• vom 07.11.2012, 10:29 Uhr

Bühne

Update: 08.11.2012, 17:27 Uhr

Salzburger Festspiele

Obonya löst Ofczarek als Jedermann ab




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  • Brigitte Hobmeier neue Buhlschaft.

Cornelius Obonya schlüpft in die Rolle des "Jedermann". - © APAweb/Herbert Pfarrhofer

Cornelius Obonya schlüpft in die Rolle des "Jedermann". © APAweb/Herbert Pfarrhofer

Die Salzburger Festspiele haben neue Hauptdarsteller für die jährliche "Jedermann"-Aufführung gefunden. Cornelius Obonya übernimmt die Rolle des Jedermann, die deutsche Schauspielerin Brigitte Hobmeier wird die Buhlschaft spielen. Dies wurde am Mittwoch bei der Programm-Präsentation für die Salzburger Festspiele 2013 bekanntgegeben.

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Obonya tritt in der Titelrolle in die Fußstapfen seines Großvaters Attila Hörbiger. Sowohl Obonya, als auch Hobmeier hatten bereits heuer bei den Festspielen in anderen Rollen brilliert. Die Neuinszenierung des Traditionsstückes von Hugo von Hofmannsthal am Domplatz übernehmen der Brite Julian Crouch und der Amerikaner Brian Mertes. Obonya und Hobmeier treten die Nachfolge von Nicholas Ofczarek und Birgit Minichmayr an.

Andere wichtige Besetzungen sind noch offen. "Mit Tod und Teufel wird weiterverhandelt", sagte Schaulspielchef Sven-Eric Bechtolf.

Bechtolf betonte, dass tiefes Begreifen und Respekt gegenüber diesem Mysterienspiel für eine gute Inszenierung ebenso nötig seien, wie kritische Distanz und das Vermeiden von kniefälligem Kitsch. Dies sei durch das Regie-Team Julian Crouch und Brian Mertes gewährleistet. "Der Satz von Ko-Regisseur Mertes, der meinte, wir alle seien die Gemeinschaft der künftigen Toten, hat mich überzeugt, das scheint mir die richtige Annäherung an das Stück."

Kurtag-Premiere fällt aus
In der Oper bringt Intendant Alexander Pereira nicht wie ursprünglich angekündigt die Uraufführung eines Werkes von György Kurtag. Der ungarische Komponist wird nicht rechtzeitig fertig, seine Oper soll 2014 nachgeholt werden. 2013 kommt stattdessen "Gawain" von Harrison Birtwistle mit dem Leading-Team Ingo Metzmacher und Alvis Hermanis in der Felsenreitschule. Zubin Mehta wird zusammen mit Damiano Michieletto einen neuen "Falstaff" verantworten, geplant ist eine kammermusikalisch klein besetzte Version im Haus für Mozart. Weitere "Verdi-Jahr"-Beiträge der Festspiele sind ein "Don Carlo" von Peter Stein und Antonio Pappano und zwar in der fünfsätzigen Fassung. Abgerundet wird das Verdi-Angebot mit konzertanten Aufführungen von "Giovanna d' Arco" und "Nabucco" mit Riccardo Muti.

Dem "Wagner-Jahr" (Verdi und Wagner sind beide 1813 geboren, Anm.) entsprechen die Festspiele mit "Die Meistersinger von Nürnberg" von Daniele Gatti und Stefan Herheim. "Es ist die für Salzburg logischste Wagner-Oper, sie steht in Mozart'schem Ensemblegeist", sagte Pereira, der diesen großen Wagner dem Jugendwerk "Rienzi" in einer konzertanten Version mit Philippe Jordan als Dirigent gegenüberstellen wird.

Der neue Da Ponte-Zyklus mit Franz Welser-Möst und Sven-Eric Bechtolf beginnt mit "Cosi fan tutte". "Die beiden sind in der Auseinandersetzung mit diesen Werken in Zürich extrem weit gekommen. Wenn sie von diesem außerordentlichen Niveau neuerlich durchstarten, können sie einen ganz besonders hohen Mozart-Berg erreichen", so Pereira. Mit "Lucio Silla", der von der Mozartwoche der Stiftung Mozarteum übernommen wird, kommt eine weitere Mozart-Oper, während "Norma" von den Pfingstfestspielen wieder aufgenommen wird. Neu und bisher noch nie erwähnt ist "Jeanne d' Arc" von Walter Braunfels, Manfred Honeck wird die konzertante Aufführung leiten.

"Eine Oper, die aus der Reihe tanzt" hat Pereira mit Mozarts "Entführung aus dem Serail" angekündigt. Dieses Werk wird für Publikum und vor allem das Fernsehen in Hangar 7 und Hangar 8 von Red Bull am Salzburger Flughafen produziert. Es soll laut Pereira puzzlespiel-artig für die Bildschirme zusammengebaut werden und dezentral an verschiedenen Orten spielen. Dabei wird es ein Wiedersehen mit dem Jedermann der vergangenen Jahre geben: Nicholas Ofczarek spielt den Bassa Selim. (apa/red)



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2015
Dokument erstellt am 2012-11-07 10:31:05
Letzte Änderung am 2012-11-08 17:27:34



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