Befindet sich im "Interregnum der Satiriker": Alfred Dorfer. - © Michael HetzmannsederInterview

Interview

"Man hat nicht mehr diesen Zorn"9

  • Alfred Dorfer will altersbedingt jetzt Satire mit mehr Gelassenheit machen. Ein Gespräch über empörte Internetlemminge, heuchlerische Anständigkeit und das Schrulligwerden.

"Wiener Zeitung": Seit Ihrem letzten Programm sind elf Jahre vergangen, "Dorfers Donnerstalk" gibt es auch schon seit sieben Jahren nicht mehr - haben Sie die ganze Zeit keine Lust gehabt? Alfred Dorfer: Nach acht Jahren Donnerstalk denkt man nach, ob man noch das richtige Feuer hat, und da hat es sich ergeben... weiter




Percussionshow: "Groove" von Theater foXXfire!. - © R. Berson

Dschungel-Saisonstart

Gott und der Groove

  • Zur Spielzeit-Eröffnung im Dschungel singen die Göttinnen und klatschen die Fabriksarbeiter.

Der Dschungel, das Theaterhaus für junges Publikum im Museumsquartier, eröffnet gleich mit zwei Premieren. Einmal von der seit 2003 emsig produzierenden schallundrauch agency. Einmal von Theater foXXfire!, einer 1991 von Dschungel-Intendantin Corinne Eckenstein gegründeten Plattform. Zwischen den Premieren Sektbuffet und eine fröhliche Ansprache... weiter




Schäferstündchen interruptus: Moricet (Martin Niedermair) und Leontine (Pauline Knof) haben kein Glück beim Seitenspringen. - © E. Reismann

Theaterkritik

Späßchen mit Häschen

  • Georges Feydeau als Screwball-Komödie: "Wie man Hasen jagt" in der Josefstadt.

"Boschua", sagt er, der gehörnte Ehemann. Auch sonst ist sein "Französisch" nicht gerade lupenrein. Den Überblick hat er schon gar nicht, der tapsige Monsieur Cassagne (Holger Schober), aber wer hat den schon in einem Georges-Feydeau-Stück. Ein solches hatte am Donnerstag im Theater in der Josefstadt Premiere: "Wie man Hasen jagt"... weiter




Effektvolles Körpertheater: Startschuss mit "Caligula" am Berliner Ensemble, v.l.n.r: Felix Rech, Aljoscha Stadelmann, Annika Meier, Patrick Güldenberg und Constanze Becker als Caligula. - © Julian Röder

Theaterkritik

Tanz und Blutbad

  • In der deutschen Hauptstadt beginnt an der Volksbühne und am Berliner Ensemble eine neue Ära.

So viel Anfang ist selten. Gleich an zwei Renommierbühnen der deutschen Hauptstadt beginnt mit der neuen Spielzeit auch eine neue Intendanz. Chris Dercon und Oliver Reese beziehen ihre Posten am Rosa-Luxemburg-Platz und am Schiffbauerdamm. Nicht ohne, dass ihre beiden so grundverschiedenen, legendären Vorgänger Frank Castorf (66) und Claus Peymann... weiter




Tatort Bühne: "vernichten . . ." handelt von Tätern. - © Katrin Kroencke

Theaterkritik

Vor der Tat1

  • Die Theaterformation "Einmaliges Gastspiel" untersucht mit "vernichten . . ." ambivalente Gründe für Verbrechen.

Gabriela Hütter und Katrin Kröncke queren die Bühne im KosmosTheater. Sie tragen schwarze Röcke und weiße Schürzen. Mit kontrollierten Stimmen beginnen sie zu sprechen. Erzählen von den Schwestern Christine und Léa Papin. 1933 haben sie Frau und Tochter der Familie, bei der sie als Hausmädchen lebten, getötet... weiter




Berthold Foeger (Klavier), Theresia Haiger und HelmuthVavra (Gesang und Plauderei) gehen mit ihren Fans auf eine Zeitreise durch 25 Jahre Heilbutt & Rosen, begleitet von NavidDjawadi (Bass) und Gerfried Krainer (Schlagzeug).
- © Antonia Renner

Kabarett

"Wir sind alt und brauchen das Geld"2

  • Mastermind Helmuth Vavra über das Best-of von Heilbutt & Rosen.

"Heilbutt & Rosen singen um ihr Leben" wurde für den 7. Oktober im Wiener Stadtsaal angekündigt – zwischenzeitlich wurde allerdings der Titel des Best-of-Programms von Heilbutt & Rosen geändert: "Best of - 25 Jahre" heißt es jetzt schlicht. Mastermind Helmuth Vavra erklärt dazu mit einem kleinen Schmunzeln: "Zustande gekommen ist der... weiter




Neue Körpersprachen: Die dänische Choreografin Mette Ingvartsen eröffnet mit "to come(extended)" den steirischen herbst. - © J. Sethzman

Interview

"Skandale finden in der Realität statt"3

  • Intendantin Veronica Kaup-Hasler über ihre Zeit beim steirischen herbst, Ausbeutung in der Kunst und Donald Trump.

