LangLang hatte immer mindestens eine Hand frei, um imaginäre Melodielinien in dieLuft zu zeichnen - © APA, Franz Neumayr

Konzertkritik

Mozart, echt wahr?1

  • Mozarts c-Moll-Klavierkonzert KV 941 mit Lang Lang als Solisten, Daniele Gatti am Pult der Wiener Philharmoniker.
  • Besetzung und Werkwahl sind so absurd, dass die Sache fast schon wieder Charme hat.
  • Was dabei herausgekommen ist am Donnerstag im Großen Festspielhaus?

Daniele Gatti ist Profi genug, dass er aufs Dirigieren weitgehend verzichtet, wenn klar ist, dass vom Solisten irgendetwas kommt – nur absolut nichts, was stilistisch an Mozart denken lassen könnte. Also Auftakt geben, und durch! Die Philharmoniker packen’s schon irgendwie und die Bläser sind Manns genug... weiter




"Humor ist immer ein philosophischer Akt", sagt Günther Paal. Philipp Hutter

Kabarett

Der Humor im Spalt13

  • Warum Günther Paal alias Gunkl keine Firmenfeiern spielt und das Universum schön findet.

Wien. Kabarettist Günther Paal - der Gunkl heißt, seit sein Bruder "Günther" nicht unfallfrei aussprechen konnte - hat ein neues Programm. Die "Wiener Zeitung hat mit ihm über den darin enthaltenen "Stapel Anmerkungen" (so der Titel), die Veränderlichkeit der Sprache und unverständliche Unzufriedenheit gesprochen... weiter




Festspiel-Bilanz

Salzburgs Schauspiel: Falsch verteilte Gefechtsfelder

Schauspielsommer unter dem Titelbalken Erster Weltkrieg. Doch die Gefechtsfelder - im US-Militär heißen sie "theater" - waren falsch verteilt. In der Riesenhalle in Hallein machte sich "Forbidden Zone" als fotorealistischer Dekorationsrausch breit. Dabei wären die rührenden Versuche von Frauen, sich in Europa und Amerika der Kriegsfurie Giftgas... weiter




"Der Rosenkavalier",  inszeniert an einer Zeitenwende - den Festspielen steht eine bevor. - © apa/Barbara Gindl

Analyse

Ausklang in Harmonie3

  • Alexander Pereira verlässt die Salzburger Festspiele nach einem respektablen Sommer.

Jahr für Jahr, wenn die Salzburger Festspiele auslaufen, spitzen Kulturkritiker ihre Feder zur finalen Pflichtübung. Dann gilt es, ein bündiges Urteil über rund sechs Wochen Kulturaufkommen zu verkünden. Es ist dies ein Ritual, das auch einmal hinterfragt werden darf. Führt das Maßnehmen an einem solchen Programm-Massiv nicht zwangsläufig zu... weiter




Theater

Bregenzer Festspiele lockten knapp 264.000 Zuseher

Die Bregenzer Festspiele sind Montagabend mit der Abschluss-Aufführung der "Zauberflöte" im Regen zu Ende gegangen. Laut der noch in den Abendstunden veröffentlichten Bilanz wurden 263.733 Besucher beim Kultur-Festival am Bodensee gezählt. Als absoluter Publikumsmagnet erwies sich die "Zauberflöte", die bei sämtlichen 29 Aufführungen ausverkauft... weiter




Tragbar, aber schwer erträglich: der Mini-Golem. - © apa/Barbara Gindl

Theaterkritik

Updates für Golem

  • Theatermacherin Suzanne Andrade bei den Salzburger Festspielen.

Falls dem Besucher die Stimme des Golem bekannt vorkommt, liegt er richtig: Ben Whitehead, der dem leicht gebückt trottenden Lehmmännchen seine Stimme leiht, war auch Synchronsprecher bei Ardman Animations, nämlich als Wallace: "No cheese, Gromit?" Die englische Theatermacherin Suzanne Andrade und der Trickfilmer und Animations-Spezialist Paul... weiter




Vom Putzjob ins Märchenland: Cecilia Bartoli und Javier Camarena begeistern. - © Festspiele/Silvia Lelli

Opernkritik

Zurück am Koloraturen-Buffet

  • Cecilia Bartoli ist das Aschenputtel mit gelben Gummihandschuhen und Koloraturen-Urgewalt.

Die Inszenierung ist, das bestätigt das Wiedersehen nach gut zehn Wochen, das mit Abstand Geglückteste, was man derzeit auf den Opernbühnen der Festspiele sehen kann. Was wäre wohl aus Schuberts "Fierrabras" geworden, hätte man einen kreativen (und hoch musikalischen) Ur-Komiker wie Damiano Michieletto drüber gelassen? Da fällt also Alidoro als... weiter




Bülent Ceylan. - © Foto: Renate Steininger

comedy

Bülent Ceylans "Haardrock"

(rstein) Seit Februar tourt der Komiker mit der pechschwarzen Wallmähne mit seinem inzwischen achten Soloprogramm "Haardrock" durch die deutschen Lande, im September ist er damit erstmals in Österreich zu Gast. Es ist das bisher persönlichste Programm des Künstlers, den Hauptteil der Show bestreitet er - dabei immer mit seinem Publikum... weiter




Pflück dir ein Briefchen: Elisa Plüss holt Feldpost, Max Simonischek (Don Juan) ist ihr auf den Fersen. - © apa/Barbara Gindl

Theaterkritik

Toter Mann auf Eis serviert2

  • "Don Juan kommt aus dem Krieg" von Horváth bei den Salzburger Festspielen.

