Spiel mit Europa: Beim Wohnzimmertheater "Hausbesuch Europa" spielen alle mit. - © Pigi Psimenou

Theater brut

Brot und Spiele

  • Saisoneröffnung im brut: neue Formate von toxic dreams und Rimini Protokoll.

Der Mensch sei nur da ganz Mensch, wo er spiele, schrieb einst Friedrich Schiller. Ein ähnlicher Gedanke treibt wohl auch Rimini Protokoll bei ihrem jüngsten Projekt "Hausbesuch Europa" an. Eine große Idee, ein abstraktes Konstrukt wie die Europäische Union, soll durch eine Art Gesellschaftsspiel für jeden Einzelnen erfahrbar werden... weiter




Theaterkritik

Zerbrochene Gesellschaft1

  • aktionstheater ensemble besticht im Werk X.

"Ich würde sogar einem Nazi Blut spenden", ruft Michaela in den Raum. Rund um sie sitzen weiß gekleidete Menschen auf Klappstühlen. Sechs weitere Frauen und zwei Männer. Sie vertreten verschiedene Standpunkte und Visionen. Was sie nicht haben: Sinn für Gemeinschaft. Positives Stück Wichtig sind vor allem die eigenen Bedürfnisse... weiter




Katie Mitchell inszeniert Elfriede Jelineks "Schatten (Eurydice sagt)" als Roadmovie ins Innere: Julia Böwe und Marcel Kieslich in der Aufführung der Berliner Schaubühne. - © Gianmarco Bresadola

Theater

Fahrstuhl ins Totenreich

  • Katie Mitchell verarbeitet Elfriede Jelineks "Schatten (Eurydice sagt") zum Filmtheater.

Hinter dem Titel der jüngsten Premiere an der Berliner Schaubühne "Schatten" steht in Klammern: Eurydice sagt. Das klingt nach dem Enthüllungs-Modus der Boulevardpresse, nach "Jetzt spricht die Frau", nach Schlagzeile. Aber auch nach einer neuen Perspektive, die bei dieser Autorin nur eine radikal feministische sein kann... weiter




Opernkritik

Sex, Lügen und Selfies1

  • Die Kammeroper versucht sich an einem Update von "La traviata".

Die Kameliendame? Ist Schnee von gestern. Wenn Violetta, die todgeweihte Lebefrau aus Verdis "La traviata", neuerdings Alfredo kennenlernt, verehrt sie ihm mitnichten eine Blume. Die beiden besiegeln ihre Liebe vielmehr, indem sie sich kopfüber ins Nachtleben von heute stürzen. Alkohol, Party, Drogen: Das alles projiziert sich in einer wilden... weiter




Theater mit Identifikationspotenzial: die Eröffnungsproduktion "Running Wild". - © Rainer Berson

Dschungel

Kein Theater in Kindergröße

  • Corinne Eckenstein startet ihre erste Saison als Intendantin des Dschungel mit neuen Formaten.

Wien. Die Welt im Jahre 2030 ist eine grünere. Eine mit mehr Dachgärten, mehr Windmühlen und weniger Müll. Eigentlich gar keinem Müll. Denn, so erklärt es die Stadtführerin, jeder Abfalleimer ist an das zentrale Mikrotransportsystem angeschlossen, das die weggeworfenen Objekte an die Hersteller zurück und also zum Recyceln freigibt... weiter




Schöner leiden: Zoltán Nyári (Tristan) und die vokal überragende Gun-Brit Barkmin (Isolde). - © Kmetitsch

Opernkritik

Tristan, der Hasenjäger

  • Die Oper Graz beginnt die Saison mit Richard Wagners "Tristan und Isolde".

Sie haben ein noch unbebautes Grundstück am Meer? Wir wüssten eine geeignete Architektin. Susanne Gschwender täte sich dafür empfehlen. Ob man in ihrem stylischen Haus für anspruchsvolle Yuppies aber Wagners "Tristan" spielen sollte, ist eher fraglich. Die blutjunge Verena Stoiber, Trägerin des Grazer "RingAwards 2014"... weiter




20170927heilbutt - © Foto: Heilbutt und Rosen

Kabarett

Wenn Che GueVavra seine große Liebe trifft

Irgendwann ist es vorbei. Da macht das bürgerliche Leben keinen Sinn und Spaß mehr. Wenn man sich dann noch in einer psychiatrischen Anstalt befindet, wird es allerdings zu einer echten Herausforderung. Im neuen Programm von Heilbutt & Rosen schlüpft eben jener 50-jährige Anstaltsinsasse (Helmuth Vavra) in die rebellische Kunstfigur "Che GueVavra"... weiter




Frank Castorf erhält den Nestroy-Preis für sein Lebenswerk. - © APAweb / dpa, Tobias Hase

Nestroy-Preis

"Wie ein Tropensturm"

  • Frank Castorf erhält Nestroy-Preis für sein Lebenswerk.

Wien. Der deutsche Theatermacher Frank Castorf erhält 2016 den Nestroy-Preis für sein Lebenswerk. Der 65-Jährige gehört zu jenen drei bereits fixierten Preisträgern, die am Dienstag vom Wiener Bühnenverein bekannt gegeben wurden. Der Autorenpreis geht demnach an Yael Ronen für "Lost and Found" am Volkstheater; die "Beste Ausstattung" lieferte... weiter




Surreal: Mahler und "Forever" von Needcompany. - © Phil Deprez

Kritik

Tanz ins ungewisse Porzellanland1

  • Poetisch und rätselhaft: Performances von Needcompany und Philipp Gehmacher zum Auftakt des Steirischen Herbsts.

