• vom 25.06.2015, 15:59 Uhr

Bühne

Update: 20.08.2015, 16:11 Uhr

Sommertheater

Theater mit Eigensinn




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Petra Paterno

  • Sommertheater in Niederösterreich: Neue Intendantinnen, neue Inhalte, neue Formen.

Spiel, Spaß, Spannung beim Sommertheater in NÖ: Musical "Live is Life" (l.) und Traumspiel "Alice im Wunderland" (Mitte) bei den Sommerspielen Melk und Woody Allens Filmhit "Eine Mitsommernachts-Sex-Komödie" auf der Rosenburg (r.). - © photo-graphic-art, Anna Stöcher

Spiel, Spaß, Spannung beim Sommertheater in NÖ: Musical "Live is Life" (l.) und Traumspiel "Alice im Wunderland" (Mitte) bei den Sommerspielen Melk und Woody Allens Filmhit "Eine Mitsommernachts-Sex-Komödie" auf der Rosenburg (r.). © photo-graphic-art, Anna Stöcher

Wien/NÖ. "Es ist ein Abenteuer", sagt Neo-Intendantin Anna Maria Krassnigg, 45, über ihre erste Spielzeit im Hotel Thalhof in Reichenau. "Es ist eine Herausforderung", sagt Nina Blum, 42, die neue künstlerische Leiterin auf der Rosenburg im Kamptal, die nunmehr "Sommernachtskomödie" heißt.

Im Sommertheater findet derzeit nicht nur eine Generationenablöse statt, sondern es gelangen auch vermehrt Theatermacherinnen an die Spitze. Nach Margit Mezgolich, 44, die heuer mit der Uraufführung ihres eigenen Stückes "Der Aufsatz" (Premiere: 5. August) die dritte Saison im Herrenseetheater Litschau begehen wird, rücken mit Blum und Krassnigg zwei weitere Frauen in Leitungspositionen, die für neue Formen, neue Inhalte stehen und dem Sommertheater neue Impulse verleihen können.


Haifischgesellschaft
Das Genre Sommertheater ist alles andere als einfach. Es soll unterhalten, ein breites Publikumssegment abdecken und dabei ein gewisses Niveau bieten. Auf geradezu exemplarische Weise ist dies bei der Neueröffnung des Hotel Thalhofs gelungen. Robert Neumanns "Hochstaplernovelle" stand am Spielplan, ein überaus amüsanter und spitzzüngiger Text über die Abenteuer des Dandys und Falschspielers Emil, der in vornehmen Hotels die Hautevolee ausnimmt.

Martin Schwanda glückte ein großer Auftritt: Mit lässiger Grandezza spielte er im ehemaligen Ballsaal des Jugendstilhotels, scharwenzelte zwischen den Tischen, an denen die Besucher Platz nahmen. Dabei gibt der großzügig angelegte Raum mit raumhohen Fensterfronten einen spektakulären Blick auf die Reichenauer Berglandschaft frei.

Der besondere Reiz der Aufführung mag auch darin gelegen haben, dass man sich gut vorstellen konnte, dass gerade an Orten wie diesem ehemaligen Ballsaal eine Figur wie Emil seinen Geschäften nachgehen könnte, dass hier tatsächlich Unsummen im Spiel sein könnten, gewonnen und wieder verloren.

"Mich fasziniert, wie Neumann in dem Text die Haifischgesellschaft anprangert", so Regisseurin und Intendantin Krassnigg.

Der Neo-Intendantin schwebt kein herkömmliches Sommertheater vor, vielmehr soll das Hotel das ganze Jahr über punktuell bespielt werden. Das Kulturprojekt "Wortwiege an der Rax" will Literatur, Bühnenspiel und kulturwissenschaftliche Diskussionen verbinden. "Bei der Bergung literarischer Bodenschätze konzentrieren wir uns auf das Brachland - auf die Vertriebenen, die Sperrigen, die Vergessenen", so Krassnigg.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-06-25 16:03:07
Letzte nderung am 2015-08-20 16:11:12



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ungeknickt durch den Sturm
  2. AC/DC-Gitarrist Malcolm Young ist tot
  3. Diese Frau macht kopflos!
  4. Alt, aber sicher nicht blöd
  5. vergleiche
Meistkommentiert
  1. Deutscher Karikaturenpreis für Erdogan-Zeichnung
  2. Verhandler könnten ORF-Gebühr kappen
  3. Ungeknickt durch den Sturm
  4. Gipfelanalysen
  5. "Künstler haben immer recht"

Werbung



CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Werbung



Werbung


Werbung