• vom 14.09.2017, 17:27 Uhr

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Update: 14.09.2017, 20:15 Uhr

Deutschland

AfD ärgert Merkel im Nordosten




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Von WZ-Korrespondentin Karin Rogalska

  • Entgegen dem landesweiten Trend will jeder Fünfte in Mecklenburg-Vorpommern für die Rechtspopulisten stimmen.

Schwerin. Es läuft nicht gut für die AfD - zumindest gemessen an den Prognosen vom vergangenen Herbst. Von 15 Prozent sind die Rechtspopulisten vor der Bundestagswahl am 24. September auf unter zehn Prozent abgerutscht. Wenn sie es dieser Tage in die Schlagzeilen schaffen, dann mit Negativ-Meldungen. So berichtete die "Zeit", Spitzenkandidatin Alice Weidel solle an ihrem Schweizer Wohnsitz eine Asylwerberin aus Syrien schwarz beschäftigt haben. Im Nordosten Deutschlands bleibt die AfD jedoch populär. Laut Umfragen kann die Partei in Mecklenburg-Vorpommern bei der Bundestagswahl mit 22 Prozent rechnen. Ähnlich stark scheint die AfD derzeit nur in Sachsen und Thüringen. Dort sind es 18 Prozent.

Damit knüpft die AfD an ihre Ergebnisse bei den Landtagswahlen 2016 an: In Mecklenburg-Vorpommern wurde sie zweitstärkste Kraft, holte mit dem heutigen Fraktionsvorsitzenden Leif-Erik Holm als Spitzenkandidaten satte 20 Prozent. Nur in Sachsen-Anhalt erzielte die AfD bei einer Landtagswahl mit knapp 25 Prozent ein noch besseres Ergebnis.

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Leif-Erik Holm will sich nach dem 24. September aus der Landespolitik verabschieden. An sich lebt er nahe seiner Geburtsstadt Schwerin. Bei der Bundestagswahl fordert er jedoch Kanzlerin Angela Merkel direkt heraus, und zwar im gut 150 Kilometer entfernten Wahlkreis 15 zwischen Stralsund, Rügen und Greifswald, den die deutsche Regierungschefin seit mehr als 25 Jahren unangefochten vertritt. Holm will nichts Geringeres, als Merkel "dringend nach Hause" schicken. Das begründet er vor allem mit dem angeblichen Versagen der Kanzlerin in der Flüchtlings- und Eurokrise.

Mit seinem Kampfruf hat der ehemalige Radiomoderator seiner Partei schon viel Aufmerksamkeit beschert. Allzu oft blicken lässt sich Holm in Merkels angestammtem Revier aber nicht. Meist geht er anderorts in Deutschland auf Stimmenfang für seine Partei.

Er lässt Bernhard Wildt den Vortritt, der sich mit ihm den Landesparteivorsitz teilt und im Schweriner Landtag den Finanzausschuss leitet. Der Hotelier gibt sich gemäßigt. Im Gegensatz zu den meisten AfD-Repräsentanten betont er nur zu gern, dass aus seiner Sicht zwischen der AfD und anderen Parteien, insbesondere der CDU, lediglich vordergründig tiefe Gräben bestünden.

56,2 Prozent stimmten bei der vorigenWahl für Merkel
Holm und Wildt eint das Bekenntnis zu Region und Familie. Sieht der eine in Mecklenburg-Vorpommern eine wunderbare Heimat vor allem für seinen kleinen Sohn, entspricht der andere mit nicht weniger fünf Kindern voll dem Familienbild der AfD.

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Dokument erstellt am 2017-09-14 17:34:06
Letzte nderung am 2017-09-14 20:15:49



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