• vom 29.01.2015, 16:55 Uhr

Bühne

Update: 29.01.2015, 17:16 Uhr

Theaterkritik

Messer im Hirn




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Petra Paterno

  • Ambitionierte Empörung im Kosmos Theater.

Heute Abend findet in der Hofburg der Akademikerball statt. Die von der FPÖ und den schlagenden Burschenschaften ausgerichtete Tanzveranstaltung in der staatstragenden Location gehört zu den umstrittensten Ereignissen der Wiener Ballsaison. Im Vorjahr kam es zu heftigen Protestaktionen, dieses Mal sind 13 Gegendemonstrationen angemeldet. Auch am Theater empört man sich über die deutschnationale Party. "Dr. Österreicher sieht fern", uraufgeführt im Kosmos Theater, spielt am Tag des Akademikerballs und verhandelt in Form von drei fingierten TV-Formaten - "Am Schauplatz Hofburg", "Club 3000" und "Messer Gabel Hirn" - den medialen Umgang mit dem Ball und den Protesten. Die Theatermacher des heimischen Bühnenkollektivs Verein Nestbeschmutzer&innen nehmen sich viel vor: Vier junge Autoren - Martin Fritz, Thomas Köck, Cornelia Travnicek und Gerhild Steinbuch - haben die Textvorlage verfasst und sich dabei orientiert an Dramatikern wie Max Frisch (siehe: "Biedermänner und Brandstifter" in Wien), Thomas Bernhard (freilich: "Heldenplatz") und Peter Handke (Bobo-Publikumsbeschimpfungen à la "Ihr Urban Gardener" und "Ihr-Binnen-Is").

Information

Theater

Dr. Österreicher sieht fern

Kosmos Theater

Wh. bis 14. Februar


Dem ambitionierten Projekt mangelt es jedoch an Stringenz. In lose aneinandergereihten Szenen jagen die Schauspieler Peter Bocek, Nikolas Firmkranz und Maria Fliri in nur 70 Minuten durch die zerfransten Textblöcke. Regisseurin Susanne Draxler bietet zwar eine Fülle an szenischen Ideen auf, kann es dennoch nicht mit dem inhomogenen Text aufnehmen. Gut gemeint, nicht ganz so gut gegangen.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-01-29 16:59:02
Letzte nderung am 2015-01-29 17:16:09



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. für andrea maria dusl
  2. "Ich habe keine gefolterte Seele"
  3. Leben gegen Leben
  4. Sex am Lost Highway
  5. Rückgriff ins Glück
Meistkommentiert
  1. Ungeknickt durch den Sturm
  2. Deutscher Karikaturenpreis für Erdogan-Zeichnung
  3. Verhandler könnten ORF-Gebühr kappen
  4. AC/DC-Gitarrist Malcolm Young ist tot
  5. Ein Amerikaner besucht Wien

Werbung



CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Werbung



Werbung


Werbung