Staatsoper

Manchmal braucht es eben einen ganzen Akt

Im Finale entstand dann doch noch ein Gefühl der musikalischen Geschmeidigkeit. Bis dahin hatte sich so mancher Solist von anfänglichen Kraftanstrengungen frei gesungen, der Chor zu einer gewissen Geschlossenheit formiert und auch das Orchester über einige Wackler zusammengefunden. Das Repertoire hat seine Tücken, mitunter braucht es eben einen Akt... weiter




"Kein Stücke-Zertrümmerer": Thomas Enzinger. - © Stephan Huger

Volksoper

"Striche sind eine Notwendigkeit"

  • Regisseur Thomas Enzinger über die neue "Zirkusprinzessin" der Volksoper und seine Pläne für Ischl.

Wien. Gretchenfrage an den Regisseur: Wie hält er es mit dem Textbuch? Thomas Enzinger wägt ab. "Ein Stücke-Zertrümmerer bin ich nicht." Andererseits: Er hat schon einiges umzuarbeiten in seinem Job. Enzinger, 1963 in Wien geboren, ist Spezialist für unterhaltendes Musiktheater, und viele Operetten schreien allein wegen ihrer ursprünglichen Länge... weiter




Süßlichkeit zur Geisterstunde: das Finale von "Falstaff" an der Wiener Staatsoper. - © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Opernkritik

Vielfraß im Zuckerguss5

  • Neuer "Falstaff" an der Wiener Staatsoper: Zubin Mehta dirigiert schwungvoll und präzise, die Besetzung glänzt aber nur teilweise in einer weitgehend altbackenen Inszenierung von David McVicar.

Redlich mühen sie sich, die fünf Diener: Am Ende des zweiten Akts haben sie einen Wäschekorb aus dem Fenster in die Themse zu wuchten, und man weiß: In diesem Behältnis steckt ein feister Schwerenöter. Keine leichte Fracht also, schon gar nicht in Gestalt von Ambrogio Maestri, dem mustergültigen Falstaff unserer Tage in Klang und Bild... weiter




Rudi Fußi macht Kabarett ohne politische Korrektheit. - © Skalnik

Kabarett

Wutbürger mit Witz und Selbstironie8

  • Das erste Kabarettprogramm des Politik- und PR-Beraters Rudi Fußi in der Wiener Kulisse.

Das politische Kabarett Österreichs hat Zuwachs erhalten. Rudi Fußi, mit seiner Agentur mindworker in der Politik- und PR-Beratung tätig, gilt schon in der Szene als "bunter Hund". Nun hat er ein Kabarettprogramm geschrieben, als würde er seit Jahren nichts anderes tun. Fußi ist einer, der einer "Wuchtel" nicht gerne aus dem Weg geht... weiter




Miriam Fussenegger und Jeanne Devos . - © Werk X/Chloe Potter

Theater

Zwei Stunden zwischen Wut und Enttäuschung

  • Ein Setz-Roman in wahllos verstreuten Puzzleteilen.

"Was soll dieser ganze Aufzug? Was soll das alles darstellen?" Wenn diese Sätze auf der von Christoph Ernst antiquiert gestalteten Guckkastenbühne im Wiener Werk X fallen, hat man sich im Publikum dieser Uraufführung solche Fragen schon längst gestellt. Was Thirza Bruncken und Esther Holland-Merthen aus dem surrealistischen 1000-Seiten-Roman "Die... weiter




"Ich wurde in Wien sehr warmherzig aufgenommen", sagt Marie-Thérèse Escribano. - © Riedl

Interview

"Mörderisch für die Stimme"

  • Marie-Thérèse Escribano über das Wien der Nachkriegsjahre, die Tücken der neuen Musik und die Last des Alters.

"Wiener Zeitung": In Ihrem jüngsten Stück "Kommt mir spanisch vor" erzählen Sie aus Ihrem Leben. Sie sind 1955 nach Wien gekommen. Wie war das damals? Marie-Thérèse Escribano: Für mich war es toll. Ich habe Gesang studiert und wurde sehr warmherzig aufgenommen. Die Stadt trug noch die Spuren der Verwüstung durch den Krieg... weiter




Franz verschaut sich in eine Praterblüte. - © www.lupispuma.com

Der Trafikant

Halb erwachsen in Wien 19383

  • Robert Seethalers Roman "Der Trafikant" auf Volkstheater-Tour.

