• vom 26.08.2017, 21:26 Uhr

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Update: 26.08.2017, 21:44 Uhr

Spanien

Pfiffe für den König und Rajoy




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Von WZ Online, APA

  • Katalanische Separatisten nutzten in Barcelona die Demonstration gegen den Terror für ihre Zwecke.

Kritik am König wegen Waffengeschäfte. 

Kritik am König wegen Waffengeschäfte. © APwebAP, Fernandez Kritik am König wegen Waffengeschäfte. © APwebAP, Fernandez

Barcelona. Rund eine Woche nach den tödlichen Anschlägen in Barcelona sind am Samstag Hunderttausende Menschen gegen Terror und Gewalt in der spanischen Metropole auf die Straßen gegangen. Rund 500.000 Menschen nahmen laut Polizei an der Massenkundgebung teil, der auch König Felipe VI. sowie Regierungsvertreter beiwohnten. Tausende katalanische Separatisten nutzen die Demo indes für ihre Zwecke.

Mit dem Motto "Ich habe keine Angst" antworteten die Menschen auf den Straßen Barcelonas auf die islamistischen Anschläge, die am 17. August auf dem Boulevard La Rambla sowie im nahen Badeort Cambrils insgesamt 15 Todesopfer und fast 130 Verletzte forderten. Organisiert wurde der Protestmarsch von der Stadt Barcelona, der katalanischen Regierung und zahlreichen Vereinen, unter denen sich auch viele muslimische Verbände und Gemeinden befanden.

Zahlreiche Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie "Islam ist Frieden. Wir sind Muslime, keine Terroristen" oder "Keine Chance der Islamophobie". Viele Menschen hielten im Gedenken an die Opfer rote und gelbe Rosen in den Händen, den Farben der spanischen Nationalflagge.

Pfiffe für Rajoy

Zu Beginn der Demonstration äußerten katalanische Separatisten deutlich ihren Unmut über die spanische Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy. Die konservative Zentralregierung stellt sich vehement gegen die Durchführung des Unabhängigkeitsreferendums Kataloniens am 1. Oktober. Hinter den Politikern und dem König wehten Tausende von katalanischen Unabhängigkeitsflaggen. Während König Felipe und Rajoy ein Pfeifkonzert erhielten, gab es für Kataloniens separatistischen Ministerpräsidenten Carles Puigdemont großen Jubel.

Bereits im Vorfeld der Massenkundgebung kam es zu Streitigkeiten zwischen der spanischen Regierung und der separatistischen Regionalregierung. Puigdemont warf der Madrider Zentralregierung vor, mit den stetigen Aufrufen zur Einheit im Kampf gegen den Terror unterschwellig den Unabhängigkeitsprozess in Katalonien diskreditieren zu wollen.

Beschwerde der Polizei 

Die spanische Guardia Civil und die Polizei beschwerten sich hingegen, sie seien von der katalanischen Regionalregierung aus politischen Gründen größtenteils von den Ermittlungen ausgeschlossen worden. Auch die Unterscheidung zwischen spanischen und katalanischen Opfern seitens der Regionalregierung führte zu Empörung in Madrid.

Bei der Solidaritätskundgebung am Samstag versuchten alle Politiker ein Bild der Einheit zu vermitteln. Angeführt wurde der Protestzug jedoch bewusst von Sanitätern, Polizisten, Feuerwehrleuten und Menschen an, die sich nach dem Attentat um die Verletzten gekümmert haben. Damit sollte die Politik in den Hintergrund gestellt werden.

Gipfel in Paris

Rajoy hatte unterdessen am Freitag nach einer Kabinettssitzung in Madrid angekündigt, Spanien werde sich für eine stärkere europäische Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus einsetzen. Der spanische Regierungschef forderte Frankreichs Premier Emmanuel Macron auf, das Thema am kommenden Montag auf die Tagesordnung des Vierer-Gipfels in Paris zu setzen, an dem neben Frankreich und Spanien auch Deutschland und Italien teilnehmen werden.

Ob die Attentate von vergangener Woche die weitere Entwicklung vor dem Referendum oder gar die Einstellung der Katalanen zum Thema beeinflussen könnten, ist ungewiss. Nach jüngsten Umfragen unterstützen nur noch 41 Prozent der 7,5 Millionen Katalanen die Unabhängigkeit von Spaniens wirtschaftsstärkster Region an der Grenze zu Frankreich.

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Spanien, Barcelona

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-26 21:26:58
Letzte nderung am 2017-08-26 21:44:50



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