Dirigent Bernard Haitink. - © Salzburger Festspiele / Silvia Lelli

Konzertkritik

Die Wucht der Eleganz

  • Bernard Haitink überwältigt mit Bruckner.

Um die Größe von Bruckners Fünfter Symphonie zu beschreiben, wird gern ein erhabenes Bild bemüht. Man spricht von der Architektur eines Doms, überwölbt von einem Finale als grandioser Kuppel. Der Dynamik dieses Schlusssatzes wird der Vergleich jedoch nicht gerecht. Wer dieses vielleicht intensivste Stück klassischer Konzertmusik nicht kennt... weiter




Armageddon in Kleinkunst: Christoph Krutzler, Sven Dolinski, Peter Mati und Laurence Rupp spannen in Karl Kraus "Die letzten Tage der Menschheit" einen Bogen bis zum Zweiten Weltkrieg. - © Georg Soulek

Theaterkritik

Des Kaisers altes Kleid2

  • "Die letzten Tage der Menschheit" in Salzburg als Koproduktion mit dem Burgtheater.

Historischer Phantomschmerz vier Stunden lang. Österreich hat 100 Jahre nach dem Beginn des Weltkriegs sein widerständigstes Nationaldrama endlich auf seine Staatsbühne gestemmt. Die Premiere bei den Salzburger Festspielen im Landestheater adelte der Herr Bundespräsident durch seine Anwesenheit... weiter




Louis de Funès hier in "Die Abenteuer des Rabbi Jacob" (ORFIII, 5.8., 21.50 Uhr), hatte Charme, Schneid & Temperament und beherrschte das komplette Mienenspiel komödiantischer Boshaftigkeit. - © ORF

Louis de Funes

Muskatnuss!7

  • Zum 100. Geburtstag: Sieben Zutaten im Filmleben von Louis de Funès, die ihn unsterblich machten.

Es war einmal ein kleiner Mann, gerade 1,60 Meter groß, der liebte es, das diktatorische Scheusal zu spielen, oder aber den Patriarchen mit Hang zur Sentimentalität, oder aber den cholerischen Gendarmen auf der Jagd nach unzüchtigen FKK-Liebhabern. Louis de Funès... weiter





Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) machen, was sie so hervorragend nicht können, etwa für Recht und Ordnung sorgen. - © Sony

22 Jump Street

"Hallo, ich bin ein Sequel"1

  • Neu im Kino: "22 Jump Street" mit Jonah Hill und Channing Tatum.

Streng genommen muss man sagen: Jemand, der es schafft, aus einem nur 34 Seiten "dicken" Bilderbuch für Kinder ("Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen") oder allein basierend auf der kollektiven Nostalgie, die wir gegenüber gewissen bunten Plastiksteinchen hegen ("Lego Movie") über die Maßen... weiter




Filmkritik

Musik macht ihn nicht glücklich2

  • Clint Eastwood scheitert am Rhythmus.

In gewisser Weise ist es ein Kunststück, sich mit einem biografisch inspirierten Film gerade jene vollkommen vom Leib zu halten, um die es darin geht. Gut, nun könnte man sagen, Clint Eastwood ist ohnehin eher für seine "grumpy old man"-Attitüde bekannt als für sein sonnenstrahlendes und einladendes... weiter




Fernsehen

Ein bunter Strauß Verhaltensauffälligkeit

  • Wie das FS1-Ferienprogramm der 80er eine ganze Generation prägte.

In einem willkürlichen Sommer der Achtziger hießen die Wochentage nicht Montag, Dienstag, Mittwoch und so weiter. Da gab es den "Bud-Spencer"-Tag, den "Louis de Funès"-Tag, den "Elvis"-Tag, den "Jerry-Lewis"-Tag. Seltener gab es "Adriano-Celentano"-Tage. Ein paar Mal gab es den "Winnetou"-Tag... weiter




Kurzkritik

Neu im Kino

Atmosphärischer Krimi aus China (fan) Fünf Jahre nach schrecklichen Leichenfunden und einem weiteren mörderischen Zwischenfall in einer nordchinesischen Kleinstadt wird der darin verwickelte, aber zwischenzeitlich suspendierte und abgesackte Polizist (Fan Liao) mit frappanten Parallelen... weiter




Aus für das Traditionsblatt. - © Screenshot <a href="http://www.unita.it" target="_blank">www.unita.it</a>

Italien

Linke Tageszeitung "L'Unità" wird eingestellt

  • 1924 von Antonio Gramsci gegründet, Journalisten beziehen seit April kein Gehalt mehr.

