Immer ladylike: Annemarie Düringer auf einer Aufnahme aus 2001. - © apa/Hans Klaus Techt

Nachruf

Angesteckt vom Theatervirus

  • Annemarie Düringer, Burgtheater-Doyenne und Trägerin des Alma-Seidler-Rings, ist an ihrem 89. Geburtstag gestorben.

Wien. "Alles lag in Trümmern und es roch etwas modrig. Aber wenn sie vom Theatervirus angesteckt sind, stört sie das nicht, sie wollen nur lernen und dabei sein", mit diesen Worten erinnerte sich Annemarie Düringer vor einigen Jahren im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" an ihre Ankunft in Wien - im Jahr 1947... weiter




Theaterkritik

Die Amerikaner kommen

  • Oscar Wilde "Gespenst von Canterville" im Landestheater St.Pölten.

Flackernde Luster, Donnerschläge, klappernde Blechrüstungen, knarzender Sargdeckel, Knochenhand, Blutfleck an der Wand. In Oscar Wildes Märchen "Das Gespenst von Canterville" rumort ein untoter Ahne schon seit 300 Jahren im Schloss derer von Canterville. Nur die Tränen eines reinen Mädchens verschaffen dem Mörder seiner Gattin Ruhe in Ewigkeit... weiter




Mörbisch

Mörbisch: Abheben mit dem Kreuzfahrtschiff1

Wien. (irr) Dagmar Schellenberger weiß, was ihr Publikum erwartet - auch wenn es nur um die Vorschau auf den nächsten Sommer geht. Als Chefin der Operettenfestspiele Mörbisch heißt es da, stets mehr als nur eine zarte Ahnung des kommenden Spektakels zu vermitteln. Aus diesem Grund hat Schellenberger diesmal in die italienische Botschaft geladen... weiter




Theaterkritik

Cola und Sushi

  • Russisch-japanisches Künstlerduo im brut.

Wie könnte Zusammengehörigkeitsgefühl in einer globalen Weltengemeinschaft entstehen? Welche verbindenden Erlebnisse könnte es geben, um fehlende gemeinsame Traditionen auszugleichen? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Michikazu Matsune und Maxim Ilyukhin in ihrer jüngsten Aufführung "Objective Point of Views"... weiter




Das Leben auf der Bühne: R imini Protokoll inszeniert im dokumentarischen Theater einmal mehr politische Themen. - © D. Kossowski/Kunstschule Wandsbek

Deutsches Schauspielhaus Hamburg

"Wo ist Russland?"1

  • Rimini Protokoll zeigt eine inspirierende Simulation einer "Welt-Klimakonferenz" im Hamburger Schauspielhaus.

Das Berliner Künstlerkollektiv Rimini Protokoll ist bekannt für sein dokumentarisches Theater. Heldgard Haug, Daniel Wetzel und Stefan Kaegi holen das Leben auf die Bühne, machen Theaterbesucher und thematische Experten zu Akteuren; Schauspieler übernehmen höchstens Nebenrollen. So entsteht mit den Mitteln des Theaters eine neue Sicht auf unsere... weiter




Theaterkritik

Automaten müssen funktionieren

Mit "Nora oder Ein Puppenheim" entwarf Henrik Ibsen vor über 130 Jahren das Bild einer nach Selbstbestimmung strebenden Frau in einer männerdominierten Welt - nun, im Jahre 2014, in einer Zeit, die sich der Gleichberechtigung wenigstens angenähert hat, unterwirft das TAG das Stück einer Neubewertung... weiter




Russische Dekadenz: Constanze Passin, Dennis Cubic, Tim Breyvogel, unten: Dennis Cubic, Tim Breyvogel, Lichtenberger Bozoki. - © Y. Haddad

Theaterkritik

Lost in Gucci

  • Im Werk X zeigt Ali M. Abdullah das sinnentleerte Leben der neureichen Russen.

Wie öd ist dieses Leben - tagsüber Büro, abends exklusive Restaurants, nachts teure Clubs - nur auszuhalten mit Wodka, Koks und schönen Frauen. So sieht die Welt der Moskauer Neureichen aus, festgehalten von ihrem Chronisten Sergej Minajew (39). Der russische Bestsellerautor hat in seinem Debütroman "Seelenkalt" (2006) die Orientierungslosigkeit... weiter




Theater

"Kabale und Liebe" im Salzburger Landestheater2

Ein Klassiker pro Saison muss sein in einem Landestheater, und so zeigt man in Salzburg "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller. Am Samstagabend war die Premiere dieses bleischweren Stücks um Intrige und einen Eid, der alles nur noch schlimmer macht. Aber Regisseurin Alexandra Liedtke hat das Stück jugendlich flott inszeniert... weiter




Theater

Wenig Begeisterung für Nestroy-Abwandlung in Graz

Der Applaus nach gut zweieinhalbstündiger Premiere lief am Samstag im Grazer Schauspielhaus schleppend an und blieb insgesamt eher verhalten. Kein Wunder: Beim Stück "Lumpazigeist Höllenangst Umsonst" handelt es sich nicht um den fröhlich-bissigen Nestroy-Remix, den sich viele im Publikum nach den Ankündigungen vielleicht erwartet hatten. Ed... weiter




Exquisit: Peter Rose als Ochs auf Lerchenau. - © Wiener Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Ein Ochs rettet Alt-Wien3

  • Durchwachsener "Rosenkavalier" mit starker Orchesterleistung an der Staatsoper.

