seinem österreichischen Kollegen Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch "Rassismus" vor.

  Gabriel hatte zuvor die Einmischung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in den deutschen Wahlkampf kritisiert und war daraufhin von Erdogan hart attackiert worden.

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  Celik warf dem deutschen Außenminister in einer Serie von 28 Mitteilungen auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter "vernunftwidrige" Äußerungen zu Erdogan vor. Gabriel rede wie ein "Rassist" und "Rechtsextremer", schrieb Celik. Zudem beschuldigte er ihn, sich wie Österreichs Außenminister Kurz zu verhalten, der "ein Feind der Flüchtlinge und ein Symbol einer rassistischen Politik" sei.

  Gabriel wolle die Beziehungen der Türkei zur Europäischen Union "sabotieren", schrieb der EU-Minister, nachdem sich Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kürzlich gegen eine Ausweitung der EU-Zollunion mit der Türkei ausgesprochen hatte. Angriffe von "Rassisten, Faschisten und den Feinden des Islam" gegen die Türkei oder ihren Präsidenten bedeuteten Ankara aber "nichts", versicherte Celik.

  Erdogan hatte die türkischstämmigen Wähler in Deutschland vergangene Woche aufgerufen, bei der Bundestagswahl nicht SPD, CDU oder Grüne zu wählen, da sie alle "Feinde der Türkei seien". Gabriel hatte dies als "einmaligen Akt des Eingriffs in die Souveränität" Deutschlands zurückgewiesen. Auch Außenminister Kurz warf Ankara eine "ständige Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten" vor.

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Dokument erstellt am 2017-08-23 14:01:03
Letzte nderung am 2017-08-23 14:54:54



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