Kleine Frau mit großen Vorbildern: Claudia Rohnefeld (1,50 Meter) tritt in die Fußstapfen von Karl Farkas (l.) und Martin Flossmann (r.). - © Leo_Bauer

Interview

Die dritte Frau2

  • Als Simpl-Conférencière hat sich Claudia Rohnefeld unerwartet ihren Kindheitstraum erfüllt.

Tilde Lechner, Dolores Schmidinger - und jetzt Claudia Rohnefeld. In der 103-jährigen Geschichte des Wiener Kabarett Simpl ist die junge Wienerin die erst dritte weibliche Conférencière, die vor dem berühmten roten Vorhang durchs Programm führt. Am 15. September hat die neue Simpl-Revue "Bitte alle aussteigen" Premiere... weiter




Französischer Barock: Elodie Hache und Jeffrey Francis - © Rupert Larl

Opernkritik

Merkwürdige Stilmischung

  • Jean-Baptiste Lullys "Armide" bei den Innsbrucker Festwochen Alter Musik.

Endlich gibt es französischen Barock in Innsbruck! Und dann auch noch ein wirkliches Meisterwerk - Jean-Baptiste Lullys 1686 in Paris uraufgeführte "Armide". Das war ein Jahr vor seinem Tod und dem Sonnenkönig-Komponisten gelang hier nochmals ein musikalischer und musikdramaturgischer Wurf. Die Festwochen zeigen das Stück im Innenhof der... weiter




Todesfall

Musicalstar Jean-Baptiste nach Sturz von Feuerleiter gestorben1

  • Polizei geht von Unfall aus.

New York. Kyle Jean-Baptiste, Musicalstar und erster Schwarzer in der Hauptrolle von "Les Miserables" am Broadway, ist tot. Der 21-jährige Schauspieler und Tänzer starb nach Angaben der "New York Times" nach einem Sturz von der Feuerleiter seiner Wohnung. Jean-Baptiste, ein gebürtiger New Yorker, galt als so etwas wie ein Wunderkind des Broadways... weiter




Paulus Manker: "'Alma' ist nicht betroffen." - © apa/Herbert Neubauer

Paulus Manker

Konkurs für Paulus Manker26

  • "Alma ist nicht betroffen", versichert der Schauspieler und Regisseur.

Wien. (irr/greu) Seit Freitag steht fest: Schauspieler, Regisseur und Enfant terrible Paulus Manker muss sich mit einem Konkursverfahren herumschlagen. Der am 27. August beim Handelsgericht Wien bekannt gemachte Konkurs gegen Manker wird als "geringfügig" geführt, das bedeutet, dass das zur Konkursmasse gehörende Vermögen voraussichtlich nicht mehr... weiter




"Man schwitzt wie ein Schwein": Tanztheater im Werk X. - © V. Stefan

Musiktheater

Schweiß und Steinofenpizza

  • "Pizzeria Anarchia" eröffnete die Musiktheatertage Wien.

Vor einem Jahr wurde die Pizza endgültig zum anarchischen Symbol. Nun kommt sie auf die Bühne. Die polizeiliche Räumung eines besetzten Hauses in der Mühlfeldgasse hatte am 28. Juli 2014 absurde Züge angenommen: 1700 Beamte mit Wasserwerfer, Panzerwagen und einem Hubschrauber räumten ein von 19 Personen verbarrikadiertes Haus... weiter




Tiefschürfen am Burgtheater mit Gogols "Revisor": vorne (v.l.n.r): Oliver Stokowski, Fabian Krüger, Michael Maertens, Dörte Lyssewski, hinten: Ensemble. - © Reinhard Werner

Interview

Theater ist ungesund3

  • Regisseur Alvis Hermanis über den Sinn des Lebens, Religion und die Gefahren der Theaterarbeit.

"Wiener Zeitung": Mit Ihrer Adaption von Gogols "Der Revisor", einem Stück über Korruptions- und Lügengeschichten unter geldgierigen Entscheidungsträgern, wird am kommenden Freitag die neue Spielzeit am Burgtheater eröffnet. Sind Verweise auf die Finanzkrise des Hauses oder auf andere rezente Geldskandale eingeplant? Alvis Hermanis: Überhaupt... weiter




Lorbeeren

Burg "Theater des Jahres"

  • Kritikerumfrage: "Die lächerliche Finsternis" wurde Inszenierung und Stück des Jahres, Stefanie Reinsperger Schauspielerin bzw. Nachwuchsschauspielerin des Jahres.

Wien. Die traditionelle Kritikerumfrage der Fachzeitschrift "Theater heute" hat für 2014/15 einen Triumph des Burgtheaters gebracht. Es wurde bei der Umfrage unter 42 Kritikern des deutschen Sprachraums zum Theater des Jahres gewählt, Dusan David Parizeks Uraufführung von "Die lächerliche Finsternis" wurde Inszenierung des Jahres... weiter




Noblesse: Krassimira Stoyanova als Feldmarschallin (rechts), auch heuer umworben von Sophie Koch als Octavian. - © apa/Barbara Gindl

Opernkritik

Zarte Triebe9

  • Der Salzburger "Rosenkavalier" ist zurück - und vor allem gesanglich ein Ereignis.

