• vom 08.09.2017, 13:13 Uhr

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Update: 08.09.2017, 13:20 Uhr

Libyen

Flüchtlingslager sollen unter NGO-Aufsicht




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Von WZ Online, APA

  • Um die Lage in den Flüchtlingslagern zu verbessern, stellt Italien sechs Millionen Euro bereit.

Von der libyschen Küstenwache gerettete Migrantion in Tripolis.

Von der libyschen Küstenwache gerettete Migrantion in Tripolis.© APA; afp, Mahmud Turkia Von der libyschen Küstenwache gerettete Migrantion in Tripolis.© APA; afp, Mahmud Turkia

Rom. Die italienische Regierung will Flüchtlingslager in Libyen unter Aufsicht von Hilfsorganisationen stellen. Damit soll dafür gesorgt werden, dass humanitäre Standards in den Flüchtlingseinrichtungen garantiert werden. Die italienische Regierung hat deshalb ein Treffen mit NGOs organisiert, die sich in Libyen engagieren wollen.

Rund 20 Hilfsorganisationen nahmen die Einladung an, darunter Ärzte ohne Grenzen (Medecins sans frontieres/MSF) und Save the Children. Sechs Millionen Euro will die Regierung in Rom für bessere Lebensbedingungen in den libyschen Flüchtlingslagern zur Verfügung stellen, berichtete die italienische Tageszeitung "La Stampa" am Freitag.

"Wir wollen Flüchtlinge im libyschen Inferno nicht sich selbst überlassen. Wir sorgen uns um das Schicksal der Flüchtlinge in Libyen. Daher wollen wir humanitäre Organisationen unterstützen, noch bevor das UNO-Flüchtlingswerk UNHCR oder die Internationale Migrantenorganisation in Libyen aktiv werden", sagte der italienische Vize-Außenminister Mario Giro.

NGOs sollen Zugang zu Lagern bekommen

Am kommendem Sonntag soll ein Beauftragter der italienischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit in Tripolis eintreffen. Ziel des italienischen Außenministeriums ist, dass die ersten NGOs innerhalb eines Monats Zugang zu den libyschen Flüchtlingslagern erhalten. Noch unklar ist, wie die Sicherheit der Helfer garantiert werden soll. Die Zusammenarbeit mit den libyschen Behörden sei von ausschlaggebender Bedeutung, meinte Giro.

Mit scharfen Worten hat sich die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag an alle EU-Regierungen gewandt, um auf die Missstände für Flüchtlinge in Libyen aufmerksam zu machen und für ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik einzutreten. Mit europäischen Geldern werde ein "kriminelles System der Misshandlung und Ausbeutung unterstützt", hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten offenen Brief.

In dem Schreiben berichtet die internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen, Joanne Liu, vom "florierenden Geschäft mit Entführungen, Folter und Erpressung" von Flüchtlingen in Libyen. "Und die EU-Regierungen haben die bewusste Entscheidung getroffen, Menschen unter genau diesen Bedingungen festhalten zu lassen."

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Schlagwörter

Libyen, Italien, Flüchtlinge

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Dokument erstellt am 2017-09-08 13:15:19
Letzte nderung am 2017-09-08 13:20:46



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