
Wien. Ein politisches Statement wollte er mit seinem Theaterstück "Das Fremde" nicht machen, sondern das Thema Integration ganz grundsätzlich betrachten, erzählt Marcus Josef Weiss der "Wiener Zeitung". Zurzeit wird sein Stück im Rahmen der zweiten Wiener Integrationswoche im Blackbox Theater aufgeführt. Ein "Beitrag zur Bewusstseinsbildung" sei sein Projekt, meint Weiss. Der 36-Jährige betrachtet Diversifikation und Integration sowohl als dunkelsten Schatten als auch als größte Chance des 21. Jahrhunderts. "In ganz Europa wird das Thema zurzeit sehr polarisierend diskutiert. Mich interessiert: Wo kommt das her? Und den Zusammenhang herzustellen: Was ist mein persönlicher Bezug dazu", fragt Weiss. Er kritisiert, dass es zu einem der dominantesten Gefühlsgewohnheiten heute geworden ist, Fremden mit Angst oder Hass zu begegnen.
Insgesamt sechs Personen, allesamt archetypische Repräsentanten der Gesellschaft mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund, werden im Laufe der Handlung gezwungen, sich dem Fremdartigen in all seinen Variationen zu stellen. So wird zum Beispiel ein vermeintlicher "Gutmensch" aus Österreich mit einem aus Serbien Zugezogenen konfrontiert und eine homosexuelle Frau trifft auf einen auf den ersten Blick chauvinistischen Mann. Die Themenpaare In- und Ausländer, hetero- und homosexuell, normal und abwegig, frei und gebunden werden symbolhaft in dem Theaterstück durchgespielt.
Reagieren die Charaktere anfangs noch mit Furcht und Aggression, so wachsen sie schließlich an der Begegnung mit dem Anderen. Sie stehen vor der Entscheidung: Einbindung oder Ausgrenzung? Häufig ist Unkenntnis der Grund für Ablehnung.
Tomas Nikolic etwa, ein junger Serbe, der erst seit kurzem in Österreich lebt, fühlt sich ausgegrenzt und rechnet auch von vornherein damit, als Ausländer immer ausgegrenzt zu werden. Ein österreichischer Freund ermutigt ihn dennoch, den Kontakt zu suchen. Im Café wird Nikolic daraufhin von einem Mädchen harsch zurückgewiesen. Er führt das auf sein Ausländersein zurück, dabei war sie gerade verärgert, weil jemand mit ihr Schluss gemacht hat. Im Gespräch klären beide das Missverständnis. Satirisch aufs Korn genommen wird die Integrationsdebatte in einem Gespräch zwischen zwei Frauen über ihre Rattenaufzucht. Ob sich die neue Ratte wohl integrieren wird, fragen sich beide.
Am Ende wird der Horst der Freischärler, die Schule, von ihnen selbst abgefackelt. Die Matratzen und Schulmöbel werdend um Norma und Pollione...
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Düsseldorf. Christoph Meyer, Intendant der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, erfährt derzeit auf die harte Tour...
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