Der Ventilator bringt eine braune Männerhose zum Flattern, einer Standarte gleich. Erst zwei Stunden später enträtselt sich in Robert Seethalers Bühnenfassung seines Erfolgsromans "Der Trafikant" (2012) der symbolschwere Mummenschanz-Vorspann. Franz, der blonde alleinerzogene Jüngling vom Attersee, nahm mit diesem Bubenstreich Rache für seinen... weiter




Vergnügliche Gesellschaft: Susanne Wiegand (zweite von links), Martin Zauner und ein paar Vorstadtmädeln. - © Erich Reismann

Theaterkritik

Alle Ehre dem Wortwitz1

  • Unterhaltung ohne Originalitätszwang: Nestroys "Das Mädl aus der Vorstadt" in der Josefstadt.

Was man nicht alles aus Liebe macht. Zum Beispiel ertragen, dass einem "der Arm schon ganz einschlaft wegen dem ganzen Bracelettengewicht". So ergeht es Frau Erbsenstein in Erwartung ihres Verlobten Gigl. Der sich, da kann sie noch so erhaben im Brautkleid die erste Szene auf der Bühne des Theaters in der Josefstadt überragen... weiter




Ganz unten: Vera von Gunten

Theaterkritik

Böse Blumen

  • Thomas Bo Nilsson zeigt die morbid-lustvolle Installation "Jinxxx" im Schauspielhaus.

Treffpunkt Schauspielhaus. Neben dem Eingang befindet sich ein zweites Entree aus Wellblech. Die Tür ist verschlossen. Klingeln. Einzeln, im 15-Minuten-Takt, betreten die Theaterbesucher die Installation "Jinxxx" von Thomas Bo Nilsson. Zwei dürftig bekleidete Frauen umgarnen einen: "Setz dich." Schon sitzt man mit einem schalen Piccolo auf einem... weiter




Kindertheater

Die Zahl schön und die Stille im Herzen

Der Juckreiz, dem ein Pelz, Arme, Beine und eine Nase wachsen, der Bär, der seiner eigenen Stille in das Herz des Waldes folgt und mit dem Pinguin darüber debattiert, ob das Wort schön auch eine Zahl sein kann. Oder auch die Schildkröte, die sich auf dem Weg nach Geradeaus ständig planmäßig verirrt und mit dem Bären darüber nachdenkt... weiter




Gisela May als Mutter Courage mit Peter Aust in einer Aufführung am Berliner Ensemble in Ost-Berlin 1978. - © APAweb, dpa

Trauer um Gisela May1

  • Brecht-Schauspielerin und Chansonstar starb im Alter von 92 Jahren.

Berlin. Die deutsche Schauspielerin und Sängerin Gisela May ist tot. Sie starb am frühen Freitagmorgen im Alter von 92 Jahren in Berlin, wie das Berliner Ensemble (BE) mitteilte. "Für mich war Gisela May nach Helene Weigel die 'Königin' des Brecht-Theaters", sagte BE-Intendant Claus Peymann der Deutschen Presse-Agentur... weiter




Jens Lassak und Ute Reintjes in "Jinxxx". - © Thomas Bo Nilsson

Interview

"Die Sinne schärfen"3

  • Die Installation "Jinxxx" verwandelt das Wiener Schauspielhaus in einen Erfahrungsraum.
  • Gespräch mit Thomas Bo Nilsson, Julian Wolf Eicke und Jens Lassak über das Entstehen einer neuen Theaterform.

Zeitgenössische Theaterformen entfernen sich immer mehr vom gewohnten Bild inszenierter Dramentexte. Vor dem Hintergrund einer veränderten Kultur- und Medienlandschaft stellen sich Theatermacher neue Fragen - etwa die Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion. Grenzen werden hier neu vermessen. Am weitesten geht dabei eine Spielform... weiter




Flo und Wisch schreiben ihren Brief ans Christkind - über dessen Inhalt ist man sich nicht immer einig.

Kabarett

O wie schön ist Weihnachten5

  • Das Kabarettduo Flo & Wisch interpretiert im neuen Programm "Hallo Christkind" das Fest der Liebe neu.

Ein Weihnachtsspecial ist ja eine undankbare Sache: Da sitzt man ewig an neuen Nummern, die nach ein paar Aufführungen schon wieder Schnee von gestern sind. Insofern ist es durchaus legitim, dass das Kabarettduo Flo & Wisch für ihr neues Programm "Hallo Christkind" auch sein Archiv durchforstet hat - wobei man den beiden zugestehen muss... weiter




Lädt zur Brexit-Party: Christof Spörk . - © Wolfgang Hummer

Kabarett

"Es könnte mir wurscht sein"3

  • Am Ende des Tages ist es Christof Spörk aber glücklicherweise doch nicht egal.

Christof Spörk schweigt nicht. Nein, im Gegenteil. Er singt es auch noch laut heraus. Der frühere "Global Kryner" gastierte am Montag im Orpheum mit seinem Kabarettprogramm "Am Ende des Tages". Die Wien-Premiere seines mittlerweile vierten Solo-Programmes wurde von den Besuchern gefeiert und das zu Recht... weiter




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