Irischer Seelentrost: Millie Reeves, Peter Ormond. - © Reinhard Reidinger

Theaterkritik

Landnahme

  • Märchenhaftes Volksstück aus Irland im English Theatre.

Vorhang und Bühnenhintergrund richten den Blick auf Wiesen und Felder der grünen Insel - Irland. Auch dort ist die Seele ein weites Land. Die wahren Gefühle kommen den Menschen nicht leicht über die Lippen, den Männern noch weniger als den Frauen, von denen es eine an Power locker mit zwei Männern aufnimmt... weiter




Duo Infernale: Johanna Withalm, Johanna Rehm (u). - © Bettina Frenzel

Theaterkritik

Das Grauen hinter den Spiegeltüren

  • Effektvolle Inszenierung von Genets "Zofen" in der Wiener Scala.

Spiegeldrehtüren und Blumen dominieren die Bühne. Eine gnädige Frau quält ihre Zofe. Aber bald merkt man, dass hier in Wirklichkeit zwei Zofen, die Schwestern Claire und Solange, agieren. Sie betreiben eines ihrer vielen Rollenspiele, in denen eine die Herrin mimt und deren Kleider und Schmuck trägt... weiter




Kabarett

Rückblick nach vorn1

  • Joesi Prokopetz zieht mit neuem Programm Bilanz.

Wie feiert man als Kabarettist, der schon seit mehreren Jahrzehnten auf der Bühne steht, adäquat seinen 65. Geburtstag? Richtig - mit der Premiere eines neuen Programms. Und so fand sich Joesi Prokopetz mit "Vollpension - Blick zurück nach vorn" im Wiener Orpheum ein, um gebührend zu feiern, zurückzublicken und dabei auch den Blick in die Zukunft... weiter




Kleine Bühne mit großem Potenzial: ein Blick in das Eldorado-Foyer, der Bühne am Petersplatz. - © Werk X

Kulturpolitik

Faire Bedingungen1

  • Neuausrichtung des Eldorado ist auch ein Kampf um bessere Konditionen für freie Gruppen.

Wien. Die Wiener Off-Theaterlandschaft ist ein weites Feld. Nun könnte es hier zu tektonischen Verschiebungen kommen. Die Doppelführung von Werk X und Eldorado steht zur Diskussion. Seit 2011/12 führt das Duo Harald Posch und Ali M. Abdullah die Bühne in Meidling und die kleine Spielstätte am Petersplatz. Das könnte sich jetzt ändern... weiter




Traumwelten (l.) Helmut Stippich, Toni Slama. - © Alexi Pelekanos

Theaterkritik

Natur und Kultur tanzen versöhnt

  • Shakespeares Komödie "Wie es euch gefällt" überzeugt im Landestheater Niederösterreich in St. Pölten.

Die reale und die erträumte Welt prallen in Shakespeares "Wie es euch gefällt" (1599) aufeinander: als ein Theater der Wirklichkeit und ein utopisches Theatertheater. Zu oft wird die tief im Denken der Renaissance verwurzelte Komödie in lauen Sommertheaterstunden gefühlswarm verblödelt. In St. Pölten löst Gottfried Breitfuß die wunderbare Metapher... weiter




Theaterkritik

Schuld und Sühne

"Bash" ist wohl eines der beunruhigendsten Stücke des Gegenwartsdramas. In drei Bühnenmonologen wird jeweils ein Mord gestanden. Die Tötungen wurden nie entdeckt, sie erschienen als Unfall, die Mörder kamen ungestraft davon. Der US-amerikanische Dramatiker und Filmemacher Neil LaBute, 54, spielt dabei mit Erwartungen und Moralvorstellungen... weiter




Dschihad-Satire: v. l. Barbara Braun, Angela Schneider, Petra Niedermayer, Michael Perner, Samuel Meister, Marius Schiener. - © Rolf Bock

Theaterkritik

Hysterie statt Pointe

  • Im Theater Forum Schwechat geht "Stirb, bevor du stirbst" im falschen Tempo unter.

Die Nachbarin kocht (so süß) und hört Musik (so laut). Was wie ein Nachbarschaftsstreit beginnt, führt über einen Besuch des Anti-Terror-Beauftragten hin zum Sufismus. Ibrahim Amirs zweites Stück "Stirb, bevor zu stirbst" zitiert schon im Titel Innerlichkeit und Askese und nicht, wie zunächst angedeutet, einen Aufruf zum Tod... weiter




Opernkritik

Fast eine Premiere, diese Wiederaufnahme10

Ein Bild, das sich dem Publikum im Haus am Ring auch nicht alle Tage bietet: Die Wiederaufnahme von Gounods "Faust" wurde zur Premiere, zumindest in besetzungstechnischer Hinsicht. So also geschehen bei der 25. Aufführung der gänzlich nüchternen Joel/Roche-Produktion: Alle, wirklich alle Protagonisten auf der Bühne feierten Rollendebüts... weiter




Beengt im Korsett der Staatsräson: Alexandra Deshorties. - © Herwig Prammer

Opernkritik

Die Nacht der rollenden Röcke

  • Im Theater an der Wien soll eine Rossini-Rarität punkten. Es gelingt aber nur einzelnen Sängern.

