Handke erhielt Auszeichnung f - © APA (Hochmuth)

Dramen

Peter Handke mit deutschem Dramatikerpreis geehrt

Für sein Gesamtwerk hat der österreichische Schriftsteller Peter Handke den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis erhalten. "Seine Bücher sind frei von routinierten Kniffen. Mit jedem Werk macht er sich auf, um sich selbst und die Welt zu entdecken", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) laut Mitteilung bei der Vergabe... weiter




Theaterkritik

Messer im Hirn

  • Ambitionierte Empörung im Kosmos Theater.

Heute Abend findet in der Hofburg der Akademikerball statt. Die von der FPÖ und den schlagenden Burschenschaften ausgerichtete Tanzveranstaltung in der staatstragenden Location gehört zu den umstrittensten Ereignissen der Wiener Ballsaison. Im Vorjahr kam es zu heftigen Protestaktionen, dieses Mal sind 13 Gegendemonstrationen angemeldet... weiter




Theaterkritik

Männerherz gegen Männerhirn

  • "Die schmutzigen Hände" von Jean-Paul Sartre im in St. Pölten.

Kampfgebiet Balkan, Zweiter Weltkrieg. In Jean-Paul Sartres "Schmutzigen Händen" hat der aus Moskau ferngelenkte bewaffnete Widerstand in einer Villa sein Untergrundbüro. Doch nicht Mussolinis und Hitlers Überfall ist das Thema des 1948 uraufgeführten Schauspiels, sondern die nach dem Beispiel osteuropäischer Länder ihre Machtübernahme... weiter




Leidens-Arioso: Andrea Eckert, Günter Franzmeier. - © G. Brandenstein

Theater

Verlegen in Klinisch-Weiß1

  • "Gift. Eine Ehegeschichte" mit Andrea Eckert im Wiener Volkstheater.

Der Glanz einer Diva umschmeichelt Andrea Eckert seit ihrem Dauerbrenner "Maria Callas". Umso schwerer ist es, ihr in der Post-Ehe-Konversation "Gift" ein verlassenes, gedemütigtes, zielloses Menschenkind abzunehmen - diesem maskenhaften Schöngesicht, demimondän, mit überhöhtem schwarzen Brauenstrich und überroten Lippen? So sehen Giftmörderinnen... weiter




Erst ein muffiger Studiosus: Julian Loidl als Faust. - © J. Stehlik

Faust-Theater

Faust ohne Staub3

  • Gernot Plass hat Goethes "Faust" überschrieben: ein Glücksfall.

Es beginnt, wie bei Goethe, mit dem Vorspiel auf dem Theater: Theaterdirektor, Dichter und Schauspieler beraten sich über das perfekte Stück, das die Massen in die Sitzreihen lockt und bewegt. In Folge wird der Faust gegeben, die große Geschichte des an der Leere aller Erkenntnis verzweifelnden Wissenschafters... weiter




Sarah Viktoria Frick als Käthchen und Falk Rockstroh als Waffenschmied. - © apa/Roland Schlager

Das Käthchen von Heilbronn

Märchen ohne Märchenschluss3

  • Kleists "Käthchen von Heilbronn" - an der Burg neu gedeutet von David Bösch.

Kleists "Käthchen von Heilbronn" gehört zu den rätselvollsten Liebesgeschichten der Weltliteratur. Der Dichter selbst sah es als "die Kehrseite der Penthesilea". Geht es doch in beiden Stücken um die Erfahrung der absoluten Liebe. Jene der Amazonenkönigin endet letal. Käthchen hingegen folgt seinem widerborstigen "hohen Herren" hartnäckig und... weiter




Andreas Eckert als Sie und Günter Franzmeier als Er in "Gift. Eine Eegeschiche" das am 23. Jänner am Volkstheater in Wien Premiere hatte. - © APAweb / Roland Schlager

Theaterkritik

Verlegenheit in Klinisch-Weiß6

  • "Gift. Eine Ehegeschichte" mit Andrea Eckert im Wiener Volkstheater.

Der Glanz einer Diva umschmeichelt Andrea Eckert seit ihrem Dauerbrenner "Maria Callas". Umso schwerer ist es, ihr in der Post-Ehe-Konversation "Gift" ein verlassenes, gedemütigtes, zielloses Menschenkind abnehmen - diesem maskenhaften Schöngesicht, demimondän, mit überhöhtem schwarzen Brauenstrich und überroten Lippen? So sehen Giftmörderinnen in... weiter




Hilft auch nicht: Aglaia Szyszkowitz und Bernhard Schir. - © R. Newman

"Die Wunderübung"

Furien und Kampfhähne3

  • Ehekrach mit Lachgarantie: Daniel Glattauers Paartherapiekomödie "Wunderübung" in den Kammerspielen.

Ein Raum in dezenten Grautönen, ein Paar auf Chromstühlen, eine Atmosphäre wie beim Finanzberater. Man kann leicht auf die Idee kommen, dass die beiden Mitvierziger inmitten der Szenerie die Rahmenbedingungen für einen Kredit verhandeln - und nicht ihre Ehe. Kein Mucks ist zu hören, nur leises Blubbern des Wasserspenders... weiter




Chris Haring lässt Porträts farbenprächtig implodieren. - © Loizenbaue

Performance-Kritik

Warhols Erben1

  • Der heimische Performer Chris Haring startet mit "Shiny, Shiny . . ." seine neue Reihe "Imploding Portraits Inevitable".

