Wien.Sieben Ur- und Erstaufführungen bietet das Volkstheater in der nächsten Spielzeit. "Wir widmen uns der Illusion und der Desillusionierung, der Täuschung und der Enttäuschung", proklamiert Direktor Michael Schottenberg. Am besten versinnbildliche diesen Kurs die Premiere von "Mein Freund Harvey" zu Saisonschluss. Eröffnet wird am 7. September mit der Theaterfassung der Turrini/Cerha-Oper "Der Riese vom Steinfeld": Stephanie Mohr inszeniert mit Ronald Kuste und der kleingewachsenen Schauspielerin ChrisTine Urspruch ("Alberich" im Münsteraner "Tatort").
Im Haupthaus steht danach eine Uraufführung an: Rupert Henning hat "Bon Voyage - Ein Abend mit dem Leben und den Liedern Greta Kellers" geschrieben und inszeniert selbst, Andrea Eckert singt und spielt die Keller. Nach den Premieren von "Comedian Harmonists", "Urfaust" und "Die Goldberg-Variationen" führt Stephan Müller bei der Erstaufführung der Tolstoi-Dramatisierung "Anna Karenina" Regie. Als Weihnachtspremiere inszeniert der Direktor dann Benatzkys "Im Weißen Rössl", unter anderem mit Maria Bill.
Alfred Nobel in den Bezirken
Nichtsdestotrotz betont Schottenberg, das Volkstheater verstehe sich als "Stachel im Fleisch der Gemütlichkeit" - und verweist auf das neue Stück des US-Kultautors Tony Kushner ("Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüssel zur Heiligen Schrift"), das Elias Perrig Mitte Februar 2013 zur Erstaufführung bringt. Nach Gogols "Revisor" inszeniert Jacqueline Kornmüller ein neues Projekt mit Laien und Profischauspielern, in dem es um das Thema Erziehung geht. Das Volkstheater in den Bezirken bietet unter anderem Esther Vilars "Mr. & Mrs. Nobel", eine Liebesgeschichte zwischen der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner und dem Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel, sowie "Die Radiofamilie", die Dramatisierung von Ingeborg Bachmanns Beiträgen zu einer Radio-Soap der 1950er Jahre.
Laut dem kaufmännischen Direktor Cay Stefan Urbanek wurde die Auslastung im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent gesteigert, sie betrage nun 85 Prozent.
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