• vom 29.09.2013, 15:34 Uhr

Bühne


Oper

Ein starker Friedensappell in Verdi-Manier




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Von Daniel Wagner


    Genueser Ratsverwaltung sucht Vorsitz, der die Geschäfte der Stadt zu weiterem Erfolg führen soll. Es war an der Wiener Staatsoper also wieder Zeit für Verdis Korsaren "Simon Boccanegra", jenes schaurig schöne Geschichtsdrama im Dienste des Friedens, das ohne hohe Cs und Gassenhauer sein intellektuelles Leben fristen muss. Womit der Abend zum garantierten Genuss wurde: mit einer dem Niveau des Meisterwerkes entsprechenden, anspruchsvollen Besetzung, die auch noch mit vollem Elan in einer kraftvollen Interpretation aufging. Denn dies war dem französischen Dirigenten Alain Altinoglu bei dem kopflastigen Meisterwerk jedenfalls gelungen: Er hauchte mit seinem agilen, dennoch detaillierten und vor allem akzentuierten Dirigat der großen Partitur jede Menge echtes Leben ein. Hier funktionierte von Fluchspruch bis zur letalen Hochzeitsfeier jede Ensembleszene.

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    Charmanter Herzensbrecher
    Da konnte Publikumsliebling Thomas Hampson als scheinbar zerbrechlicher, im Kern noch immer höchst despotischer Simone wieder voll wirken. Ferruccio Furlanetto ließ als sonorer Fiesco abermals erschauern, die Rolle des geharnischten Höflings Paolo war mit Rollendebütant Adam Plachetka in besten Händen. Produktionserfahren lieblich mimte Tamar Iveri das Objekt der Begierde, Simones Tochter Amelia. Was für ein charmanter Herzensbrecher ihr zur Seite stand: Joseph Calleja lieh dem Fiesco erstmals im Haus am Ring seinen unnachahmlichen Strahlemanntenor. So spielte sich in Peter Steins bekannt statischen Bildern agiles Drama ab.

    Oper

    Simon Boccanegra

    Von Giuseppe Verdi

    Wiener Staatsoper




    Schlagwörter

    Oper, Staatsoper, Simon Boccanegra

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    Dokument erstellt am 2013-09-29 15:38:02



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