"Am Puls der Zeit" zu sein klingt nach einer abgedroschenen Phrase. Ist es auch. Dennoch, die Redensart fasst Chris Harings Schaffen punktgenau zusammen. Auch sein am Donnerstag uraufgeführtes "Shiny, Shiny . . . Imploding Portraits Inevitable" reiht sich in diese Beschreibung ein. Der österreichische Performer widmete sich zuvor etwa in "Deep Dish... weiter




Es fliegen Haare und Mähnen: Die Tänze des Rossbändigers Bartabas ergänzen Mozart ästhetisch hochwertig. - © Stiftung Mozarteum/Matthias Baus

Pferdechoreografie

Edle Rösser schnauben nicht

  • Ungewöhnlicher Start der Salzburger Mozartwoche: Pferdechoreografie in der Felsenreitschule.

Wie mickrig nehmen sich doch sonst die Menschlein auf der Bühne der Felsenreitschule im Salzburger Festspielbezirk aus, verglichen mit stattlichen Pferdekörpern! Für sie ist der Raum als ein Ort der Pferdekunst schließlich gemacht. Mozart und edle Vierbeiner aus Versailles: Ein sehr stimmiger Auftakt nun für die Mozartwoche... weiter




Theaterkritik

Proletenpassion 2015: Haltung, trotz allem!

Eine Geschichte der Beherrschten verspricht die 1976 im Rahmen der Wiener Festwochen uraufgeführte "Proletenpassion", ein über 60 Lieder umfassender Musikabend, der die Geschichte des Aufstandes gegen das System von Unterdrückern und Unterdrückten - von den Bauernaufständen über die französische Revolution hin zu den Auswüchsen der Sowjetunion -... weiter




Jürgen Vogl (r.) therapiert Gerhard Walter. - © Moritz Ziegler

Kabarett

Sigmund therapiert Adolf2

  • In "Heil!THERAPIE" stehen die beiden Kabarettisten Jürgen Vogl und Gerhard Walter erstmals gemeinsam auf der Bühne.

(mozie) Adolf Hitler besucht die Praxis von Sigmund Freud, soviel ist sicher. Jedoch müssen zunächst die Rollen verteilt werden. Wer spielt wen? Gerhard Walter hat keine Kinder, und deshalb spielt er Hitler, während Jürgen Vogl in die Rolle Freuds schlüpft. Mit seinen Schaufeln, den Worten, beginnt Vogl als Freud zu graben und erfährt während der... weiter




Stille Größe: Leo Nucci als Verdis Doge. - © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Opernkritik

Der Charme der Reduktion

  • Gediegenes Repertoire: "Simon Boccanegra" mit Leo Nucci an der Staatsoper.

(irr) Mit seinen 32 Jahren war Victor Maurel, Premierensänger von Verdis überarbeitetem "Simon Boccanegra" (1881), vergleichsweise ein Jungspund: Die Rolle des weisen Dogen ist heute nicht selten eine Spielwiese für den Herbst der Karriere. Thomas Hampson, 59, hat sich den - in seinem Gerechtigkeitssinn selbst giftresistenten - Herrscher als... weiter




Politik zerrüttet: Gustav bei der "Proletenpassion 2015 ff." - © Y. Haddad

Proletenpassion

Proleten zuhauf in Sweatshops

  • Eva Jantschitsch alias "Gustav" über die Neuauflage der "Proletenpassion" im Werk X.

Kunst um der Kunst willen - das ist nicht die Sache von Eva Jantschitsch, die als "Gustav" Chanson-artige Melodien mit dezidiert politischen Texten verbindet. Während Gustav seit 2008 auf ihr neues Album warten lässt, betätigt sich Jantschitsch als Komponistin von Theater- und Filmmusik - so auch bei der Neuauflage der "Proletenpassion"... weiter




zurück zu Kultur


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Frida Kahlos verborgene Fotos aus Privatarchiv
  2. Ist da jemand?
  3. Peter Handke mit deutschem Dramatikerpreis geehrt
  4. Ein Autogramm der Beatles aufs Gipsbein
  5. Miss-Marple-Darstellerin Geraldine McEwan tot
Meistkommentiert
  1. Glauben gegen alle Vernunft
  2. Wir haben Angst!
  3. Facebook will’s wissen
  4. "Danke, Udo!"
  5. Nicht ohne meine Maske!

Werbung



Opernkritik

Ein Himmel voller Galgen

Der Held ist tot, jetzt wird noch die Tragödin auf ihn herabstürzen: Edita Gruberova über Dario Schmunck. - © Monika Rittershaus Wie schlimm kann es sein, die Braut vor der Heirat im Hochzeitskleid zu sehen? Es kann durchaus in die Katastrophe führen - jedenfalls nach der... weiter




Oper

Zweifelhafte Liebesgeschichten und Heiratssachen

Leidenschaftliche Momente? Mangelware. - © Staatsoper/M. Pöhn Ein Strauss-Höhepunkt jagt im Haus am Ring in letzter Zeit den nächsten. Erst Christian Thielemann mit der "Ariadne"... weiter







Böse Zungen behaupten, Markus Lanz sei als Nachfolger von Thomas Gottschalk ein Griff in die Sch . . . okolade gewesen (hier badet er jedenfalls am 23. März 2013 darin). Christoph Waltz hat den 2536. Stern am Walk of Fame bekommen.

Poesie und Ironie: Peter Zegveld.