Rom. Die seit Jahren krisengeschüttelte Tageszeitung "L'Unità", Sprachrohr der italienischen Linken, wird ab dem 1. August nicht mehr erscheinen. Der Beschluss wurde von den Konkursverwaltern am Dienstag mitgeteilt. Seit April beziehen die Journalisten des Traditionsblattes kein Gehalt mehr... weiter




Ko Murobushi beim Impulstanz-Workshop im Juli 2014. - © Janine Schranz

ImPulsTanz

Tanz den Suizid3

  • Tanzunterricht bei Ko Murobushi, einem der großen Meister der japanischen Tanzform Butoh. Ein Selbstversuch.

Wien. Ko Murobushi klatscht in die Hände und ich kippe, einen Todesschrei ausstoßend, steif wie ein Brett nach vorne. Meine Handflächen schnalzen auf den harten Boden und ich lande in der Liegestützposition. Wer hätte gedacht, dass ich mich bei meinem Freitod so lebendig fühle... weiter




Mythos, Abenteuer und ein Kinderherz: Antoine de Saint-Exupéry. - © adoc-photos/Corbis

Literatur

Ikarus fliegt in die Nacht2

  • Vor 70 Jahren, am 31. Juli 1944, ist Antoine de Saint-Exupéry vom Himmel gestürzt: Der Aristokrat und waghalsige Pilot ist bis heute der meistgelesene französische Schriftsteller.

Er war ein Zerrissener, der sich von der Erdenschwere niedergedrückt fühlte und deshalb gern in die Lüfte aufstieg. Dort wurde Antoine de Saint-Exupéry zum Pionier der Luftfahrt wie der Luftfahrtliteratur. Weltweit bekannt und geliebt wird er indes für seine bezaubernde Märchenerzählung "Der kleine... weiter




Vladimir Malakhov verabschiedet sich von seinem Berliner Publikum. - © apa/epa/Carstensen

Interview mit Vladimir Malakhov

"Leb wohl, Berlin"2

  • Tanzstar Vladimir Malakhov zieht es nach ungewollter Nichtverlängerung in Berlin gen Tokio.

Wien. Vladimir Malakhov, als Kind das Aushängeschild des Moskauer Balletts, ertanzte sich eine Weltkarriere - wie einst Rudolf Nurejew wird er oft als "Jahrhunderttänzer" bezeichnet. Der 46-jährige Ukrainer mit österreichischem Pass formte 2004 aus dem Ballett der Berliner Staatsoper... weiter




Lichtscheues Wachs: "Choice" von Martin Walde (Wachs, Holz, UV-Lampe). - © Galerie Krinzinger

Galerienrundgang

Spaghetti sind auch nur Blondinen6

(cai) Was haben Nagellack, Haare, Autos und Bilder gemeinsam? Es gibt sie in verschiedenen Farben. Die Ausstellung von Lisa Holzer in der Galerie Emanuel Layr ist ja wirklich schön bunt. Und ein komplexes Spiel mit Zitaten und Assoziationen. Es gab sogar eine Eröffnungsperformance. In der Garage... weiter




Bestandsaufnahme eines gefährdeten Lebens mit tragischem Ende: Johanna Wokalek, Marianne Crebassa und Vincent Le Texier in Marc-André Dalbavies Musiktheaterwerk "Charlotte Salomon". - © Festspiele/R. Walz

Opernkritik

Observationen am Lebensrand

  • Ein eindringliches Daseinsdrama: Die Uraufführung der Oper "Charlotte Salomon" in Salzburg.

Eine glänzende Zukunft hat man ihr vorausgesagt. Ja, aus dieser Frau würde etwas werden, versicherte ihr der Liebhaber. Und so sollte es auch wirklich kommen. Die Malerei von Charlotte Salomon findet heute weltweit Beachtung; am Montag würdigte sogar eine Opernuraufführung der Salzburger Festspiele... weiter




Staatsoper

Aus für Opernmuseum

  • Staatsoper erreichte Planwert bei Sponsoring nicht.

