• vom 27.09.2017, 20:32 Uhr

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Madrid schickt Guardia Civil nach Barcelona




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    Barcelona/Madrid. Die Vorbereitungen der spanischen Zentralregierung von Premier Mariano Rajoy, das von der separatistischen Regionalregierung in Katalonien am kommenden Sonntag geplante Unabhängigkeitsreferendum zu verhindern, laufen auf Hochtouren. Aus ganz Spanien wurden bereits 3000 Beamte von Spezialeinheiten zur Auflösung von Demonstrationen nach Barcelona verlegt. Spaniens Innenminister Juan Ignacio Zoido ließ zudem die Zahl der Einsatzkräfte der Nationalpolizei und der paramilitärischen Guardia Civil in Katalonien von 6000 auf 10.000 Beamte aufstocken.

    Für die katalanische Regionalpolizei gilt eine unbefristete Urlaubssperre. Alle Beamten müssen im Einsatz sein. Nicht nur, um das vom spanischen Verfassungsgericht suspendierte Unabhängigkeitsreferendum zu verhindern. Madrid erwartet am Sonntag auch Ausschreitungen und gewalttätige Massenproteste, sollte die spanische Polizei wie geplant die Volksbefragung über eine mögliche Abspaltung Kataloniens von Spanien unterbinden.


    Der Polizeieinsatz sorgt für neuen Streit zwischen Madrid und Barcelona. Aber kurioserweise anders als gedacht: Der katalanische Chef der Regionalpolizei ist ein überzeugter Unabhängigkeitsbefürworter. Auch der General-Direktor der Regionalpolizei erklärte, die Aufgabe seiner Institution sei es, "Rechte zu garantieren und nicht deren Ausübung zu verhindern".

    Nachdem die Staatsanwaltschaft daraufhin Zweifel äußerte, dass die Regionalpolizei wirklich vehement das Referendum verhindern werde, stellte Spaniens Innenminister die komplette Einsatzleitung unter den Befehl des Guardia-Civil-Obersts Diego Perez. "Die Guardia Civil ist gerade in Katalonien und im Baskenland ein rotes Tuch", so Oriol Bartomeus, Politologe an der Universität Barcelona im APA-Gespräch. "Sie wurde während der Franco-Diktatur zwischen 1939 bis 1976 vor allem in Katalonien als Instrument für die Verfolgung von Separatisten und anderen Regimekritikern benutzt."




    Schlagwörter

    Katalonien, Spanien, Guardia Civil

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    Dokument erstellt am 2017-09-27 18:06:04



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