Glaubt man dem Programmheft, ist nicht weniger als ein "unbekanntes Schlüsselwerk" zu besichtigen: 1815 hat Gioachino Rossini, der Schnell- und Vielschreiber der italienischen Belcanto-Oper, seine erste Arbeit für das San-Carlo-Theater in Neapel verfasst; "Elisabetta" hieß sie und hatte tatsächlich einige Vorzüge: An die historische Elisabeth I... weiter




Beste Idee: Ein Frauenensemble (v.l.: Barbara Petritsch, Aenne Schwarz, Caroline Peters, Sarah Viktoria Frick, Maria Happel, Irina Sulaver) verkörpert den Chor und verhandelt Menschheitsgeschichte. - © R. Werner

Theaterkritik

Regen, Feuer und Blut4

  • "Die Orestie" am Burgtheater: Ein Frauenensemble rast durch das dürre Stückgerüst. Warum eigentlich?

Die Orestie ist eher kein Stück, das man beiläufig auf den Spielplan und die Bühne hievt. Das etwa 500 Jahre vor Christus uraufgeführte Drama zählt zu den ältesten Bühnentexten, mehr noch: Es gilt als einzige vollständig erhaltene Tragödientrilogie der griechischen Antike, als eine Art Ur-Drama unserer Kultur... weiter




Immer im Abseits: Rainer Galke als Kasimir. - © www.lupispuma.com

Theaterkritik

Rülps? Rülps!3

  • Bananenfellatio, kaltes Licht und soziologische Texteindringlinge: "Kasimir und Karoline" im Volkstheater als unsubtile Gagparade.

Der Zeppelin, dieses Sinnbild von vergänglicher Luxus-Erhabenheit, sorgt für Begeisterung am Oktoberfest in Ödön von Horvaths "Kasimir und Karoline". In Philipp Preuss’ Inszenierung im Volkstheater rennt das ganze Ensemble zusammen und über einen Bildschirm sieht das Publikum auf die winkenden Adabeis im Leuchtschlangen-Karussell hinab... weiter




Wunderbare Metaphern in eindrücklichen Bildern: Shakespeares "Wie es euch gefällt" in St. Pölten. - © Landestheater St. Pölten, Alexi Pelekanos

Theater

Natur und Kultur tanzen versöhnt20

  • Shakespeares Komödie "Wie es euch gefällt" in St. Pölten.

Die reale und die erträumte Welt prallen in Shakespeares "Wie es euch gefällt" (1599) aufeinander: als ein Theater der Wirklichkeit und ein utopisches Theatertheater. Zu oft wird die tief im Denken der Renaissance verwurzelte Komödie in lauen Sommertheaterstunden gefühlswarm verblödelt. In St. Pölten löst Gottfried Breitfuß die wunderbare Metapher... weiter




Wäre gern im alten Wien gewesen, aber auch in Woodstock: Alvis Hermanis. - © apa/Barbara Gindl

Interview

"Unsere Gesellschaft ist krank"16

  • Alvis Hermanis über seinen "Parsifal" an der Staatsoper und die Aufregung über seine Meinung zur deutschen Flüchtlingspolitik.

Wien. Ein scharfer Wind bläst Alvis Hermanis in Deutschland entgegen - noch heute. Der Lette, der mit Theaterschöpfungen wie "Väter" und "The Sound of Silence" zum Star aufgestiegen war, hat 2015 in Hamburg eine Regie abgesagt. Der Grund: das Engagement des Thalia Theaters - für Flüchtlinge. Bekannt wurde diese Ursache nicht durch Hermanis... weiter




Piraten-Dandys: R. Brauer-Kvam, R. Schmelzer. - © M. Schell

Theaterkritik

Exzentrische Einsiedler3

  • Felix Mitterers "Galápagos" im Theater in der Josefstadt: eine wahre Pionier-Geschichte als philosophisch umwölkter Krimi.

Eine einsame Insel, die sich als Paradies mit Falltüren entpuppt. Wenige Menschen mit üppiger Charaktervielfalt, die zu bösen Beziehungsturbulenzen führt. Und am Ende mindestens drei Todesfälle, für die es keine ganz gesicherte Erklärung gibt. Das ist das vielversprechende Grundgerüst von Felix Mitterers neuem Stück "Galápagos"... weiter




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Mary Wollstonecraft (1759 - 1797) gilt als die erste Feministin Englands. Das bekannteste Werk der Schriftstellerin, Übersetzerin und Philosophin, "A vindication of the rights of woman" ("Verteidigung der Rechte der Frau") tritt für eine Gleichberechtigung von Mann und Frau ein.

Barry Jenkins Film "Moonlight" gewann den Oscar für den besten Film. Zuvor wurde irrtümlich "La La Land" gekürt. Hugh Jackman winkt am Roten Teppich.

Jean-Honoré Fragonard, Das Mädchen mit dem Murmeltier, 1780er Jahre. Ein Ausnahmeprojekt mit Ausnahmeproblemen: Die Elbphilharmonie, eine "gläserne Welle", die auf drei Seiten von Wasser umgeben ist. 

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