(irr) Mitunter darf man auch einmal einen Tenor ignorieren. Der Schönklangprotz im morgendlichen Salon der Frau Marschallin hat nämlich interessante Konkurrenz bekommt. Sieh an: Am Katzentisch drängt der Herr Ochs auf Lerchenau einem Notar ein Papier auf, der wehrt sich, der Grobian aber insistiert, bis der Doktor den Wisch in Augenschein nimmt... weiter




Starker Tobak statt Wohlfühlpremiere: Regisseur Peter Konwitschny klagt in "Die Eroberung von Mexico" eine materialistische Gesellschaft an - und damit auch das Festspielpublikum. - © apa/Barbara Gindl

Festspiel-Bilanz

Kreative Krisenbewirtschaftung

  • Wie waren sie, die Salzburger Festspiele? In der Königskategorie Oper jedenfalls ein Erlebnis - trotz schwieriger Verhältnisse.

"Jedes Ding hat seine Zeit", singt die Marschallin im "Rosenkavalier". Der Opernhit von Richard Strauss darf freilich als Ausnahme von der Regel gelten. Die Komödie über ein Alt-Wien, das es so nie gab, wird selber nie alt, und sie demonstriert diese Unverwüstlichkeit regelmäßig bei den Salzburger Festspielen... weiter




Blut- und Rachetaten: Cecilia Bartoli und Christopher Maltman im antiken Ausnahmezustand.

Opernkritik

Beredt durchs Leidensalphabet

  • "Iphigénie en Tauride" in Salzburg mit Cecilia Bartoli.

Man kann über Cecilia Bartoli sagen, was man will: Eine Diva, die sich gottgleich inszeniert sehen will, ist diese Opernsängerin und Leiterin der Pfingstfestspiele nicht. Denkbar irdisch sieht sie nun auch aus in jener zweiten Produktion, die heuer (neben Bellinis "Norma") von ihrem Festival zu den Sommerfestspielen übersiedelt ist: Ein in... weiter




So stimmungsvoll kann die Felsenreitschule sein: Johanna Wokalek (Zauberin) und Kate Lindsey (Dido). - © Monika Rittershaus

Salzburger Festspiele

Die Hexe ist das böse andere Ich3

  • Purcells "Dido and Aeneas", musikalisch unverkrampft in Salzburg.

Da haben die Salzburger Festspiele mächtig geflunkert und falsche Bescheidenheit vorgetäuscht: Henry Purcells "Dido and Aeneas" in der Felsenreitschule war keine konzertante, auch keine semiszenische, sondern eine vollgültige Bühnenaufführung: die Geschichte eines Jugendtraumas. Purcells Werk beantwortet ja nicht... weiter




Ein Triumph: HK Gruber dirigierte die "Dreigroschenoper" mit Max Raabe (l.). - © Salzburger Festspiele/Borrelli

Konzertkritik

So jung ist Weills Musik

  • Eine Wiedergutmachung: "Die Dreigroschenoper", originalgetreu in Salzburg.

Der Vergleich macht sicher: wenn schon "Dreigroschenoper", dann mit der Musik von Kurt Weill. Und zwar so und nicht anders gespielt wie am Samstag in der Felsenreitschule vom Ensemble Modern unter HK Gruber. Die Salzburger Festspiele hatten ja - eine große Ausnahme - von der pingelig über die Originalgestalt der Musik wachenden Weill-Foundation die... weiter




Gemalte Gräueltaten auf Galgen- Spraydosen. - © Raphael Brand

ImPulsTanz

Kriegerisches Kopfkino4

  • Christine Gaigg spürt mit kühler Distanz den Kriegsschrecken nach.

Kühl ist es. Nicht nur die Halle des 21er Haus mit knapp über 20 Grad. Auch die Performance "Look, Look, Come Closer" der heimischen Performerin Christine Gaigg verbreitet kühle Distanz. Im Rahmen des Impulstanz-Festivals setzt sich Gaigg mit erstaunlich einfachen Mitteln mit Angst, Gewalt und Krieg auseinander... weiter




Bunte Mord- und Mori-Taten: Michael Rotschopf (Mitte) als Macheath. - © apa/Barbara Gindl

Theaterkritik

Bilder verniedlicht, Musik weichgespült6

  • Bert Brechts "Dreigroschenoper" in falscher Façon bei den Salzburger Festspielen in der Felsenreitschule.

Der landläufige Jammer über zu viel "Regietheater" klagt originalgetreue Harmonien und wohltemperierte Weltsichten ein, die unter Dekonstruktionshämmern bersten. Was aber, wenn schon das Original den schönen Schein zerstören will, welcher den Klassenkampf wegblendet, und wenn der Dichter Brecht (in "Trommeln in der Nacht"... weiter




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