"Wir schaffen das" ist das handfeste, unmissverständliche Thema, das Intendantin Veronica Kaup-Hasler dem "Steirischen Herbst" verordnet hat, der am 23.9. begann. Untertitel: "Über die Verschiebung kultureller Kartographien". Was wäre prädestinierter für eine Landkarten-Verschiebung als Mahlers "Lied von der Erde"... weiter




Poet und Träumer: Philipp Hauß als Tasso in der sprunghaften Regie von Martin Laberenz. - © Georg Soulek

Theaterkritik

Im Turbomodus1

  • Goethes "Torquato Tasso" als Leerstück am Wiener Burgtheater.

Während die Premierenbesucher ihre Plätze einnehmen, kniet der Dichter bereits am Bühnenrand. Im Hintergrund ein Gazevorhang mit Naturidyll. Darauf eine Szene aus dem Schäferspiel "Aminta", mit dem der italienische Autor Torquato Tasso (1544-1595) berühmt wurde. Der Poet an der Rampe hat vor sich einen Papierstapel liegen... weiter




Verkehrte Welt: Seyneb Saleh und Birgit Stöger. - © www.lupispuma.com

Theaterkritik

Einstürzendes Weltvertrauen

  • Yael Ronens "Niemandsland" wird im Volkstheater wiederaufgenommen: ein Vexierspiel um Krieg, Flucht und Liebe.

"Mir ist heiß", sagt sie. "Habe Hunger, bin müde." Die Tochter zieht ihrer Mutter Jacke und Schuhe aus, deckt den Tisch, füllt die Teller mit dampfendem Essen. Die Mutter lässt achtlos die Zigarettenasche in ihr Glas Orangensaft fallen. Verkehrte Welt? Diese etwas rätselhafte Mutter-Tochter-Beziehung zwischen den Schauspielerinnen Birgit Stöger und... weiter




Stefan Haider beim freien Improvisationsspiel. - © Moritz Ziegler

Kabarett

Ein Theologe an der E-Gitarre2

  • Stefan Haider nimmt sich in seinem neuen Soloprogramm "Free Jazz" viele thematische Freiheiten heraus.

"Free Jazz" - wenn Haider zur Gitarre greift und fehlende Instrumente a cappella ersetzt, wird schnell klar, dass es in seinem neuen Programm nicht um das "freie Improvisationsspiel" im Jazz geht. Vielmehr nutzt er den "Free Jazz" für die freie Entfaltung in seinem Programm. Da lässt sich dann auch das Thema Sex einbauen... weiter




Den Startschuss bildet das Wochenende vom 1. und 2. Oktober: Im Rahmen von "Offene Burg: Menschen - Tiere - Sensationen" öffnet das Haus bei freiem Eintritt seine Tore (Samstag: 9 bis 17 Uhr, Sonntag: 10 bis 14 Uhr). - © APAweb, Georg Hochmuth

Burgtheater

Burgtheater will sich für alle öffnen1

  • Mit dem Programm "Offene Burg" will man das Publikum näher an das Burgtheater heranbringen.

Wien. Menschen, "die kein Theaterabo in die Wiege gelegt bekommen haben", will das Burgtheater künftig mit der Schiene "Offene Burg" erreichen. Das Programm stellte die neue Leiterin Renate Aichinger am Donnerstag gemeinsam mit Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann vor. Hervorgegangen ist die Initiative aus der bisherigen "Jungen Burg" - nunmehr... weiter




Opernkritik

Erhabener Fels in stürmischer Brandung1

Seine Rollen für die Opernbühne wählt er mit Bedacht. Sein Repertoire erweitert er behutsam. An der Wiener Staatsoper hat sich Matthias Goerne, der sich in erster Linie einen Namen als außergewöhnlicher Lied-Interpret gemacht hat, nun mit einer neuen Partie vorgestellt. Als prophetischer Jochanaan erwies sich der deutsche Bassbariton als sonor... weiter




zurück zu Kultur


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Wahrheit ist Daimler zumutbar
  2. Neunzehnsechsundachtzig
  3. Besessene Gärtner als erste Kicker Wiens
  4. Sex, Lügen und Selfies
  5. Quasi politisch
Meistkommentiert
  1. "Ich hasse das Binnen-I"
  2. Quasi politisch
  3. Wächter der Demokratie
  4. Geschützt: Die Linzer Goldhaube
  5. friedhöfe historisch wahltechnisch

Werbung




Dieses Papier sorgt derzeit für Diskussionen in Hollywood: Angelina Jolie hat "aufgrund unüberbrückbarer Differenzen" die Scheidung von Brad Pitt eingereicht. Colin Firth, hier als Teil der Crew zu Tom Fordszweiter Regiearbeit "Nocturnal Animals", ist einer der besten Freunde desModedesigners Ford.

Scraps and sketches, etc. - caption: ''The Gin shop'. A satirical sketch on the dangers of drinking alcohol', George Cruikshank, 1828. 1971: Das italienische Schauspiel-Duo Terence Hill und Bud Spencer, wie es in Erinnerung bleibt - hier in der erfolgreichen Western-Komödie "Vier Fäuste für ein Halleluja". Spencer heißt mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli.

Werbung