Pack die Badehose ein: Raphael Muff, Florian Köhler, Nico Link, Frederik Jan Hofmann. - © Lupi Spuma

Theaterkritik

Ursüppchen auskochen

  • "Der thermale Widerstand", österreichische Erstaufführung von Ferdinand Schmalz in Graz.

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Auch pralle Metaphern können so humpelnd daherkommen wie die Kurgäste, die jeden Morgen aufs Neue anheben zum Einstieg ins Thermalwasserbecken. "Ich werde mich doch eher in Ruhe lassen", befindet dann regelmäßig einer, worauf man wieder den geordneten Rückzug antritt Richtung Liege im Ruheraum... weiter




Dafür stirbt er: Schwiegervater (Bankl) begrapscht leidende junge Frau (Westbroek). - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Sternstunde der Düsternis

  • Packend, mitreißend, niederschmetternd: "Lady Macbeth" an der Wiener Staatsoper.

So nett es ist, dass einem die Sponsoren der Staatsoper auf der Untertitelanlage einen "wunderschönen Abend" wünschen - im Falle der "Lady Macbeth von Mzensk" ist das vergebliche Liebesmüh’. Die Oper von Dmitri Schostakowitsch, 1934 in Leningrad uraufgeführt, fängt düster an und endet rabenschwarz... weiter




Temporeich: Andrey Kaydanovskiy (r.), Richard Szabó. - © Staatsballett/Taylor

Tanz

Proben, proben, proben1

  • Drei Choreografen des Staatsballetts im Gespräch über ihre Neuinterpretationen dreier Klassiker der Ballets Russes.

Wien. Drei Choreografen - drei unterschiedliche Interpretationen der Tanzgeschichte, dreifache Modernisierung inklusive - das versteht sich von selbst. Die kommende Premiere des Wiener Staatsballetts in der Volksoper nämlich zeigt, wie unterschiedlich heutige junge Künstler mit Traditionen umgehen. Im konkreten Fall: die wegweisende Ära des Ballets... weiter




Ein Zeitzeuge und seine Stimmen. - © Matthias Heschl

Theaterkritik

Das Tabu der Großväter3

  • Ivna Zics "Blei" im Schauspielhaus: kurzweilig-berührendes Dokutheater über die Unmöglichkeit von Geschichtsschreibung.

"Es beginnt mit einem Großvater" sind die ersten Worte, die an diesem Theaterabend fallen. Dem Großvater von Dramatikerin Ivna Zic: Er hat seiner Enkelin immer Geschichten erzählt: Dass er sie im Kern einer Nektarine gefunden habe, zum Beispiel. Aber seine eigene Geschichte hat er nie erzählt. Er soll nämlich einen der Todesmärsche aus Bleiburg... weiter




Meg Stuart trägt Plexiglas.

Performance-Kritik

Reise ins Ich

  • Meg Stuart kramt im autobiografischen Solo "Hunter" in Erinnerungen.

Meg Stuart sitzt fast schüchtern mit dem Rücken zum Publikum an einem Tischchen. Sie zerschneidet Fotos, klebt die Schnipsel dann wieder zu einer Collage zusammen. Zu sehen ist das per Kamera auf einer der vielen Projektionsflächen, die die Tanzschaffende für ihre Performance "Hunter" im Tanzquartier Wien aufstellen lies... weiter




Voodoo Jürgens und das Rabenhof-Ensemble im Jammertal. - © Ingo Pertramer

Theaterkritik

Untergangslust8

  • Melancholisch-amüsante Revue im Rabenhof: Voodoo Jürgens und Stefanie Sargnagel.

Nebelschwaden, Gitarrenjaulen, Auftritt Voodoo Jürgens im grauen Anzug und mit Goldkette. Auf sein Anti-Wiener-Lied "Wien bei Nacht" antworten drei Schauspielerinnen mit dem Optimismus der Marke Stefanie Sargnagel: "Ich glaube, es wird ein guter Tag, denn ich habe das Gefühl, ich habe mein Leben im Griff." Wer’s glaubt... weiter




Vor seiner 100. Premiere als Chef: Meyer. - © apa/Fohringer

Nächste Saison

Zwischen Opernball und Karussell

  • Die Volksoper zeigt sich auch in der nächsten Saison vor allem von der heiteren Seite.

Wien. (irr) Marilyn und Pinocchio heißen zwei Helden der nächsten Saison, die Titel lauten "Opernball", "Carousel" oder "Gasparone": Die Wiener Volksoper, seit Dienstantritt von Direktor Robert Meyer verstärkt um Heiterkeit bemüht, schärft ihr humoriges Profil in der elften Spielzeit ihres Chefs noch... weiter




Opfer enger Verhältnisse: Angela Denoke als K tja. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Zerdrückt im Land der Freien2

  • Sehenswert: An der Staatsoper zerbricht Kátja Kabanová wieder an einer kalten Welt.

