Ein Mann blickt in den Abgrund seines Lebens, es schwindelt ihn, die Haare stehen ihm zu Berge. Er hört sich Tonbänder an, die er im Lauf seines langen Lebens besprochen hat, um sich Rechenschaft für seine Taten abzulegen; lauschend und sinnierend reist er zurück in die eigene Vergangenheit. Krapp heißt der Mann... weiter
"Wiener Zeitung": Sie verkörpern in Friedrich Dürrenmatts Stück "Der Besuch der alten Dame" die Titelrolle, eine machtbewusste Frau. Anne Bennent: Was Dürrenmatt in dieser vielschichtigen Figur bündelt, lässt sich gar nicht alles spielen. Claire Zachanassian ist gleichsam die erste mächtige Frauenfigur, die ich verkörpere... weiter
Wien/NÖ. 1949 ist für die Geschichte des Sommertheaters ein bedeutsames Jahr: Die Chronik des Landesmuseums Niederösterreich verzeichnet die erste Freilicht-Theateraufführung der Nachkriegsjahre. Eine beherzte Laientruppe inszenierte damals einen "Wachauer Jedermann" im Kolomanihof des Stifts Melk. In den 1950er Jahren kamen die Kremser Festwochen... weiter
Unter den herausragenden Bühnenfiguren des Welttheaters gibt es einen Protagonisten, der seine Faszination dadurch entfaltet, dass er zwar im Mittelpunkt steht, während der gesamten Spieldauer aber nie sichtbar wird: Harvey, so der Name des Unsichtbaren, ist ein knapp zwei Meter großer, weißer Hase; das Fantasiewesen ist der beste Freund von Elwood... weiter
Woher das Missverständnis von "Aida" als Monumental-Oper herrührt, ist nur noch schwer zu eruieren. Denn schließlich ist dieses intime Beziehungsdrama vierer Personen eigentlich ein Kammerspiel, das nicht zufälligerweise einstmals auch auf der nicht gerade großen Bühne des Theaters in der Josefstadt Platz gefunden hat... weiter
Wer hats erfunden? Eigentlich die Griechen. Schon in ihrer Mythologie dampften üble Überraschungsmenüs: Da bewirtete etwa der listige Atreus seinen Bruder - und verriet dem Gast erst danach, dass der soeben die eigenen Kinder gegessen hat. Ähnlich Grausiges nun bei der letzten Festwochen-Premiere. "Written on Skin", 2012 uraufgeführt... weiter
Mit kaum etwas hat man einen so reichen Schatz an Sprichwörtern vor sich wie mit einem Packerl Spielkarten. Mit dem Ass im Ärmel sollte man sich mit allen Trümpfen in der Hand am besten nicht in die Karten schauen lassen. Und so weiter. Ja, so eine Überfrachtung mit Allgemeingut kann schnell einmal etwas klischeehaft wirken... weiter
Das "Ich" ist ein seltenes Wort in Theaterkritiken, wie es vielleicht auch ein seltenes Wort im Kopf des Zusehers ist, der im dunklen Saal des Theaters aus der Anonymität heraus Schauspielern beim Rezitieren von Texten beiwohnt. Allzu leicht nimmt man den distanzierten Blick ein, zieht eine imaginäre... weiter
Wien. Da ist er wieder, der Vergleich. "Jetzt fängt das in Wien an. In Stockholm hab’ ich das fast hinter mir", sagt Nina Stemme, jedoch mit einem breiten Lächeln. Es ist ja nicht das Schlechteste, was einem passieren kann: Seit die Schwedin an der Wiener Staatsoper im Mai nacheinander in allen drei Brünnhilde-Partien brillierte... weiter
Die Welt, so erzählt es uns die Bibel, sei von Gott an sieben Tagen erschaffen worden; am letzten Tag folgte auf Licht, Landschaft und Tiere dann - gleichsam als die viel beschworene Krone der Schöpfung - der Mensch. Ebenfalls an sieben Tagen erzählt nun Yosi Wanunu, Performer und Leiter des Bühnenkollektivs Toxic Dreams... weiter
Ein stimmungsvoller Schlosshof, ein wunderschönes Bühnenbild, ein lauer Frühsommerabend: Zehn-Jahres-Jubiläum der Sommerspiele Schloss Sitzenberg. Auf dem Programm steht Schnitzler: "Komtesse Mizzi" und "Anatols Hochzeitsmorgen". Letzteres ein Paradeauftritt für ein hervorragendes Schauspielertrio: Peter Fernbach (ein idealer Anatol)... weiter
Hätten doch mehr Menschen den Mutterwitz von Frau Pusebach besessen - die beiden Weltkriege wären wohl unterblieben. "Männer wie wir werden die Welt verändern", tönt der Berliner Fritz Steppke siegesbewusst an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Bei seiner Vermieterin verfängt das aber nicht: "Vor solchen Typen hat mich meine Mutter schon gewarnt... weiter
New York. Das von Cyndi Lauper geschriebene Musical "Kinky Boots" ist der große Gewinner der diesjährigen Tony-Awards. Laupers erstes Stück für den Broadway räumte am Sonntagabend (Ortszeit) in New York insgesamt sechs der begehrten Theaterpreise ab, darunter auch die Auszeichnung für das beste Musical... weiter
Es ist ein bisschen wie mit den Krautfleckerln von der Tante Jolesch. Warum war diese Premiere noch einmal so wichtig? Richtig: Weil die (scheidende) Leitung der Wiener Festwochen auch heuer mit Opern geizt. Während ein Füllhorn an Premieren auf Theaterfreunde niederprasselt, muss sich der Musikfan mit vier Produktionen bescheiden... weiter
Im Schwetzinger Rokokotheater beginnt es diesmal schon mit dem Ende - und zwar von Matthias. Er liegt in einem Krankenhausbett...
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"Bist du vom Himmel herabgestiegen?" Diesmal ganz sicher nicht: Die Hofdame in Nöten erblickt den Retter ausnahmsweise auf dem Boden: Verdis...
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