• vom 21.05.2013, 16:41 Uhr

Bühne


Wiener Staatsoper

Großes Tabatierenkino




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Von Daniel Wagner


    Schmissige Eröffnungstschinellen, wippende Publikumsköpfe, opulente Bilderflut: Der französische Opernhit schlechthin kehrte ins Haus am Ring zurück, Bizets "Carmen". Und wie! Wobei rein optisch das Zigeunermädchen aus der Tabakfabrik gänzlich anders als gewohnt ausfiel. Mit wallender, heller Mähne erfüllte Elina Garanèa nach langer Wartezeit (ihre Wiener Carmen-Pläne entstanden während der Direktion Holender) erstmals an der Staatsoper den Raum.


    Garanèas Auftritt gelang fesselnd, die Habañera überzeugte nicht nur die Mitspieler, sondern auch die Staatsoperngäste. Bisweilen huldigte sie einem theaterhistorischen Moment des Erotisierens, modern (und ein wenig patschert) fiel ihr Striptease für Don José aus.

    Apropos Don: Mit Roberto Alagna war die Rolle des Verführten optimal besetzt, man nahm ihm in jedem der perfekt artikulierten Dialoge, in den Momenten des falsettartigen Überschlagens der Stimme die tragische Figur ab.

    Gegenspieler Escamillo war mit Hausdebütant Massimo Cavalletti ebenso neu besetzt, er agierte solide, in Tiefen und Diskant etwas farblos.

    Die hörbare Siegerin des Abends hatte eine kleine, umso feinere Rolle. So wuchtig, wie sich Anita Hartigs Micaëla ins Zeug legte, mit welcher Intensität und Stimmgewalt sie um ihren Geliebten kämpfte, war es ein Jam-
    mer, sie gegen die Verführerin unterliegen zu sehen. Aber der Showdown war ja vorprogrammiert. Mit voller Partiturkraft führte Dirigent Bertrand de Billy das Staatsopernorchester dorthin. Messerscharf.

    Oper

    Carmen

    Von Georges Bizet

    Wiener Staatsoper




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    Dokument erstellt am 2013-05-21 16:44:02



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