"Wiener Zeitung": Heute, Freitag, eröffnet Ihre letzte Spielzeit als Intendantin des steirischen herbst. Wie blicken Sie auf die vergangenen 12 Jahre zurück? Veronica Kaup-Hasler: Ich bin voller Dankbarkeit für diese großartige Lebensphase. Mein Fokus hat sich vom Theater und der Performance, meinem ursprünglichen Betätigungsfeld... weiter




Untergangslust: Manuel Rubey (hinten), Gerald Votava. - © I. Pertramer

Theaterkritik

Der Teufel am Kreisverkehr9

  • Intendant Thomas Gratzer und Musiker Ernst Molden gelingt mit dem Singspiel "Mayerling" schlaues Amüsement im Theater Rabenhof.

Das Wiener Singspiel, die Verbindung von Musik und Schauspiel, hat eine beachtliche, inzwischen wenig bekannte Tradition. Die volkstümliche Theaterform gilt gleichermaßen als Vorläufer der Volkskomödie à la Nestroy - wie der Gattung Operette. Im Wiener Rabenhof belebt Intendant Thomas Gratzer gemeinsam mit dem Sänger und Songwriter Ernst Molden... weiter




Katie La Folle singt, tanzt - und macht dazwischen auch ein bisschen Yoga. Foto: Jules Stipsits

Kabarett

Selbstfindung mit (T)Indern

  • Showgirl Katie La Folle zwischen Yoga, Partnersuche und Webinaren.

Es ist mehr Cabaret als Kabarett, was Katrin Immervoll alias Katie La Folle zu Beginn ihres neuen Soloprogramms "Finden" auf die Bühne bringt. Um nicht zu sagen: Burlesque. Und so freizügig, wie die mitteljunge Dame (die ausgiebig mit ihrem 30. Geburtstag hadert) über die Bühne tänzelt, ist sie auch verbal... weiter




Mit Lederhose, Bungee-Seil, Wurfzelt und Wiener Schmäh brachte einzig "Papageno" Daniel Schmutzhard Farbe und Lebendigkeit in die kargen Bilder. - © Herwig Prammer

Opernkritik

Mit Flöte, ohne Zauber13

  • René Jacobs dirigiert eine zahme "Zauberflöte", Torsten Fischer liefert die karg-banalen Bilder dazu.

Die Schlange, vor der Tamino im ersten Bild flüchtet, ist eine Horde lüsterner Frauen. Die Vögel, die Papageno für die sternflammende Königin fängt: gefügig gemachte Frauen. Und auch die wilden Tiere, die der Prinz mit der Zauberflöte zähmt, sind überraschenderweise: sich willig räkelnde Frauen. So schwarz-weiß wie die Kostüme und das Bühnenbild... weiter




Danton im Blaumantel: (v.l.n.r.) Michael Scherff, Silja Bächli, Bettina Kerl, Catherine Dumont, Tobias Artner. - © Alexei Pelekanos

Theaterkritik

Freiheit, Gleichheit, Eintönigkeit

  • Regisseurin Alia Luque eröffnet mit "Dantons Tod" die Spielzeit im Landestheater Niederösterreich.

Die Regisseurin Alia Luque, 1978 in Barcelona geboren, kam mit einigen Vorschusslorbeeren nach Österreich. Eine ihrer Düsseldorfer Inszenierungen war 2015 zum Nachwuchsfestival "Radikal jung" in München eingeladen worden. Seither inszeniert sie am Burgtheater, in Graz und seit der vergangenen Spielzeit auch in St. Pölten... weiter




Selfiepose: die "Schickeria" aus "I am from Austria". - © Deen van Meer

Musical

Rot-weiß-rotes Marzipan8

  • "I am from Austria": Bemühte Selbstironie und triviales Pathos im Fendrich-Klang.

Natürlich, es hätte schlimmer kommen können. Die Vereinigten Bühnen Wien hätten sich entschließen können, ein Musical nur mit den Hits von DJ Ötzi zu machen. Das wäre musikalisch, nun ja, eintöniger geraten als "IamfromAustria". Das kann wenigstens mit den allseits beliebten Liedern von Rainhard Fendrich aufwarten. Und das war es dann auch schon... weiter




Messianische Erwartungshaltung an Sebastian Kurz. - © Simpl/Madwar

Kabarettkritik

Vor dem Aufprall4

  • Premiere des neuen Programms "Im freien Fall" im Simpl.

Es ist Wahlkampf - dankbare Zeiten für Kabarettisten: So mancher Politiker liefert ja schon unfreiwillig eins zu eins die Witzvorlagen. Im Kabarett Simpl ging es bei der Premiere von "Im freien Fall" primär um Sebastian Kurz und die geradezu messianische Erwartungshaltung an ihn. Doch auch andere bekommen ihr Fett ab, egal ob Begegnungszonendrama... weiter




Opernkritik

Herzhaft gemeuchelt10

Richard Strauss’ progressiver Kompositionshöhepunkt im blutrünstigen Wortgewand des Oscar Wilde: Dieser Abend im Haus am Ring konnte nur ausverkauft sein. Und so machte sich das fröhliche Wiener Publikum wieder frisch ans aristokratische Gemeuchel. Mit ihrem geschätzt souveränen Sopran voller Kraft und der unbedingten Bereitschaft zur... weiter




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Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.

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