Am Anfang fällt der weiße Vorhang. Neun Frauen, in Linie an der Rampe, fangen die leichte Ballonseide auf, raffen sie zusammen zu einer Rolle. Als Chor tirilieren sie sogleich in acht Strophen von Schillers Soldaten-Glorie in "Wallensteins Lager": "Wohlauf Kameraden auf’s Pferd . . ." Dazu klemmen sie den textilen Schlauch in den Schritt und... weiter




Aufgesagtes Dichterleben: Paul Herwig als Trakl. - © Festspiele/Müller

Theaterkritik

Des Georg Trakls Weh und Ende

  • Nicolas Charaux inszenierte Walter Kappachers Monolog für das Young Directors Project der Salzburger Festspiele.

Walter Kappacher, ein lange unterschätzter Autor, der schließlich doch mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet worden und so quasi in den Schriftstellerhimmel gehoben worden ist, gilt als einer der besonders Feinsinnigen in seiner Zunft. Dafür wird er mit schöner Regelmäßigkeit gelobt. "Der Abschied", vierter und letzter Punkt des Young Directors... weiter




Der Startenor als "Il Conte di Luna" Anfang August bei der Fotoprobe zu Verdis Oper "Il Trovatore" im Grossen Festspielhaus. - © APAweb / APA, Barbara Gindl

Salzburger Festspiele

Placido Domingo musste drei Vorstellungen absagen

  • Domingos Part in der Oper "Il Trovatore" übernimmt Artur Rucinski.

Salzburg. Wegen einer Erkrankung kann Startenor Placido Domingo bei den diesjährigen Salzburger Festspielen nicht mehr den "Conte di Luna" in der Oper "Il Trovatore" singen. Er musste die Vorstellungen am 18., 21. und 24. August absagen, wie die Festspiele am Sonntag mitteilten. An seine Stelle tritt der polnische Tenor Artur Rucinski... weiter




Kreuzbieder: Georg Zeppenfeld zeigt als König Beharrungsvermögen, Julia Kleiter als Emma Bußfertigkeit. - © apa/Barbara Gindl

Opernkritik

Schöner Stehen3

  • Schuberts "Fierrabras" verbreitet bei den Salzburger Festspielen gediegene Langeweile.

Der Ordnungsruf folgt prompt. "Schweig, Rasender!", wird der Ausländer gemaßregelt. Sein Verbrechen? Fierrabras, Titelheld aus Franz Schuberts Ritteroper, hat soeben seine Liebe zur Tochter von Karl dem Großen eingestanden. Für einen gefangenen Mauren am Hof des Feindes macht das natürlich keinen schlanken Fuß... weiter




Groß- und Puff-Mutter: die Schauspielerin Cleide Eunice Queiroz. - © Karolina Miernik

Performance-Kritik

Der Hölle Großmutter1

  • Impulstanz-Festival geht mit Ismael Ivos düsterer Uraufführung "Erendira" ins Finale.

Die Mädels stehen schon beim Publikumseinlass zwischen den Sitzreihen: In schwarzer, kurzer Hose und knappem Oberteil pressen sie eine Plastikpuppe fest an sich. Und dann kommt sie: Voluminös und Angst einflößend scheucht sie die Furchtsamen weg, preist "die frischen Früchte", wie sie die Mädchen nennt, an... weiter




Django Orpheus kämpft um Eurydike: Alexander, Eugenie und Tom in "Orpheus". - © Festspiele/Bernhard Müller

Schauspielkritik

Ein "Talkie" und ein "Soundie"

  • Erster Weltkrieg und antiker Mythos beim Young Directors Project der Salzburger Festspiele.

36566 Tage - so viele sind vergangen seit dem Attentat in Sarajewo bis zum Tag der Uraufführung eines Stationenstücks mit eben diesem Titel beim YDP in Salzburg. Dafür hat man als Zuschauer rund 14400 Sekunden investieren müssen. 2,5 Sekunden pro verflossenen Tag - so viel wird schon drin sein in Sachen zeitgeschichtlichen Gedenkens... weiter




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Theatersommer

Musik liegt in der Landluft

Auf in den Kampf: In Gars setzt es auf diesem Archivbild "Carmen"; heuer wird sich im wildromantischen Waldviertel der "Freischütz" einfinden. - © Oper Burg Gars (irr) Man sah die Idee förmlich kommen. Als Christoph Wagner-Trenkwitz, Musik-Conferencier und Fürstreiter der leichten Muse... weiter




Interview

"Großes Ego, keine Ahnung"

Noch einmal Tauber: Becza a in Wien als Schlagerstar. - © Anja Frers Wien. Das Monokel wird er vorerst nicht mehr brauchen. Rund zwei Jahre ist es her, da hat es Piotr Beczała in einem Antiquariat gekauft und... weiter






Alejandro Gonzalez Inarritu.

Luc Besson, 55, stellte mit seiner Frau Virginie Silla in Locarno seinen Actionthriller "Lucy" vor.

Ko Murobushi unterrichtet beim Impulstanz die japanische Tanzform Butoh. Gert Voss als Lear, König von Britannien.