Salzburg. Zehn Tage länger, teurer, mehr Vorstellungen, noch berühmtere Künstler, mehr Glamour - das scheint die Leitlinie von Alexander Pereira zu sein, der die Salzburger Festspiele heuer zum ersten Mal als Intendant inhaltlich zu verantworten hat. Der 65-Jährige hat dieser Tage sein Engagement als Leiter der Oper in Zürich beendet und zugleich ein Salzburg-Programm vorgelegt, das nicht nur quantitativ aus dem Vollen schöpft.
Wenn die Salzburger Festspiele am 27. Juli durch den Bundespräsidenten offiziell eröffnet werden, werden sie in Wahrheit bereits eine Woche alt sein. Am 20. Juli beginnt der Reigen von insgesamt 232 Vorstellungen mit "Die Schöpfung" von Joseph Haydn. "Ouverture Spirituelle" heißt dieser einwöchige, hochkarätig besetzte Auftakt. Ebenfalls fast eine Woche vor dem offiziellen Start beginnen die Vorstellungen des "Jedermann" in der altbekannten Christian-Stückl-Inszenierung, bei dem - wenn überhaupt - gerade einmal das Kleid der Buhlschaft eine andere Farbe haben dürfte.
Neue Zauberflöte
Die Salzburger Opern-Saison 2012 beginnt mit einer neuen "Zauberflöte". Nikolaus Harnoncourt wird ein Ensemble rund um Georg Zeppenfeld, Julia Kleiter, Markus Werba, Bernhard Richter und Mandy Fredrich dirigieren - für die Regie zeichnet Jens-Daniel Herzog verantwortlich. Das Besondere an diesem Opern-Auftakt in Salzburg: Mit dem Concentus Musicus wird Mozarts Dauerbrenner erstmals in Salzburg auf Originalinstrumenten gespielt.
Die Festspiele bleiben bei der "Zauberflöte" - und zwar bei ihrem "zweyten Theil". Peter von Winter heißt der Komponist, der das Schikaneder-Märchen bald nach Mozart weitergedacht hat. In Salzburg werden sich Dirigent Ivor Bolton, Regisseurin Alexandra Liedtke sowie die Sänger Michael Schade, Malin Hartelius und Julia Novikova mit dem Stück beschäftigen und ab 3. August im Residenzhof aufführen.
"La Boheme" mit Netrebko
Braucht es Festspiele wie Salzburg, um eine weltweit populäre Verismo-Oper wie "La Boheme" zu zeigen? Diese Frage haben Kritiker oft gestellt in den vergangenen Wochen. Aber Anna Netrebko als "Mimi" sowie Piotr Beczala und Nino Machaidze in den Rollen werden diese "blassblütigen Einwände" vom Tisch wischen - Pereira hat einen echten, längst ausverkauften Publikumsrenner angesetzt; die von Daniele Gatti dirigierte Premiere im Großen Festspielhaus ist am 1. August.
Große Erwartungen setzen Publikum und Fachpresse auch in "Ariadne auf Naxos". Die Strauss-Oper ist mit Daniel Harding und Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf als Regisseur sowie Emily Magee, Jonas Kaufmann und Elena Mosuc in den tragenden Rollen kaum weniger prominent besetzt und wird zusammen mit der Wiener Staatsoper produziert. Im Salzburger Haus für Mozart wird die "Ariadne" ab 29. Juli zu sehen sein.
Neu und zusammen mit der Mailänder Scala produziert wird die Oper "Die Soldaten" von Bernd Alois Zimmermann in der Felsenreitschule. Alvis Hermanis wird inszenieren und Ingo Metzmacher dirigiert die Philharmoniker - Premiere ist am 20. August.
Carmen
Der Rest des Opern-Geschehens ist weniger neu und exklusiv als es von Pereira als Prämisse über das Festspielprogramm geschrieben wurde. Die Aletta-Collins-Inszenierung der "Carmen" war bereits zu Ostern zu erleben, und Georg Friedrich Händels "Giulio Cesare in Egitto" ist eine Übernahme von den Pfingstfestspielen. Vervollständigt wird das Opern-Angebot mit zwei konzertanten Produktionen, nämlich Mozarts "Il re pastore" und Händels "Tamerlano" mit William Christie beziehungsweise Marc Minkowski am Pult.
Düsseldorf. Christoph Meyer, Intendant der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, erfährt derzeit auf die harte Tour...
weiter
Wien. Wenn sich am Mittwoch bei den Festwochen erstmals der Opernvorhang hebt, kommen weder zartfühlende Helden noch düstere Mörder zum Vorschein...
weiter