• Artikel vom 23.11.2009, 16:31 Uhr

Bühne

Update: 23.11.2009, 16:32 Uhr
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Theater: Woyzeck

Wenn Stimmen im Kopf näherrücken


Von Klaus Huhold
  • Das Unheil kündigt sich sofort an: Das Ensemble des Pygmalion Theaters empfängt die Besucher zur Aufführung von Georg Büchners Dramenfragment "Woyzeck" mit einem vielstimmigen Chor, der immer dissonanter wird und immer bedrohlicher wirkt.

Auch in Woyzecks Kopf schaffen sich verschiedene Stimmen zusehends Raum, lassen die Tragödie in der Beziehung zu seiner Geliebten näherrücken. Gleichzeitig ist der einfache Soldat Woyzeck den Launen und wirren Gedanken seines Hauptmannes ausgesetzt und wird von einem Arzt zu einem menschenverachtenden Experiment missbraucht. Der Arzt seziert gleichsam Woyzecks Zustände, und in der Inszenierung von Geirun Tino wird dieses grausame Spiel der Beobachtung noch weiter getrieben: Woyzeck entkommt den ihn verfolgenden Blicken nicht, er ist umringt. An drei Seiten sitzt das Publikum, an der vierten das Ensemble.

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Dieses überzeugt großteils. Einen gewaltigen Eindruck hinterlässt etwa Georg Gogitsch als Hauptmann, wenn dieser sich in einem atemberaubenden Furor zu einem tugendhaften Menschen erklärt.

Dem in Sprachführung und Charakterzeichnung herausragenden Werk Büchners wird mit einer einfallsreichen Inszenierung begegnet, die die Möglichkeiten eines Kellertheaters gekonnt nützt.

Theater

Woyzeck

Von Georg Büchner

Regie: Geirun Tino

Mit Karl Wenninger u.a.

Pygmalion Theater

Tel: 01 929 43 43

Wh.: 26. - 28. November



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2009-11-23 16:31:44
Letzte Änderung am 2009-11-23 16:32:00

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