Wien. 133 Maßnahmen sind in einer Evaluierung der Bundestheater formuliert worden, um deren Organisation ab der Saison 2010/11 effizienter zu gestalten. 102 dieser Maßnahmen seien umgesetzt, geht aus einer Anfragebeantwortung von Kulturminister Ostermayer hervor, 15 in Umsetzung begriffen... weiter




Spitze Zunge - starke Klänge: Faltenradio gastiert am 9. August 2014 im Kunsthaus Horn. - © Foto: Lukas Beck

Kammermusikfestival

Treffen der Sprach- und Musikwelt

  • "Sprachklang" so das Motto des Kammermusikfestivals Allegro Vivo, das von 1. August bis 14. September mit mehr als 50 Konzerten das Waldviertel bespielt.

Sprachklang und -melodie, ihr Tonfall und ihr Ausdruck spiegeln sich in der Musik wieder. In mehr als 50 Konzerten widmen sich Künstler von 1. August bis 14. September eben diesem Zusammenspiel und dem gegenseitigen Einfluss von Musik und Sprache. Aus diesem Grund steht das diesjährige... weiter




Screenshot der Aufführung von "Dead1" in Tokyo, 2008 (Video siehe  Artikelende).  - © Screenshot

Performancekritik

Zeitlupe2

  • Zwei Choreografien des Butoh-Künstlers Murobushi beim Impulstanz-Festival.

Ko Murobushi ist kein Freund von Dogmen. Auch nicht im Tanz. Dessen Definition fordert er in "Dead1" heraus. Wie kopflose Wesen stehen drei Männer da, kerzengerade, Füße nach oben, das Körpergewicht ruht auf den Schultern, die Köpfe wie unsichtbar. Sie verharren regungslos während Jimi Hendrixs ... weiter




Der Violinist Gidon Kremer bei einer Probe. - © Foto: dpa/Ingo Wagner

Gidon Kremer

Der Entdecker

  • Der Geiger Gidon Kremer meidet ausgetretene Pfade. Lieber bereichert er das Konzertleben mit Werken jenseits des traditionellen Repertoires.

Gewiss: Gidon Kremer hat auch im klassischen Repertoire einiges geleistet, also mustergültige Interpretationen vorgelegt. Doch seine Bach-, Mozart- und Vivaldi-Interpretationen sind nicht, wofür er einen Fixplatz in der Musikgeschichte haben wird. Der am 27... weiter




 - © Foto: Jens Hauer

Bühnenshow

"Dirty Dancing" tanzt in Wien1

"Time Of My Life", "Hungry Eyes" und "Do You Love Me" - Dirty Dancing lässt den Sommer 1963 und die Liebesgeschichte zwischen Johnny und "Baby" wieder lebendig werden. "Dirty Dancing" ist einer der bekanntesten Tanzfilme. Auch die Bühnenversion des Kinohits haben weltweit - von Australien über... weiter




Mitch Winehouse mit seiner Tocher Amy im Jahr 2009. Nun veröffentlicht Vater Winehouse seine zweite CD. - © APAweb / EPA, Andy Rain, picturedesk.com

Pop-Musik

Amys Vater singt und swingt

  • Neue CD von Mitch Winehouse erscheint im September.

London. Der Vater der 2011 verstorbenen Sängerin Amy Winehouse bringt ein zweites Album auf den Markt. Wie auch sein Debüt "Rush Of Love" enthalte es Lieder, die er gemeinsam mit seiner Tochter ausgesucht habe, teilte Mitch Winehouse am Dienstag mit. "Es gab so viele Songs... weiter




Rückschlag? "Ich brauche keinen Feminismus, weil ich meinem Freund gerne ein Sandwich zubereite". Damit stellen sich "ausgerechnet" Frauen gegen eine Bewegung, die für Frauen gearbeitet hat. - © corbis

Feminismus

"Ich bin keine Feministin, weil...."39

  • Im Westen nichts Neues: Die Feminismus-Bewegung stockt, wenn es Frauen relativ gut geht.

Vor einigen Tagen war in einer Diskussionsrunde im Fernsehen eine Domina zu Gast: Contessa Juliette, eine sehr erotische, gepflegte Frau um Anfang Sechzig, mittlerweile in den Ruhestand getreten, trug ein geschmackvolles, schwarzes Spitzen-Corsagen-Kleid... weiter




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