(irr) Risikowochen an der Staatsoper: Seit Anfang April setzt Aribert Reimanns "Medea" wieder zeitgenössische Zeichen im Programm, ab kommendem Samstag zeigt Schostakowitschs "Lady Macbeth" erneut ihr herbes Haupt, und seit Dienstag steht mit "Kátja Kabanová" ein weiteres Frauenschicksal mit schroffen Noten auf dem Spielplan... weiter




Performance-Kritik

Was wir nicht sehen

  • Luke Baio und Dominik Grünbühel tüfteln wieder filmisch.

Ist es Realität oder bloß ein Spiel der Wahrnehmungen? Die Performer und Tänzer Luke Baio und Dominik Grünbühel demonstrieren in ihrem jüngsten Stück "simulakrum - seems like a room" im Wiener WUK, dass vieles mehr Schein als Sein ist und somit auch ein Spiel zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir wirklich sehen wollen... weiter




Karin Bergmann geht. - © Reinhard Werner

Burgtheater

Hofübergabe

  • Karin Bergmann wird das Burgtheater 2019 verlassen, die Neuausschreibung läuft bereits.

Wien. "Ich halte es für richtig, dass eine jüngere Theaterleitung das Haus in die Zukunft führt", hält Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann in einer knappen Aussendung fest. Die 63-Jährige kündigt darin an, dass sie das Burgtheater 2019 verlassen und sich nicht um eine Verlängerung ihres Vertrages bewerben wird... weiter




Umjubelt: Piotr Becza a als König Gustav. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Düsterer Oster-Ausklang

  • Die Staatsoper zeigt wieder Verdis "Maskenball".

Heiter bis düster klang das Osterwochenende an der Staatsoper aus - nämlich mit einer Repertoire-Aufführung von Verdis "Un ballo in maschera". Erst gegen Ende färbt sich die Stimmung hier trist, dann nämlich, wenn Renato, der beste Freund und engste Vertraute von König Gustaf III., Rachepläne gegen selbigen fasst und ihn umzubringen plant... weiter




Michael Bogdanov. - © Warmuth/dpa

Nachruf

Menschenkenner

  • Regisseur Michael Bogdanov starb mit 78 Jahren.

Hamburg/London. Die Meinungen über Regisseur Michael Bogdanov waren oft gespalten. Der Brite machte sich mit modernen Shakespeare-Inszenierungen einen Namen, in denen Akteure im Rockergewand auftraten und mit Motorrädern über die Bühne brausten. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb er bereits am Ostersonntag im Alter von 78 Jahren... weiter




Ein ganz ein edles Team: Regina Fritsch als Lucia Distel, Gregor Bloéb als Florian Fett und eine mobile Couch. - © Georg Soulek

Theaterkritik

Alles, was glänzt, sind Fettflecken1

  • Ein Nestroy, den die Regie leben lässt: "Liebesgeschichten und Heiratssachen" im Burgtheater.

Es ist nicht einfach mit dem post-postmodernen Nestroy. Steht der böse Vormärzer heute auf dem Spielplan, bangt der gemäßigt innovative Theaterfreund: Wird es wieder eine Botschafts-Brechstange geben? Wird die Modernisierung sich in leidlich provokanten Fäkalismen und Unterwäsche erschöpfen? Und, das Wichtigste: Wird man die stichelnde Sprache des... weiter




David Scheid. - © ORF

Kabarett

Gerlinde gesagt11

  • Kleinkunst mit Plattenspieler: David Scheids "Remix".

Also, sein Papa hat es nicht verstanden. Dass sich David Scheid manchmal selbst spielt und dann wieder jemanden anderen und das auch noch an verschiedenen Orten. Erst ist er nämlich der Bühnentechniker, der vom Kabarettisten nicht viel hält ("Oaschwarze"). Dann ist er der Künstler, der sich daheim auf die Show vorbereitet - indem er eine Folge... weiter




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Regisseur Wolfgang Murnberger (l.) mit Josef Hader ("Wilde Maus") und Schauspieler-Kollegin Pia Hierzegger.

Mary Wollstonecraft (1759 - 1797) gilt als die erste Feministin Englands. Das bekannteste Werk der Schriftstellerin, Übersetzerin und Philosophin, "A vindication of the rights of woman" ("Verteidigung der Rechte der Frau") tritt für eine Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Barry Jenkins Film "Moonlight" gewann den Oscar für den besten Film. Zuvor wurde irrtümlich "La La Land" gekürt.

Hugh Jackman winkt am Roten Teppich. Jean-Honoré Fragonard, Das Mädchen mit dem Murmeltier, 1780er Jahre.

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