• Artikel vom 24.02.2012, 13:56 Uhr

Bühne

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Andrea Jonasson - ein Porträt der erfolgreichen Schauspielerin in vier Akten

Wenn die Fantasie Flügel verleiht


Von Christof Habres
  • Die große Sehnsucht heißt Burgtheater und bleibt voraussichtlich unerfüllt.

Wien.

Der Tod auf der Bühne hat für Andrea Jonasson seinen Reiz
verloren. In der Josefstadt spielt sie die Elle Rentheim.

Der Tod auf der Bühne hat für Andrea Jonasson seinen Reiz
verloren. In der Josefstadt spielt sie die Elle Rentheim.
© Theater in der Josefstadt Der Tod auf der Bühne hat für Andrea Jonasson seinen Reiz
verloren. In der Josefstadt spielt sie die Elle Rentheim.
© Theater in der Josefstadt

Erster Akt: Egoismus. Es ist purer Egoismus, der diese Familie zerstört. Vor dem Gemeinsamen steht immer zuerst die eigene Person. "Es ist im Grunde ein Stück über drei Ego-isten, von denen keiner auch nur einen Schritt auf den anderen zu macht", erzählt Andrea Jonasson im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

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Sie probt zurzeit die Ella Rentheim in "John Gabriel Borkman" am Theater in der Josefstadt. Jenes düstere Stück von Henrik
Ibsen, das wie ein Kommentar
zur heutigen Zeit gelesen wer-
den kann. Die Geschichte des
Finanzjongleurs Borkman, der durch Betrug und illegale Transaktionen eine Bank in den Ruin getrieben und das Geld seiner Kundschaft verspekuliert hat. Und der auch nach verbüß-
ter Haftstrafe noch immer glaubt, alles richtig gemacht zu haben. Seine Frau Gunhild, die ihm
nicht verzeihen kann, die Familie ins gesellschaftliche Abseits geführt zu haben, und ihren Sohn Erhart in die Pflicht nehmen möchte, die Ehre der Familie durch seine Karriere wiederherzustellen. Und Ella, die ihre letzten Lebensmonate mit Erhart, den sie aufgezogen hat, verbringen möchte und dabei erfährt, wie sie Borkman vor Jahren für seine Karriere verschachert und verraten hat.

Ein Stück für die Gegenwart
Ein ungeheuer intensives, sehr heutiges Stück, wie Andrea Jonasson betont. Eine Rolle, für die sie "auf ihrer Seele herumkau-
en muss". So in der Zeit, dass
eine zwanghafte Aktualisierung nicht notwendig ist. Die der
Regisseur Elmar Goerden - seine erste Regiearbeit an der Josefstadt - auch nicht anstrebt. Die Analogien liegen für Andrea Jonasson auf der Hand. Gerade, wenn sie in ihre zweite Heimat Italien blickt. Wenn der Name Berlusconi fällt. "Ein gelifteter Egoist, wie er im Buche steht. Regierte ein Land, versprach dem Volk alles nur Erdenkliche und hatte nur sich und seinen eigenen finanziellen Vorteil im Sinn", meint die Schauspielerin emotional. In den letzten Jahren hat sie schon einige Male am Geisteszustand der Italiener gezweifelt und sich gewundert, dass "die solche Tomaten vor den Augen hatten".

Schon wieder Ibsen
Zweiter Akt: Zweifel. Die sind immanenter Teil ihrer Arbeit, speziell bei Proben. Im Prozess des Erarbeitens einer Rolle kommt für sie immer der Moment, wo sie feststeckt, nicht mehr weiter weiß. Wobei sie darauf verweist, meist das Glück gehabt zu haben, mit ausgezeichneten Regisseuren, wie Gründgens, Noelte, Peymann und natürlich Strehler, zusammengearbeitet zu haben, die ihre Zweifel schnell beseitigt haben. Aber sie hatte auch Zweifel bezüglich ihrer Zusage zu dieser Produktion. "Ich dachte mir, nach der Helene Alving in den ,Gespenstern an diesem Haus: ,nicht schon wieder einen Ibsen", erzählt Jonasson. "Ich hätte gerne eine komödiantische Rolle übernommen." Aber Direktor Herbert Föttinger war sehr geschickt in seiner Argumentation, und die Aussicht zum ersten Mal mit Helmuth Lohner, den sie seit Jahrzehnten kennt und schätzt, gemeinsam auf der Bühne zu stehen, haben die letzten Zweifel beseitigt.




Schlagwörter

Josefstadt, Ibsen, Jonasson

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Dokument erstellt am 2012-02-24 14:02:08


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