• vom 10.09.2009, 17:16 Uhr

Bühne

Update: 10.09.2009, 17:17 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Theater: Der Lechner Edi schaut ins Paradies

Zurück in die Zukunft


Von Laura Claire Bakmann

  • Die Protagonisten: Pepi, ein ausrangierter Elektromotor, trifft auf den Arbeitslosen Lechner Edi und dessen Gefährtin Fritzi. Perspektivlosigkeit plagt das Trio, das sich am Donauufer bei einer Metallbank trifft. Zentrale Frage: Wer hat Schuld an der Misere? Das Motto: "Es geht vorwärts, vielmehr rückwärts!"

Tatsächlich fühlt man sich bei der "theatralen Prozession" des Theater Fink in die Kindheit zurückversetzt, an kindheitliche Nachtwanderungen erinnert. Die Route führt durch Wien-Landstraße: Schaufenster traditioneller Handwerksbetriebe, historische Meilensteine auf dem Weg in die aktuelle Krise erwachen in Gemeindebauten, auf Kinderspielplätzen und offener Straße zum Leben.

Werbung

Akustisch begleiten die Karawane ein blinder Akkordeonist sowie ein Ghettoblaster. Taschenlampen beleuchten geschichtsträchtige Orte.

Der lechnersche Blick katapultiert die Menschentraube im Zeitraffer durch die Innovationsgeschichte. Gutenbergs Erfindung, Galileis Erkenntnis, Galvanis Errungenschaft: Sie alle werden fortschrittskritisch zur Rechenschaft gezogen. Bis Edi im göttlichen Zwiegespräch das Übel in der menschlichen Existenz selbst ortet.

Der Streifzug ist gleichsam eine historische Spurensuche: Der Dramatiker Jura Soyfer ging in diesem Bezirk zur Schule, die bespielten Werkstätten könnte er gekannt haben. Die Wanderung endet mit zukunftsweisenden Worten: "Es geht vorwärts, zurück in die Gegenwart, wo es auf uns ankommt!" Nachdruck verleiht ein dem Publikum vorgehaltener Spiegel.

Schnitzeljagd-artig präsentiert sich dieses erfinderische Figurenmitmachtheater, das vom Kleinkind bis zu den Großeltern alle zu unterhalten vermag.

Theater
Der Lechner Edi schaut ins Paradies

Von Jura Soyfer

Theaterfink/Wien

Nächste Termine: 16. bis 18.

September (0680/1265386)



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2009-09-10 17:16:45
Letzte Änderung am 2009-09-10 17:17:00

Wagners Ring an einem Abend an der Volksoper Wien

Wagnerwucht mit Stopps zum Schmunzeln

20130524DER RING DER NIBELUNGEN - APAweb/HERBERT PFARRHOFER Ein Entkommen gibt es nicht, schon gar nicht für Veranstalter: Ein jedes Opernhaus, so scheint’s, steht im 200... weiter




Norma

Ungewöhnlich gewöhnungsbedürftig

Die Konkurrentinnen Adalgisa und Norma. - Salzburger Festspiele Am Ende wird der Horst der Freischärler, die Schule, von ihnen selbst abgefackelt. Die Matratzen und Schulmöbel werdend um Norma und Pollione... weiter



Werbung




Beliebte Inhalte



Ein Plakat zeigt Mohammed Assaf, der Star der Talentshow "Arab Idol" in West Bank bei Ramallah. - Reuters / Mohamad Torokman
  • Sänger Assaf feiert Erfolge in gesamtarabischer Castingshow
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Irmgard Vilsmaier (l.) als "Brünnhilde" und Caroline Melzer als "Sieglinde" während einer Probe für "Der Ring der Nibelungen" - APAweb/HERBERT PFARRHOFER Ein Entkommen gibt es nicht, schon gar nicht für Veranstalter: Ein jedes Opernhaus, so scheint’s, steht im 200...weiter

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix
  • Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
  • weiter

Vor dem wahnwitzigen Gemetzel: "Galizien" als sentimental-groteskes Antikriegsstück. - Thomas Aurin
  • "Die Glembays", "Galizien" und "Agonie" von Miroslav Krlea.
  • weiter

Chaim Miller bereut die Morde der Gruppe nicht, jedoch, "dass wir nicht mehr gemacht haben". - 3sat
  • TV-Dokumentation zeichnet das Leben des 92-jährigen Chaim Miller nach.
  • weiter

Nachdem sich mehrere Zuschauer, von den drastischen Bühnenvorgängen geschockt, sogar in ärztliche Behandlung begeben hatten, ersuchte Meyer den Regisseur, seine Inszenierung zu modifizieren. Kosminski lehnte ab. - Foto: APAweb/Deutsche Oper am Rhein
  • Bühnenvereins-Präsident Zehelein kritisiert scharf die Düsseldorfer Oper.
  • weiter

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix
  • Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter






Werbung