• vom 08.11.1999, 00:00 Uhr

Bühne

Update: 08.04.2005, 11:14 Uhr

Rabenhof: Symposion des jüdischen Humors

Tränen gelacht mit Gerhard Bronner




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Von Manfred A. Schmid

In seinem launigen Symposion des jüdischen Humors im Rabenhof geht Gerhard Bronner der Frage nach, "wieso ausgerechnet ein Volk, das in den Jahrtausenden seiner Geschichte so wenig zu lachen


hatte, trotzdem in der Lage war, so viel Humor zu produzieren". Er selbst schlägt einige kluge Antworten darauf vor, aber natürlich hält er keinen wissenschaftlichen Vortrag, sondern ein kleines

Seminar über die Vielfalt des jüdischen Witzes anhand ausgewählter Beispiele. Im Mittelpunkt stehen daher nicht trockene Analysen, sondern konkrete Kostproben, die von Bronner in bestimmte

Themenblöcke gegliedert werden: Mezie, Sparsamkeit, Geiz, Rabbi, Gojim, Frau Pollak, Schnorrer, Schtetl-Idylle u. a. Und natürlich setzt sich Bronner zwischendurch immer wieder ans Klavier und streut

ein paar Lieder ein · darunter neben eigenen Kompositionen auch einen Juwel wie Hermann Leopoldis "Soiree bei Tannenbaum", nach einem Zungenbrecher-Text von Löhner-Beda.

Wie immer, wenn es sich um kulturelle Leistungen der europäischen Juden handelt, kommt dabei auch Wehmut auf, wird doch eine untergegangene Welt heraufbeschworen. Und wenn man noch die derzeitige

Stimmung in Österreich hinzu nimmt · wachsende antisemitische und rassistische Tendenzen etwa ·, dann beginnt man zu verstehen, wieso Gerhard Bronner seinem Programm den Titel "Tränen gelacht!"

gegeben hat. Und wenn man das begriffen hat, dann ist man dem Wesen des jüdischen Humors schon sehr nahe gekommen.

Auch ein Überraschungsgast ist dabei: Ein leidenschaftlich-melancholisch aufgeigender "Fiddler On The Roof" namens Aljoscha, ein "jidl mit der fidl" wie aus der Wunderwelt der osteuropäischen Schtetl-

Kultur.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 1999-11-08 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-08 11:14:00


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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

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