(irr) Den Weg zum Kometen hätte sich Rosetta sparen können. Um wirklich etwas über die Anfänge des Sonnensystems zu erfahren, sollten ESA-Raumsonden besser auf dem "Rosenkavalier" der Wiener Staatsoper landen. Gewiss - das ist jetzt ein bisschen überspitzt. Die erwähnte Regiearbeit, erschaffen von Otto Schenk... weiter




Opernfestspiele

St.Margarethen: Breitere Basis für Steinbruch-Festival3

St.Margarethen. (irr) Nach einem turbulenten Festivalsommer soll das Drama im nächsten Jahr wieder auf der Bühne stattfinden, nicht dahinter: Ab 8. Juli zeigen die Opernfestspiele St.Margarethen "Tosca", Regie führt - bereits zum dritten Mal in Serie - Robert Dornhelm. Neu ist, dass bei der Präsentation ein bekanntes Gesicht fehlte... weiter




Seniorensex folgt auf Rührstück: Doris Weiner und Pavel Fieber in Peter Turrinis "Josef und Maria". - © Lalo Jodlbauer

Theaterkritik

Versteckter Salut

  • "Josef und Maria" als Hommage an Peter Turrini zum 70. Geburtstag.

Die Josefstadt und das Burgtheater haben bereits für Peter Turrini zum 70. Geburtstag Salut geschossen. Mit der bunten Kunst-und-Leben-Bilanz "C’est la vie" und der Kärntner Schwulenposse "Bei Einbruch der Dunkelheit". Das Volkstheater reiht sich in die Gratulationstour mit Remakes einstiger Uraufführungen ein... weiter




New Age: Die Politik wünscht sich, dass Tomas Zierhofer-Kin auch ein jüngeres Publikum zu den Festwochen lockt. - © apa/Helmut Fohringer

Wiener Festwochen

Einladung an die Utopisten

  • Tomas Zierhofer-Kin, Chef der Wiener Festwochen ab 2017, plant eine interdisziplinäre Zukunft.

Wien. Jetzt wird er es also wirklich. Bereits in der Vergangenheit als Kandidat gehandelt, wird Tomas Zierhofer-Kin im Jahr 2017 Markus Hinterhäuser als Intendant der Wiener Festwochen ablösen. Um seine Freude auszudrücken, zitierte der 46-Jährige am Mittwoch vor Journalisten zwei Zeilen des von ihm geschätzten Liedermachers Leonard Cohen herbei: ... weiter




"In Wien fühle ich mich zu Hause": der Schauspieler Pavel Fieber an der Seite von Bezirke-Chefin Doris Weiner in Peter Turrinis Weihnachtsmärchen "Josef und Maria". - © Lalo Jodlbauer

Interview

"Verrückte Zeiten"1

  • Pavel Fieber über Kinderjahre im Lager und sein Engagement für Künstler des Prager Frühlings.

Wien. Der Zeitzeuge und Schauspieler Pavel Fieber, 1941 in Krnov, dem heutigen Tschechien, geboren, tritt nach langer Spielpause wieder in Wien auf. Im Volkstheater in den Bezirken ist Fieber, der als Kind im Zwangsarbeiterlager interniert war, an der Seite von Bezirke-Chefin Doris Weiner in Peter Turrinis Zweipersonen-Stück "Josef und Maria" zu... weiter




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Oper

"Brennt die Bühne nieder!"

"Ich bin Leon Klinghoffer": Vor der New Yorker Met solidarisieren sich Demonstranten mit dem jüdischen Mordopfer einer PLO-Entführung, das der Komponist John Adams - vermeintlich - verunglimpft hat. - © ap New York. Es ist ein besonderer Anlass. Die "New York Times" hat einer Oper einen Leitartikel gewidmet. So bedeutsam fand man bei der sogenannten Grey... weiter




Theatersommer

Musik liegt in der Landluft

Auf in den Kampf: In Gars setzt es auf diesem Archivbild "Carmen"; heuer wird sich im wildromantischen Waldviertel der "Freischütz" einfinden. - © Oper Burg Gars (irr) Man sah die Idee förmlich kommen. Als Christoph Wagner-Trenkwitz, Musik-Conferencier und Fürstreiter der leichten Muse... weiter







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Victor Noir war ein französischer Journalist und Gegner Napoleon Bonapartes. Er wurde <span class="st">1870 </span>von Prinz Pierre Napoleon Bonaparte, einem Großneffen Napoleon Bonapartes, erschossen. Diego Velazquez im KHM. Die Ausstellung "Velazquez" läuft von 28. Oktober bis 15. Februar 2015 im Kunsthistorischen Museum in Wien.